Am 30. Dezember stand der letzte Abend der gemeinsamen Tour-Rutsche von Ryker’s, Born From Pain und Slope im Musiktheater in Kassel auf dem Programm, dass sowohl für die meisten Bands wie auch den zahlreichen Besuchern sicher die letzte Show dieses Jahrzehnts war.

Neben den drei bereits erwähnen Bands, luden sich die Ryker’s bei ihrem Heimspiel drei weitere Gäste ein, die dem Abend davor schon einmal ordentlich für das Heimspiel des Hardcore-Urgesteins einheizen durften, so dass am Ende ganze sechs Band auftraten.

NinetyNine

Den Start machten die Erfurter Jungs von NinetyNine, die einen langen Abend stark eröffneten. Die Halle war für die frühe Uhrzeit (19:00 Uhr) schon recht gut gefüllt, aber wie das so beim Eröffnen ist, war das Publikum doch noch sehr verhalten in den hinteren Ecken bei Theke und Bar gestanden. Mit starken Mitgröhl-Nummern und mehrfachen Ansagen von Sänger Tritschi, der mit gutem Beispiel voranging und den gesamten Auftritt nur vor der Bühne verbrachte, doch etwas näher ranzurücken, wurden am Ende dann auch die ersten Circle Pits gedreht.

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Chapeau Ninetynine, geiler Start! Checkt mal die aktuelle Platte (Wasteland) der Jungs, die Anfang 2019 über Dead Serious Recordings erschienen ist. Props auch an den Einheizer, den sich sicher jede Band wünscht. Wer dabei war, wird sicher wissen, wer gemeint ist😉

Eyes Of Tomorrow

Weiter ging es mit Eyes Of Tomorrow aus Duisburg, die ich an dem Abend zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal gesehen habe. Richtig gut gespielter Hardcore-Punk, der auf jeden Fall sehr Oldschool-angehaucht ist und sich meist im vorderen Tempobereich befindet. Der Sound erinnerte mich extrem an Agnostic Front: mal gab es wildes Geknüppel ala United Blood, dann Singalong-Nummer, die auch auf den neueren Agnostic Front-Alben hätte sein können, aber auch leicht Metal-angehauchte Songs, die an Liberty & Justice For… oder One Voice erinnerten.

Eyes Of Tomorrow in Kassel (Photo by Claudia Kötters)
Eyes Of Tomorrow in Kassel (Photo by Claudia Kötters)

Eyes of Tomorrow war auch die einzige Band des Abends, die mit DYSs Open Up auch ein Cover zum Besten gaben, dass aus dem Publikum gefühlt aber nur ein geringer Teil kannte. Mit einem Cro Mags-Outro, das im Original das Intro von We Gotta Know ist, gingen die Duisburger dann von der Bühne.

Checkt gerne einmal die aktuelle EP Gone For Good der Band, die 2018 über Ryker’s Sänger Dennis‘ Label Ready To Fight Records erschienen ist, dem 2020 dann das Debütalbum folgen soll.

Sic Boy

Dritte Band des Abends waren die Local Heroes Sic Boy, die ich ebenfalls zum ersten Mal sah. Auch wenn mir der Name geläufig war, wusste ich davor nicht wirklich was mich erwartet, was sich aber änderte als ich das Rage Against Machine-Shirt des Frontmanns sah. Sic Boy spielen enorm Crossover-lastigen Hardcore, der alles andere als Einheitsbrei ist. Viele Breaks innerhalb der Songs, fette Bassläufe, Vocals, die zwischen Rap- und Hardcore-Gesang wechseln. Man merkte an den vielen Singalongs gleich, dass die Jungs Heimspiel haben, auch wenn der Sänger seit knapp einem Jahr Kasselfornia Richtung Hannover verlassen hat. Dass ist wahrscheinlich auch der Grund weshalb sich das neue Album von Sic Boy etwas verzögert, aus dem am Abend jedoch schon Mal ein Song vorgetragen wurde.

Slope

Das Musiktheater füllte sich mit jeder weiteren Band merklich, so dass bei Slope bereits bevor sie loslegten ordentlich was vor der Bühne los war. Jetzt sah man auch, dass einige jüngere Besucher in Kassel am Start waren. Dass Slope live eine Macht sind, ist schon länger kein Geheimnis mehr. Gekonnt führten die Duisburger durch ihr knapp 30-minütiges Set, bei dem Hits wie 9/5 und Goodbye Mr. Dandy frenetisch vom Publikum mitgefeiert wurden. Der Auftritt schürte jedenfalls noch einmal die Vorfreude auf ihr neues Album, das 2020 über BDHW Records erscheinen wird. Ihr Stil aus Hardcore und Funk ist so sicher einmalig!

Born From Pain

Born From Pain waren dann die vorletzte Band des Abends, bei dem es vor der Bühne dann auch richtig zur Sache ging. Die Altmeister spielten eine starke Setlist, die durch ihre mittlerweile über 25-jährige Bandhistorie führte und kein Hit ausließ. Natürlichen wurden auch einige Songs aus ihrem in diesem Jahr erschienenen Album True Love gespielt.

Born From Pain in Kassel (Photo by Claudia Kötters)
Born From Pain in Kassel (Photo by Claudia Kötters)

Generell sieht und hört man Born From Pain einfach gern zu. Frontmann Rob Franssen hat nicht nur eine wahnsinnig kraftvolle Stimme, sondern auch die Ansage in den Pausen zwischen den Songs sind top und authentisch. So sprach er sich zum einen für eine offene Szene aus, bei der Hardcore-Kids, Punks, Metaller etc. zusammenhalten sollten, um gemeinsam die Subkultur aufrecht zu halten. Rob wünschte sich zudem von älteren Besuchern auch den jüngeren „neues“ zu zeigen, um ihnen so neue Einblicke zu geben und umgekehrt.

Ryker’s

Rykers in Kassel (Photo by Claudia Kötters) (2)
Rykers in Kassel (Photo by Claudia Kötters) (2)

The mighty Ryker’s setzten dem Abend dann die Krone auf. Auch wenn Frontmann Dennis merklich gesundheitlich angeschlagen war, spielte das Hardcore-Schwergewicht bei ihrem Heimspiel ein starkes Set, bei dem sowohl die Band als auch das Publikum richtig Bock hatte.

Stagediven, kennt ihr das noch?

Trotz Erkältung mischte Dennis mehrfach fließig im Publikum mit und starte selbst den ersten Stagedive des Abends, denen anschließend weitere folgten.

Ryker's Setlist in Kassel
Ryker’s Setlist in Kassel

Neben Ryker’s Klassiker wie Brother Against Brother, Gone For Good oder Nothing To Regret, gab es natürlich auch Songs von ihrem neuen Album The Beginning…, das erst im Sommer über BDHW Records erschienen ist.

Nach knapp einer Stunde gingen Ryker’s dann im Konfetti begraben von der Bühne. Auch wenn wir direkt nach der Show die Heimreise angetreten hatten, bin ich mir sicher, dass in Kassel im Anschluss noch das ein oder andere Bier vernichtet wurde (Update: Das Bier war am Ende sogar ausverkauft) 😉 Es war jedenfalls auf ganzer Linie ein genialer Jahresabschluss und denkwürdiger Abend.

Auch an dieser Stelle noch einmal Danke an die Verantwortlichen für den Sound, denn dieser war während der gesamten Show bei allen Bands einfach nur richtig stark. See you 2020!

In den nächsten Tagen folgen noch viele weitere Bilder von Claudia.

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