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Dead Serious Recordings

Eine gefühlte Ewigkeit hat es gedauert, bis Shoreline nach ihrer unglaublich beachtenswerten EP You used to be a safe place endlich ihren ersten Longplayer veröffentlicht haben. 

Okay, eigentlich nur eineinhalb Jahre, aber die können sich verdammt ziehen, wenn man heiß auf Neues ist. Umso besser, dass sich das Warten gelohnt hat:

Die elf Tracks auf Eat my soul klingen so unglaublich reif – sowohl musikalisch als auch textlich – dass man nie glauben würde, wie jung die Münsteraner tatsächlich noch sind. So unermüdlich wie die Anfang Zwanzigjährigen touren, unter anderem sogar als Support für Hot Water Music und Adam Angst, verwundert es hingegen nicht, dass das Album größtenteils auf Tour entstanden ist. Und so handeln die Songs überwiegend vom Gefühl des Nicht-Zu-Hause-Seins – von der Zerissenheit, wenn Lebensereignisse wie der Tod eines Verwandten, Konflikte mit dem Partner oder Freunden aus einem Tourvan heraus erlebt werden.

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Shoreline (c) Pressebild

Man merkt den Songs die langen Tournächte an, die Melancholie, das Grübeln und Zweifeln, aber auch, dass unterwegs offensichtlich viel Zeit war, um sich aufs Writing und die vielen kleinen Nuancen zu konzentrieren, die die Shoreline Songs so besonders machen.

Da sind Songs wie Hana, eine Ode an den einen, wichtigsten Menschen in unseren Leben, der uns aufbaut wenn wir am Boden liegen. Oder Bent / Broken, der mit einem klanglich ungewöhnlichen mehrstimmigen Gesang im Refrain überrascht. Die ungewöhnliche Stimme von Sänger Hansol Seung, die irgendwie immer gleichzeitig sanft und rauh klingt, und auch noch die ganz hohen Töne sicher beherrscht, tut ihr Übriges, um den Shoreline Songs ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Mit What Sucks Is Now Hidden… zeigen Shoreline sich von ihrer ruhigeren, aber nicht weniger mitreißenden Seite. Der Titelsong Eat my Soul ist hymnisch, atmosphärisch, melancholisch, streckenweise sogar etwas düster und fasst damit wunderbar zusammen, was das ganze Album ausmacht.

Eat my soul hat wirklich alles. Irgendwo zwischen Jimmy Eat World, den Menzingers und Citizen zeigen Shoreline, dass man tatsächlich noch Emo-Punk machen kann, ohne dabei beliebig oder wie von gestern zu klingen. 

Mich haben Shoreline schon seit Ihrer EP überzeugt. Wer bislang noch nicht die Gelegenheit hatte, wirklich schnieken Indie-Punkrock zu genießen, der nicht weinerlich klingt, sondern stark, erwachsen und echt, der sollte gleich reinhören und sich verzaubern lassen.

Tracklist

  1. Andre the Giant
  2. Hana
  3. Bent / Broken
  4. Thieves
  5. What Sucks Is Now Hidden
  6. Eat My Soul
  7. Vanish
  8. Walking Through
  9. Wasps Flies
  10. Two Floors Beneath
  11. Sleepy Habits
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