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Pascow – Jade (CD/LP – Rookie Records/Kidnap Music – 2019)

Pascow veröffentlichen mit Jade ihr sechstes Album. Für mich als Saarländer ist das immer etwas ganz besonderes, zu sehen wie die Band, die man einst in kleinen Jugendzentren zuhause gesehen hat, der man nach Tübingen ins kleine Epplehaus oder in den Zigeunerkeller in Bad Hersfeld hinterhergereist ist, nun in großen Hallen spielt und wirklich tausende Tonträger verkauft. Darum gehe ich dieses Review mal anders an als sonst.

©Pascow
©Pascow

Die Erwartung

Nachdem ich mit Diene der Party nicht so ganz glücklich war, war meine Spannung dieses mal umso größer. Gibt es wieder Refrains? Wird das neue Album wieder einen Schritt zurück in alte Pascowgefilde gehen oder geht man neue Wege?

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Die Haptik

Das Album kommt in zwei Versionen daher: die Standardvariante mit jungem Mädel, in Lederjacke gekleidet. Die Special-Edition hingegen zeigt dieses Mädchen mit Corpsepaint.
Die Standardvariante kommt in komplett glänzendem Cover, die limitierte auf mattem Papier mit glänzend gedrucktem Mädel. Auch auf der Rückseite die Silhouette ist glänzend. Sehr edel!
Dazu gibt es ein 12″ großes Booklet mit dem jeweils anderen Cover drauf. Sehr edel!

Die Musik

Zwölf Songs ist das Album lang! Das Intro ist ein dramatisches, instrumentales, Klavierstück. Danach kommt die erste Single: Silberblick und Scherenhände. Die Nummer hätte auch auf Nächster Halt gefliester Boden sein können. Das Songwriting hier ist typisch frühe Pascow mit klassischer Bohlogitarre. Sein Sound macht die Band unverkennbar! Der Refrain wird von Frau Wolf gesungen. Eine an sich unbekannte Stimme im Punkrock rundet das Stück perfekt ab!

Jade fängt mit einem sehr Rock’n’Roll-lastigem Riff an und geht in die Bohlogitarre über. Auch hier wieder ein klassischer Pascow Song!

Nun gibt es was neues. In einem Balkansound wird Marie gespielt. Ganz und gar untypisch, aber klingt gut. Erinnert mich stilistisch an Das Mädchen aus Rottweil von Die Toten Hosen. Die Einführung des Songs mit Geige ist wundervoll.

Mit die Backenzähne des Teufels gibt es eine instrumentale Nummer im Westernstyle! Auch ziemlich cool und überraschend!

Ein wahnsinnig toller Song ist Schmutzigrot. Hier liefert sich Alex ein Duett mit Wick van Houdt, bekannt als die Sängerin von Bambix. Es macht Spaß zu hören wie Wicks niederländischer Akzent und der Freisener Akzent von Alex miteinander harmonieren. Aber die Band hat sich nie vor ihrer Herkunft versteckt. Zurück zum Song: es handelt sich um ein wunderschönes, dramatisches Liebeslied. Definitiv eines meiner Highlights auf der Scheibe!
Sturm der durch Erlen zieht ist ein einfacher Punkrock Song. Keine grossen Facetten. Schlicht und einfach!
Als die Band letzte Woche Wunderkind veröffentlicht hat, haben sicherlich viele sich gefragt was nun los sei. Ein Klaviersong von Pascow? Und das als Single? Ja, manche Bands können das. Zusammen mit dem Intro rahmt das Lied das Album sehr schön ein. Kurt Santana, auch bekannt als Kurt Ebelhäuser (Blackmail) hat hier einen Gitarren-Gastauftritt.

Die Lyrik

Wie erwähnt, Sänger Alex versteckt seinen Freisener Akzent (Freisen ist ein Ort bei Gimbweiler) oft nicht. Das ist auch nicht schlimm, die Texte sind für alle verständlich und es ist sehr authentisch. Was bei der Musik an Wut im Vergleich zu den Vorgängern fehlt wird im Gesang wett gemacht. Alex klingt nämlich wütender denn je! Ein Großteil der Texte spielt sich auf Beziehungsebene ab. Wirklich gut geht keine der Geschichten aus.

Das Fazit

Größtenteils ist diese Scheibe typisch Pascow – an ganz vielen Stellen hingegen gar nicht. Es ist gut zu sehen, dass das Quartett nicht auf der Stelle trabt, sondern es nach vorne geht! Diese Entwicklung mag sicherlich einige stören, aber man ist nicht Pennywise und wiederholt sich ständig. Besonders den Mut einen Song wie Wunderkind zu veröffentlichen, wenn man sonst für laute, schnelle Musik bekannt ist, spricht für die Band! Tolle Platte!

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