Als ich hörte, dass Der Dicke Polizist nach Saarbrücken kam, lag ich gerade am Strand. Der 11. September war bereits ausverkauft und eine Zusatzshow angekündigt. Nur um die Dimensionen klar zu bekommen: in den Karate Klub passen gerade mal 100 Leute rein und dann wirds schon kuschelig. Ohne groß nachzudenken, reservierte ich mir eine Karte, obwohl ich von der Band eigentlich nur ein Lied gut fand… Dazu später mehr….

Risiko Deluxe eröffneten bereits den Vortag. Der Sänger trat in Tütü und Unterhemd auf, Gitarre und Bass waren weiblich besetzt, so dass die Frauenquote an diesem Abend zumindest ansatzweise erfüllt war. Gitarristin Alex hat allerdings gerade ihren Ausstieg verkündet, wer sich bewerben will…. Die Band gibt es schon länger und ich bin mir ziemlich sicher, sie auch schon mal gesehen zu haben.  Musikalisch handelt es sich, wie passend an diesem Abend, um schön rumpeligen Deutschpunk mit eingängigen Texten. Mit dem musikalischen Unvermögen geht die Band gerne hausieren, aber ehrlich gesagt, war das schon sehr schöne Musik zum Mitgröhlen. Highlights sind die drei Oma mit dem Motorrad-Songs, die eine stabile, antifaschistische „Oma gegen rechts“ charakterisieren, die genug von dem Hühnerstall hat. Auch zwei exzellente Coverversionen bereicherten den Band. zum einen gabs das Mülheim-Asozial-Cover Yuppieschweine, zum anderen Mutter, der Mann mit dem Koks ist da von dem legendären T»MA (jaja, googelt ruhig, kleiner Tipp: Hölzel heißt er bürgerlich). Dazu gabs Ansagen gegen rechts. Man muss dazu sagen, an dem Tag spielte die umstrittene Band Weimar vor etwa 2900 mehr Leuten im Saarbrücker E-Werk und der FCS hatte gerade ein Spiel verloren. War trotzdem bislang friedlich in SB geblieben. Ein sehr schöner Auftritt der Band, die auch noch ein bisschen antifaschistisches Merch mitgebracht hat.

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Den Dicken Polizisten hab ich dann tatsächlich unterschätzt. ich kannte wirklich nur Test der Zeit und ein paar Samplertracks und war eher aus einer Bier- bzw. Sonnenlaune dahin. Ich muss sagen, ich war restlos begeistert. Im Laufe ihrer 30jährigen Karriere hat die Band einiges an Hits veröffentlicht, zum Teil als ddp, als man versuchte, seriöser zu wirken. Vielleicht war es auch der eher Fun-Punk-mäßige Bandname, der mich immer etwas abgeschreckt hat. Die Band hat aber durchaus sehr gute Texte und mit Funpunk eigentlich gar nichts am Hut. Und so war ich mehr als erstaunt richtig gute Punkhymnen wie Bambule, Zeitgeist und Datum auf der Rechnung zu hören. Es gelang der Band auch das Publikum zum Mitgröhlen zu animieren. Pogo gabs nicht so viel, aber insgesamt war die Stimmung schon sehr gut. Am Tag davor wars sicherlich etwas voller und bestimmt auch etwas wilder, aber das war schon mehr als ordentlich. Die Band kündigte auch an, ab jetzt nur noch in Karate Klubs zu spielen 🙂 Test der Zeit spielten sie selbstredend nicht, aber dafür hab ich jetzt mit Punkrocksong, der letzten Zugabe, ein neues Lieblingslied. „musik kann auch die welt verändern/ wie ihr alle wisst und dafür gibts den dicken polizist“ Danke dafür!

Grüße gehen raus an 2/4 ex-Steinbeißer, die nach langer Zeit mal wieder ein Konzert gemeinsam besuchten. Eine Band, die ich sehr vermisse.

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– Playlist: Happy Release Day

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