Kylesa ist so eine dieser Bands, deren Namen man immer schon mal gehört hat, die man sich aber bewusst nie angehört hat. Dementsprechend gespannt war ich, diese Sludge-Legende live zu sehen. Überraschend auch bei der doch eher kleinen (aber gut gefüllten) Stummschen Reithalle einen Metality-Stand zu sehen. Hätten sie mich mal angefragt, aber gut, ich war ja eh als Presse da. Auch einige Freunde, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe, waren extra angereist, so dass dem Konzertvergnügen nur noch die mir ebenfalls unbekannte Vorband im Weg stand.

Nee, quatsch, ich wollte nur die Spannung erhöhen. Sonic Circus sind lokale Helden aus Illingen. Seit 2017 aktiv spielen sie Neo-Grunge, der ziemlich eindeutig nach Bands wie Alice in Chains und Soundgarden klingt, mit vereinzelten Einsprengseln von modernen Alternative-Rock-Parts. Ein sehr souveräner Gig bei eher dampfenden Temperaturen. Zum Glück griff das Metality-Team ein und versorgte die Musiker mit Wasser. Man merkte auch, dass durchaus einige Fans im Publikum waren, der Applaus war deutlich zu vernehmen und einen fan haben sie auf jeden Fall mehr jetzt. Das Merchtable blieb den Amis vorbehalten, Sonic Circus boten weder Tonträger noch Shirts an. 9 Songs mit verzerrtem Outro später war dann Zeit für einen kurzen Umbau.

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Zu Kylesa ist vielleicht noch zu sagen, dass die Band fast 10 Jahre inaktiv war und erst seit 2025 wieder zusammen spielt. Wobei die Amis eigentlich nur aus zwei Personen bestehen: Sänger und Gitarrist Philip Cope und Sängerin udn Gitarristin Laura Pleasants. Der Rest sind Session-Mitglieder. Eine zeitlang hatten sie wohl sogar zwei Schlagzeuger, was, naja, etwas merkwürdig ist. Aber im Sludge ist glaube ich auch vieles erlaubt. Meine Bekannten, die sehr viel mehr Ahnung von der Band haben als ich, meinten auch Spielfehler ausgemacht zu haben, vor allem am Anfang. Kann ich nix zu sagen, Spielfehler fallen mir grundsätzlich nie auf. Ich hätte vermutlich auch nix merkwürdiges an der Poison-Show bei den MTV Music Awards 1991 entdeckt (ich erwähne das nur, weil ich im Anschluss an das Konzert The Story of Hair Metal geguckt habe und noch irgendwie empfehlen wollte).

Ich hab nicht so viel Ahnung von Sludge, deswegen lasse ich die kollegen von Wikipedia zu Wort kommen: „Die Band kombiniert klassischen Heavy Metal mit Einflüssen von Doom Metal, Stoner Rock und Punkrock.[9] Ein Markenzeichen ist der Einsatz von drei gleichwertigen Sängern, bei dem sich Kreischgesang mit klarem Gesang und der Stimme von Sängerin Laura Pleasants abwechseln. Die Idee ist dem Hip-Hop entlehnt.“ (Wikipedia, Versionsgeschichte siehe dort, Hauptanteil hat der von mir sehr geschätzte Siechfred). Hip-Hop gabs aber keinen zu hören, der Wechselgesang passt hervorragend zu der Band, die Aggressivität macht sich nicht durch Gepolter bemerkbar, sondern durch den eher langsamen Aufbau, der sich immer mal wieder steigert. Hörenswert waren unter anderem Said and done, 
Unknown Awareness, Running Red, Scapegoat  und Tired Climb. Danke an Steffi fürs mitschreiben, es gab nämlich keine Setlist zum Abfotografieren und auch nur wenige Ansagen.

Was soll man sagen: wieder mal ein fantastischer Abend in NK-Rock-City. Danke dafür!

 

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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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