ROGERS – Interview mit Sänger Chri zu „Augen auf“

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Mit ihrem neuen Album „Augen Auf“ vollführen die aus Düsseldorf stammenden Rogers eine leichte Stilwende, welche vielerorts positiv wahrgenommen wird.
Wie sie dieses wahrnehmen erfahrt ihr u.a. in unserem Interview mit Sänger Chri…eine Frage bleibt allerdings noch offen…was hat das ganze mit Schuhen zu tun?!

„Wir hassen Faschos, religiöse Fundamentalisten und alle anderen Menschen, die so weit einen an der Klatsche haben, dass mit ihnen ein weltoffenes und friedliches Leben nicht möglich ist…“

 

Interview mit Chri, von den

AFL: Mit eurem neuen Album „Augen Auf“ habt ihr eine Weiterentwicklung durchschritten, die mir wirklich richtig gut gefällt und ich bin dazu hingerissen zu sagen, dass ihr den Kinderschuhen entwachsen seid. Was würdet ihr mir daraufhin entgegnen oder würdet ihr mir Recht geben?

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Chri: Hallo zusammen! Ja, wir tragen nur noch Sneaker. Man muss mit der Zeit gehen (haha, witzig weil es geht um Schuhe…). Wie war die Frage noch gleich?!

AFL: Wie seht ihr die Weiterentwicklung der ROGERS? Was ist seit den JOLLY ROGER Zeiten anders für euch?

Chri: Bis auf die wunderbare und verrückte Tatsache, dass wir es nicht gedacht hätten, einmal so viel Spass mit mittlerweile so vielen Menschen dort draußen zu haben eigentlich nicht viel. Zumindest nichts am Zusammenleben in der Band.

AFL: Wie denkt ihr darüber, dass euer Label PeopleLikeYou  mittlerweile an einem Major-Zipfel hängt? Gab es für euch auch mal Wechselgedanken oder stand das aufgrund der guten Zusammenarbeit immer außer Frage?

Chri: Deine Schuhe gefallen mir auch wirklich sehr, hab ich dir das schon gesagt?

 

„…und haben keinen Bock auf diese sogenannte Deutschrockszene. Ob die Bands Nazis sind hin oder her, die meisten Leute die da vor der Bühne rumlaufen haben leider einen an der Waffel.“

 

AFL: Ihr seid eine Band, die immer das sagt, was sie denkt. So bezieht ihr auch politisch immer Stellung. Seht ihr euch auch klar einer politischen Szene zugeordnet oder ist euch das zu Schubladenhaft, bzw. wollt dieses auch gar nicht, da ihr mit gewissen Szenen nicht in Gänze übereinstimmt?

Chri: Wir haben mit den Jahren für uns unsere eigene Art der Politik gefunden, die in unserem kleinen Bandkosmos und engsten Freunden wirklich sehr gut funktioniert. In der Band, zum Beispiel, beschließen wir alles Basisdemokratisch. Jeder hat seine Stimme, jeder hat seine Meinung und im Endeffekt wird dann das gemacht, womit alle zufrieden sein können. Mit dieser Interviewfrage könnte ich nun ganze Seiten füllen. Deswegen sag ich es jetzt einfach ganz wortkarg. Wir hassen Faschos, Religiöse Fundamentalisten und alle anderen Menschen die so weit einen an der Klatsche haben, dass mit ihnen ein weltoffenes und friedliches Leben nicht möglich ist und haben keinen Bock auf diese sogenannte Deutschrockszene. Ob die Bands Nazis sind hin oder her, die meisten Leute die da vor der Bühne rumlaufen haben leider einen an der Waffel.

AFL: Hand aufs Herz…wie sehr gingen euch in den letzten Jahren die Broilers-Vergleiche auf den Sack?

Chri: Kennst du die Toten Hosen? Die sind auch echt gut und kennt fast noch niemand.

AFL: Gerade das Einbringen von bisher eher Rogers-untypischen Stilen gefällt mir auf „Augen Auf“  gut. Was hat euch dazu hingerissen? War es Zeit für Veränderung?

Chri: Nein, wir haben uns nicht hingesetzt und haben gesagt ‚Jetzt machen wir alles anders!‘. Diese Songs sind, so wie immer, aus dem Bauch und dem Herz heraus entstanden.

 

„Nee, war saufen und Musik machen. Wölfi hat immer in der Kneipe gegenüber gegammelt.“

 

AFL: Ihr seid auch immer ordentlich am Touren. Was gefällt euch hierbei am Wenigsten und was läuft so in eurem Tourbus im Abspieler?

Chri: Du hast es ja bereits angesprochen. Um die langen Autofahrten reißen wir uns natürlich nicht. Obwohl wir doch schon immer Wege finden uns die Zeit zu verschönern und zu verkürzen.

AFL: Wie denkt ihr über diese sogenannten Deutschrock-Kapellen und Punkbands, die zwischenzeitlich ihren Stil dem Trend angepasst haben.

Chri: Siehe oben.

AFL: Eure Musik stellt für euch ja auch garantiert immer ein Ventil dar. Wie wichtig ist euch neben dem Druck ablassen auch die Aufklärung und vielleicht sogar auch etwas positive Beeinflussung eurer Hörer?

Chri: Wir wollten nie die Mutter Teresa spielen. Aber ich glaube schon, dass wir relativ entspannt und mit einem guten Karma Konto durchs Leben laufen und würden uns freuen, wenn andere gleichermaßen mit sich im Reinen sind.

AFL: Euer Cover-Artwork von „Augen Auf“ geht, meiner Meinung nach, in die Richtung hinhören und dagegenreden. Liege ich damit richtig und wenn nicht, was soll es denn aussagen? 

Chri: Wenn sich das für dich richtig anfühlt, liegst du damit goldrichtig!

AFL: Die Festivalsaison neigt sich nun langsam dem Ende entgegen. Was waren eure Highlights als Band und geht ihr privat auch noch auf Festivals?

Chri: Das Beste wie eh und je, die gemeinsame Zeit mit unserer Crew, engen Freunden, Fans. Das sind Momente die man für immer bei sich trägt und jeden Kilometer, den man auf der Autobahn abreißt, wert sind. Am besten fand ich es immer, wenn ein See und Schwimmbecken in der Nähe war. Nach dem Konzert schwimmen – Beste!

AFL: Nico hat unlängst gesagt, dass ihr euch noch nie so frei gefühlt und ohne Zwänge einfach das gemacht habt, worauf ihr Bock hattet. Was hat euch vorher darin gebremst? Waren es äußere Faktoren oder wolltet ihr die Fans der ersten Stunde nicht vergrämen und lieber beim Anfangsstil bleiben?

Chri: Ich denke er meinte damit, dass wir durch die ganzen Erfahrungen, die wir sammeln durften, uns im Vergleich zur letzten Platte auch musikalisch wie auch technisch spielerisch nochmal mehr und somit auch freier ausdrücken konnten, wie wir wollen.

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AFL: Die Erstauflage eurer neuen CD beinhaltet noch eine Bonus-CD eures Partygesichts Roberts, auf der ihr diverse Gassenhauer ins Punkrock-Gewand zwängt. Wie kam es zu der Idee und wie wichtig ist euch neben der Politik die Party?

Chri: Politik und Party sollten schon das Gleichgewicht halten. Die Rogers wollen anecken, wollen Denkanstöße geben und wollen aber auch ernst genommen werden. Aber wir sind halt auch keine verbitterten Kerle, die zum lachen in den Keller gehen. Jeder der uns mal live beigewohnt hat, sollte das wissen. Für alle, die das nicht wissen, gibt es jetzt diese tatsächliche Schnapsidee mit den Roberts. Was da noch passiert? Wer weiß. Erstmal müssen wir die Schweine finden und ihnen, dafür das sie sich einfach in unseren CD Schieber geschlichen haben, ordentlich die Ohren lang ziehen.

AFL: Wie verliefen denn die Aufnahmen zur Bonus-CD? Habt ihr die Spur für Spur aufgenommen oder habt ihr gefeiert und nebenbei lief das Band mit? Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Wölfi und Monchi dabei, die ja auch Gastparts übernehmen.

Chri: Nee, war saufen und Musik machen. Wölfi hat immer in der Kneipe gegenüber gegammelt.

AFL: Auf welchen Song  vom neuen Album freut ihr euch, in Bezug auf die kommende Tour im Januar, am meisten und warum?

Chri: Auf den dem mit dem Fis am Anfang. Ich liebe das Fis.

AFL: Gibt es noch etwas, was ihr uns auf den Weg mitgeben wollt?

Chri: Scheiss auf das C#, das Fis ist der Shit.


ROGERS auf Tour 2018:

25.01. Bremen – Tower
26.01. Münster – Sputnikhalle
27.01. Köln – Gebäude 9
31.01. Wien – Arena
01.02. München – Backstage
02.02. Stuttgart – Goldmarks
03.02. Wiesbaden – Schlachthof
05.02. Secret Gig
06.02. Saarbrücken – Kleiner Klub
07.02. Zürich – Dynamo
08.02. Nürnberg – Z-Bau
09.02. Leipzig – Conne Island
10.02. Berlin – Musik&Frieden
15.02. Hannover – Musikzentrum
16.02. Hamburg – Logo
17.02. Essen – Zeche Carl

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Die Spotify-Playlist zu unserem Jahresrückblick: Best-Of Hardcore-Punk 2020:

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