Donots - neues Album 2018 - Promobild
Donots (Promobild)

Bevor wir euch demnächst ein ausführliches Interview mit Donots zu ihrem neuem Album Lauter als Bomben (VÖ 12. Januar 2018) präsentieren, verrät uns Sänger Ingo seine Hardcore-Punk Roots. Viel Spaß!

1Weißt du noch in welchen Club deine erste Hardcore / Punk Show stattfand? Gibt es den Club heute noch und hast du dort schon einmal selbst auftreten können?

Ingo Donot: Klar, das war im Jugendkulturzentrum Scheune in Ibbenbüren. Dort haben wir am 16. April 1994 unsere erste eigene Show gespielt und ich hab irgendwann Mitte der 90er das Booking des Clubs übernommen. Dann durfte ich mir all meine Lieblings-Punk-und-Hardcore-Bands auf Kosten der Kommune in die Scheune buchen. Wir hatten unter anderem Shows von Green Day, Marky Ramone, …But Alive, NoFX, Strung Out, AFI, H20, Good Riddance oder den Rich Kids On LSD in Ibbenbüren und das waren absolut großartige Zeiten!

2Hast du einen absoluten Lieblingsclub (In deiner Heimat / in Europa)?

Ingo Donot:Ich kann mich echt für die verschiedensten Clubgrößen begeistern. Ich geh in Köln, wo ich derzeit wohne, unglaublich gerne in den Sonic Ballroom für kleine Shows. Ansonsten steh ich auch voll auf Läden wie die Große Freiheit in Hamburg zum Beispiel. Aber das ist ja schon fast kein Club mehr, hehe… Auch sämtliche Clubs, die wir in den USA auf der einmonatigen Tour mit Flogging Molly, Anti-Flag und CJ Ramone gesehen haben, waren grandios.

3Erinnerst du dich an deine erste Hardcore-Punk Platte, die du besitzt hast?

Ingo Donot: Das war damals die „No Control“ von Bad Religion. Ich konnte nicht fassen, wie man so viel Energie, Wut, tolle Chorsätze, Melodien UND dazu noch Message in Songlängen um knapp eine Minute packen konnte. Die Scheibe war für mich absoluter Türöffner zu einem Genre, was mich bis zum heutigen Tage wie kein zweites begeistern kann.

4Wie sieht für dich die perfekte Show aus?

Ingo Donot: Am besten muss irgendwas während der Show kaputt gehen. Es gibt nichts schlimmeres, als Konzerte, die perfekt und minutiös durchgeplant und choreographiert sind. Punk-Shows müssen unberechenbar sein, auf den Moment reagieren können und in jedem Moment Flickflacks ohne Höschen rückwärts schlagen, als würde gleich draußen vor’m Club die Welt untergehen. Wenn dann alle Hits und grüne Flaschen gereicht werden, kann eigentlich nix mehr schiefgehen.

5Was war deine absolute Lieblingsshow, die du besucht hast?

Ingo Donot: Wir haben Mitte der 90er mal mit den Dwarves gespielt und die sind nach 18 Minuten Spielzeit blutüberströmt von der Bühne gegangen, nachdem der Sänger zuerst a la GG Allin vor der Bühne die Leute angeprollt hat, um dann kopfüber ins Schlagzeug zu springen, während der Gitarrist nackt mit Wrestlingmaske sein Plektrum solange durch seine Kimme gezogen hat, bis ein Fingerbreit Scheisse drauf war. Da wurde mir klar, dass in Punk alles möglich und erlaubt ist. Alles kann, alles muss. Außerdem immer noch völlig unfassbar: Ende der 90er At The Drive-In live gesehen. Ein zappeliges Irgendwas aus Groove, Spucke und Fugazi-auf-Speed-Gestus.

6Was war deine absolute Lieblingsshow, die du selbst gespielt hast?

Ingo Donot: Schon ziemlich unfassbar war beispielsweise das Punkspring Festival 2008 in Tokyo, wo wir zur Primetime auf der Hauptbühne der Makuhari Messe zusammen mit Rancid und den Buzzcocks vor 20.000 völlig ausflippenden Japanern gezockt haben. Da denkt man dann wirklich irgendwann, dass man in einem Film ist…

7Gab es eine Show, bei der du dich heute noch ärgerst, dass du nicht dabei sein konntest?

Ingo Donot: Ich hätte einfach wirklich gerne mal eine Show von The Clash oder Johnny Cash gesehen. Aber das ist halt das schwere Los des Zu-Spät-Geborenen.

8Welche bereits aufgelöste Hardcore / Punk Band würdest du am liebsten noch einmal sehen?

Ingo Donot: Siehe oben. Ansonsten bin ich einfach sehr glücklich darüber, dass Jawbreaker wieder was machen. Jetzt dürfen sich Kid Dynamite, Gorilla Biscuits oder CIV gerne nochmal nach Deutschland verirren und dann wäre ich erstmal ganz zufrieden.

9Gibt es eine Person, die dich in Sachen Hardcore/Punk besonders beeinflusst hat?

Ingo Donot: Für viele gute Dinge haben mich Mitte der 90er Markus Wiebusch samt …But Alive und Propagandhi sensibilisiert. Überhaupt war die ganze Szene damals, mit all den Print-Fanzines und Distros draußen vor den Clubs, echt essentiell wichtig für’s tiefere Einsteigen in die Materie.

10Was sind deiner Meinung nach die Top 3 Hardcore Frontmänner (-frauen)?

Ingo Donot: Milo Aukerman von den Descendents und Greg Graffin von Bad Religion beweisen, dass man mit Mittel- und Zeigefinger gleichzeitig ausgestreckt durch die Weltgeschichte reisen kann. Und Henry Rollins ist halt einfach immer noch die coolste Sau. Punkt.

11Was ist für dich die meist unterschätzteste Hardcore/Punk Band?

Ingo Donot: Das gibt es nicht für mich. ÜBERschätzte Bands gibt es aber dafür eine ganze Menge…

12Welche neueren Hardcore-Punk Bands hörst du momentan?

Ingo Donot: Ich höre in der Tat weitestgehend nur ältere Bands, aber zuletzt haben mich u.a. neue Bands begeistern können wie die Worriers, Fjort oder die Pears…

Lauter als Bomb wird am 12. Januar 2018über das bandeigene Label Solitary Man Records erscheinen. Pünktlich zum Release geht es für die Donots außerdem auf Tour:

20.02. DE- Saarbrücken – Garage
21.02. DE – Bremen – Schlachthof
22.02. DE – Hannover – Capitol
23.02. DE – Berlin – Huxleys
24.02. DE – Rostock – MAU Club
06.03. DE – Dresden – Schlachthof
07.03. AT – Wien – WUK
08.03. DE – München – Tonhalle
09.03. DE – Karlsruhe – Substage
10.03. CH – Zürich – Dynamo
20.03. DE – Dortmund – FZW
21.03. DE – Hamburg – Grosse Freiheit
22.03. DE – Köln – Ewerk
23.03. DE – Erlangen – Ewerk
24.03. DE – Wiesbaden – Schlachthof
15.12. DE – Münster – MCC Halle Münsterland

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