lovelovelove-olgod-lovegod Split
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Da hat mich mein Kumpel Hannes gefragt, ob ich ein Review zu ihrer neuen Platte schreiben mag. Klar, hab ich gesagt. Hannes spielt bei Ølgod, davor war er bei Pfund. Meine Frau hatte sogar mal einen Pfund-Aufkleber auf ihrem alten Auto. Aber egal.

Bei der Platte handelt es sich um eine Split mit LOVE•LOVE•LOVE aus Lübeck. Die sind mit Ølgod aus Kiel schon lange befreundet. Da lag eine gemeinsame Platte eigentlich auf der Hand. Aus den beiden Bandnamen wurde LØVEGOD. Erschienen ist die Split bei Electric Valley Records.

Sludge landet bei uns auf AWAY FROM LIFE eher selten auf dem Plattenteller. Aber hey, manchmal lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Und auf der Side LØVE steckt zwischen all dem Metal ja auch ein bisschen Post-Hardcore. LOVE•LOVE•LOVE frickeln zwischendurch ziemlich schräg an der Gitarre. Da hört man schon, dass die spielen können. Und wenn der Sänger so richtig loskeift, wird’s stellenweise so eisig wie beim Black Metal aus dem hohen Norden.

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Die Texte? Meine Fresse. Wann habe ich zuletzt so kranke Lyrics gelesen? Bei Vincent hat’s irgendwann Klick gemacht. Amsterdam, das metrische System, der versehentliche Schuss auf Marvin – das ist Pulp Fiction. In S.L.I.W.U.I.D.K.A. gibt’s Maden in den Schuhen und Nägel in den Augen. Like Flies und 2246 lese ich politischer. Da geht’s um Lügen, um Menschenleben, die im Spiel um Macht nichts zählen, und um den Ruf nach einem starken Führer. Manches bleibt mir auch mit Textblatt rätselhaft. Alles in allem gefällt mir die Seite aber ziemlich gut.

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Auch das Cover lohnt einen zweiten Blick. Zwischen den Rissen verstecken sich ein kleiner “Antifascist“-Schriftzug, ein „Good Night White Pride“-Motiv und sogar ein Black-Sabbath-Logo.

Platte umdrehen. Auf der Side GOD sind Ølgod dran, und musikalisch ist das eine ziemlich andere Nummer. Ihr Sludge klingt wärmer und groovt stellenweise bestialisch. Leeches hat mich direkt gepackt. Da trifft Fynns Grollen auf den melodischen Gastgesang von Jan Moritz Plewka. Ich hab seit Ewigkeiten kaum noch was in die Richtung gehört, aber Pepper Keenan und Electric Wizard kamen mir dabei in den Kopf. Ich kann die Songs förmlich riechen. Patchouli und Weed. So einen pfundschweren Groove will ich in einem JUZ hören, wo die Schuhe am bierverklebten Fußboden kleben bleiben.

Textlich geht’s ähnlich unappetitlich weiter. In Leeches kriechen kleine Viecher aus dem Rückgrat und übernehmen die Kontrolle über die Gedanken. Dazwischen liest sich Paradise fast wie ein Liebeslied, während Argens für mich eher davon handelt, sich für jemanden selbst aufzugeben. Und in Drainspawn wächst irgendwas im Körper heran, während einem Blut und Gedärme aus der Nase kommen. Mahlzeit.

Ølgod gefallen mir am Ende einen Tick besser. Weniger Gefrickel, mehr Groove, da bleib ich einfach eher hängen. Als Ganzes ist LØVEGOD ein starkes Stück geworden. Die beiden Bands klingen unterschiedlich genug, dass sich das Umdrehen der Platte wirklich lohnt. Und der DIY-Gedanke passt sowieso hierher. Ølgod haben ihre vier Songs im Schützenbunker aufgenommen und gemeinsam mit Ole Renders produziert. Wer mal Lust hat, ein bisschen abseits von Punk und Hardcore zu wildern, dem kann ich die Split ans Herz legen.

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Tracklist

Side LØVE · LOVE•LOVE•LOVE

  1. Vincent
  2. S.L.I.W.U.I.D.K.A.
  3. Like Flies
  4. 2246

Side GOD · Ølgod

  1. Leeches
  2. Paradise
  3. Argens
  4. Drainspawn
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– Playlist: Happy Release Day

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