Guten Morgen, Zeltplatz – Guten Morgen, Lutzi! – Tag 2

Mist, das beginnt ja scheiße. Gleich mal die erste Band verpasst und ein paar Minuten – Rick Tick Evil! Aber dieser kleine, blonde Muntermacher mit Löckchen da auf der Bühne zwischen den abrockenden Typen haut gleich richtig rein. Man, was für eine Stimme! Brody Dalle’s heimliche Zwillingsschwester, könnte man meinen. Eine Rockröhre vom Feinsten, gepaart mit irgendwie schwedisch-angehauchtem Punkrocksound. Wirklich eine klasse Show der zum Quintett geschrumpften Band und aufstrebender Geheimtipp! Hätte ich so nicht erwartet.

Nach einer kleinen Stärkung zwischen den ganzen köstlich duftenden Verkaufsbuden kam gleich der nächste Kracher auf die Bühne – Hazel The Nut.
Das passte jetzt perfekt. Herrlicher Sonnenschein bei kühlem Bier und leckerem Burger, dazu diese Gute-Laune-Musik im Stile von Blink 182 oder Sum 41. Ich hatte das Gefühl, die Lutzi weiß genau, was man nach einem anstrengend ersten Tag braucht.

Mit Kafvka enterte eine mir bisher unbekannte Band die Rock-Stage. Nach dem ersten Lied war mir klar, das ist mal etwas Anderes zwischendurch, aber leider nichts für meine Ohren. Ein rappender Sänger begleitet von einer wummernden Bassgitarre, dazu eine fiedelnde Gitarre – aber sicherlich ein Höhepunkt für Fans von Cro & Co., aber irgendwie kritischer und eine weniger sonnig-musikalische Untermalung.

Deshalb der kurze Wechsel zum ehemaligen „Hip-Hop-Zelt“ (dieses Jahr fand zum ersten Mal keine Genretrennung mehr statt). Dort präsentierten sich Cannahann mit ihrem treibenden Stoner-Rock.

Unser Aufenthalt dort war nur kurz, denn überschneident folgte der heimliche Höhepunkt des Tages – Feuer frei für The Baboon Show!
Man, wieder so eine Powerfrau mit feinster Rockröhre, eingeheizt von absolut lässigen Typen an den Instrumenten! Und diesmal sind es sogar waschechte Schweden. Einfach nur treibender Punkrock mit eingehenden Riffs, dazu diese Stimme und Energie, die förmlich auf das tanzende Publikum überspringt – Wahnsinn! Das war einfach nur abfeiern von der ersten bis zur letzten Sekunde und dem Publikum bereitete es sichtlich Spaß. Pogo, Tanz und Crowdsurfing am laufenden Band.

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Nuclear Blast

Weiter ging der Spaß mit Kmpfsprt und cleveren deutschen Texten, „dass sich Kafka schreiend im Grab rumdreht“ (aus: „Ich hör die Single nicht“). Ein durchaus souveräner Auftritt der Kölner Punkrocker. Das mittlerweile auf ca. 7000 Besuchern angewachsene Publikum jedenfalls war angetan und schwang die Chucks vor der Bühne.

Abschließend das große Finale auf der Hauptbühne mit Madsen! Zugegebenermaßen nicht ganz die Musikrichtung, über die auf Away From Life geschrieben wird, aber dennoch mal eine Erfahrung wert und die Damenwelt war ohnehin begeistert vom popigen Rocksound der selbstbetitelnden „Kirmes-Rocker“ (Facebook-Seite). Balladenartige Songs wechselnden sich mit schnelleren Titeln ab und zum anheizen gab die Band ein Cover von Nirvana’s „Smells like Teenspirit“ zum Besten. Garniert wurde die ganze Show von kreischenden Mädels, angeheitert um sie herumtanzenden jungen Männern und riesigen Luftballons in der Menge.

Gutgelaunt und reichlich feuchtfröhlich neigte sich der Abend für uns dem Ende entgegen. Zum Ausklang legten DJs der LPC („Lutzi-Party-Crew“) spitzenmäßige Klassiker der Punkrock-Szene auf von The Offspring, Broilers, Pennywise,… Ein super Abschluss!
Wir waren jedenfalls k.o. vom anstrengenden Tag. Eines noch hinterher:

Einen riesen Respekt an das ganze Lutzi-Team! Es wird von Jahr zu Jahr immer besser und der familiäre Flair bleibt trotzdem vorhanden – Top!

Unser Bericht vom ersten Festival-Tag

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