Bereits seit letztem Freitag ist In Flesh von Human Issue aus L.A. schon draußen. Irgendwie hab ich mich da im Datum etwas vertan. Aber trotzdem hat die Platte noch ein angemessenes Review verdient.
Hört man die Namen von Band und Album, rechnet man erstmal mit Hardcore, Crust-Punk oder Ähnlichem. Und auch der titelgebende erste Song In Flesh startet erstmal wie ein typischer Hardcore-Song – er geht direkt ins Bein. Aber schon zum Ende des ersten Tracks kommt die Überraschung: Da wird auf einmal das Tempo rausgenommen. Meine Neugier ist geweckt. Das kann ja spannend werden!
Nachdem beim zweiten Song nur der Titel etwas außergewöhnlich ist (The World Is Your Oyster), gibt es beim dritten Song Vice den nächsten Stilwechsel. Diesmal wird es melodischer und der Song geht auch direkt ins Ohr. Hat für mich Title Fight-Vibes.
Und so geht es auch weiter: Jeder zweite Song ist eine Überraschung. Mal gibt es eine Spoken-Word-Performance (Clocks Bow. Trees Frown.), dann folgt wieder ein schneller Hardcore-Song (Medicate). Abgeschlossen wird das Ganze dann mit einer Ballade am Piano.
So wirkt In Flesh fast mehr eine Compilation als das Album einer einzelnen Band. Nach etwas Recherche zu der (mir bisher unbekannten) Band hat sich auch schnell der Grund ergeben: Bei Human Issue handelt es sich mehr um eine Art Kollektiv, das aus dem Pandemie-Solo-Projekt (was sonst?) von Hunter Martinez entstanden ist. Nach ihrem Debut hat die Band zwar inzwischen ein dauerhaftes Line-Up, behält sich aber ihre verschiedenen Einflüsse und Stile bei.
Dieser Mix der Spielarten fällt zwar auf, wirkt aber zu keiner Zeit aufgesetzt oder fehl am Platz. Er macht sogar richtig Spaß beim Hören. Hier ist quasi für alle etwas dabei. Und da die Platte nach 15 Minuten auch schon am Ende angelangt ist, gibt es auch keine Ausreden, nicht mal reinzuhören.
In Flesh ist am 05.Juni 2026 über Smartpunk Records erschienen.

















