Rancœur aus Nancy und Battery March aus Boston teilen sich eine Split-7″ mit jeweils zwei bisher unveröffentlichten Aufnahmen. Herausgebracht wird das Ganze gemeinsam von Amor Fati Records, Kanal Hystérik und Contra Records.
Rancœur: Kalter Sound, der die Seele berührt
Dass ich Rancœur von der ersten Sekunde an liebe, muss ich wohl nicht mehr groß erzählen. Inzwischen habe ich auch die Bandmitglieder kennengelernt und kann nur sagen: Das sind einfach mega Typen. Aber zur Musik.
Sueurs Froides heißt der erste Song. Bei dem Titel muss ich an Hitchcocks gleichnamigen Film denken, der im Original „Vertigo“ heißt und auf dem Roman „D’entre les morts“ von Boileau-Narcejac basiert. „Froides“, also „kalt“, passt jedenfalls bestens zur Musik: Rancœur liefern ihren vertrauten kalten Sound, mischen hier noch eine ordentliche Portion Dunkelheit hinein und spielen das Ganze mit ordentlich Tempo.
Mit La Peur du Futur sprechen sie aus, was viele gerade fühlen: die Angst vor der Zukunft. Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, zu viel darüber nachzudenken. Seitdem geht es mir wesentlich besser. Musikalisch hat der Song mehr Melodie als das erste Stück und trägt trotzdem ganz klar diese unverkennbare Rancœur-Handschrift. Manche Musik hört man einfach, andere löst Gefühle in einem aus. Für mich ist Letztere immer die bessere. Rancœur schaffen es auch hier wieder, mich in der Seele zu berühren. Genau das macht diese Band für mich aus. Klasse Song!
Battery March: Harter Oi! mit französischem Touch
Battery March liefern ebenfalls zwei Songs, einen davon sogar auf Französisch: Les Regrets de Demain, frei übersetzt etwa „Was wir morgen bereuen“. Französische Texte sind bei ihnen allerdings nichts Neues. Schon auf ihrem Debütalbum Winter in America gab es französischsprachige Songs. Dabei kommen Battery March aus Boston. Und das hört man: Im Vergleich zu Rancœur gehen sie deutlich ruppiger und härter zur Sache. Trotzdem bleibt genügend Melodie übrig, um nicht in die Sparte Rumpel-Oi! zu fallen. Und der Bass wummert wie Sau.
Dazu kommt mit Getting Things Done ein Cover von The Astronauts. Unterm Strich sind das zwei geile Songs, die ich eher dem klassischen, harten Oi! zurechnen würde, mit einem kleinen französischen Touch.
Beim Blick auf Spotify hat mich allerdings gewundert, wie wenig Aufmerksamkeit diese Band dort offenbar bekommt. Ich kann sie jedenfalls wärmstens empfehlen. Nico von Bordsteinkante hatte mir das Debüt damals ans Herz gelegt und lag damit absolut richtig.
Handarbeit und 550 Exemplare ohne Nachpressung
Auch bei der Gestaltung steckt Handarbeit drin: Das Artwork stammt von Iseult Brault, die Grafikgestaltung von Julien Tendresse, der außerdem Sänger von Rancœur ist. Von seiner Tendresse Sérigraphie wurde das Ganze im Siebdruck von Hand bedruckt. Für das Remastering war Stef vom Disvlar Studio zuständig. Die Auflage ist auf 550 Exemplare limitiert, eine Nachpressung ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Eine saugeile Split. Klar kann man das Ganze auf Bandcamp oder Spotify streamen. Aber wahre Fans holen sich die Scheibe.
Tracklist
- Rancœur – Sueurs Froides
- Rancœur – La Peur du Futur
- Battery March – Les Regrets de Demain
- Battery March – Getting Things Done (The-Astronauts-Cover)

















