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Nuclear Blast

Zugegeben, den damaligen Hype um die kalifornische Hardcore-Truppe Rotting Out hatte ich gekonnt verschlafen. Obwohl ich mittlerweile schon vertrauter mit der Band bin, muss man ehrlicherweise aber auch dazusagen, dass es in den letzten Jahren relativ ruhig um die Jungs war. Hatte man 2015 noch die EP Reckoning veröffentlicht, folgte wenige Wochen darauf bereits die überraschende Auflösung. Einzig Frontmann Walter Delgado machte Schlagzeilen, als er 2016 wegen Drogenhandel für 18 Monate in den Knast wanderte. 2018 folgte die Reunion und nun meldet man sich völlig geläutert mit einem neuen Album zurück. Die neue Platte trägt den Titel Ronin und erscheint am 10. April 2020 via Pure Noise Records.

Rotting Out (2020)
Rotting Out (2020)

Bei zehnTracks mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 25 Minuten ist die Geschichte dann auch relativ schnell erzählt: Rotting Out klingen auch 2020 und 7 Jahre nach ihrem letzten umjubelten Longplayer The Wrong Way immer noch nach Rotting Out. Zu hören gibt es wie gewohnt einen sehr flotten Mix aus oldschool-orientiertem Hardcore, einer gehörigen Portion (Skate)Punk und auch die thrashigen Elemente á la Suicidal Tendencies fehlen hier nicht. Eine altbewährte Formel, die auch auf Album Nummer 3 immer noch gehörig Spaß macht.

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Weniger vertraut klingen auf den ersten Blick jedoch die Vocals von Wally. Das fällt vor allem gleich einmal beim ersten Track Vessel auf. Der Song beginnt relativ hektisch und der Gesang ähnelt dabei eher einem Gekrächze. Bei einem Youtube Kommentar habe ich hierbei einen Vergleich mit einem „wütenden Donald Duck“ gelesen, ich denke das trifft es ganz gut. Vielleicht bedarf es hier einen Durchlauf mehr, bis man sich an die „neue“ Stimme gewöhnt. Hat man sich jedoch erst mit den rauen Vocals angefreundet, fällt das auch nicht weiter ins Gewicht. Im Endeffekt verleiht dies den Songs sogar noch mehr Aggressivität und Power.

Während hier ein Ohrwurm den nächsten jagt (Last Man Standing, Unforgiven, Thief) und die eingängigen Songs auch sonst gute Stimmung aufkommen lassen (Stones, Reaper, Still Her), stehen die Lyrics völlig konträr zu dem Gehörten. Rotting Out präsentieren sich auf dem Album sehr offen und die düsteren Lyrics verarbeiten u.a. Themen wie falsche Schuldzuweisungen, Selbstreflexion (Thief), das Auseinandersetzen mit der eigenen Psyche (Prisoner), aber auch selbst erlebten Missbrauch (Unforgiven, Boy). Man merkt, Walter hat während seiner Haftzeit einiges aufgearbeitet und kanalisiert dies nun gekonnt in den neuen Songs. Die letztgenannte, langsamere Nummer Boy stellt zugleich auch den emotionalen Schlusspunkt der Platte dar.

Fazit

Rotting Out setzen mit Ronin auf Altbewährtes, bieten dabei aber wenig Innovation. Das müssen sie auch nicht, denn ihr Sound funktioniert nach wie vor und die temporeichen, eingängigen Songs machen dabei eine Menge Spaß. Welcome Back!

Meine persönlichen Favourites: Last Man Standing, Thief, Still Her 

Tracklist

  1. Vessel
  2. Last Man Standing
  3. Stones
  4. Reaper
  5. Prisoner
  6. Unforgiven
  7. Still Her
  8. Thief
  9. Visceral
  10. Boy
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Die Spotify-Playlist zu unserem Jahresrückblick: Best-Of Hardcore-Punk 2020:

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