Vinnie Stigma Autobiografie - The Most Interesting Man in the World (2024)
Vinnie Stigma Autobiografie - The Most Interesting Man in the World (2024)

Bei Musikbiografien kann meist man den abgedroschenen Spruch „Kennste eine, kennste alle“ anbringen. Mal mehr oder weniger spannend schwelgen Musiker in der Retrospektive und erzählen darüber wie hart der Aufstieg zum Rockstar war, wie ausschweifend das Tourleben und wie anstrengend Bandkollegen sein können. Häufig fangen solche Bücher spannend an, verpuffen aber in der Regel genau so schnell.

Bei der lebenden Legende Stigma sieht es da schon anders aus. Seine jüngst erschienene Biografie Der interessanteste Mann der Welt ist erfrischend anders. Natürlich gibt es auch die Standardthemen wie oben bereits beschrieben. Stigma und sein Co-Autor Howie Abrams (Regisseur unzähliger Musikvideos sowie Reportagen über NYHC) halten sich da aber echt kurz und schlachten nicht jedes Detail aus. Auch das Gossip-Girl bleibt stumm, vielmehr wird geachtet, geschätzt und gelobt.

Unterm Strich bin ich immer dankbar für das, was ich habe. Das Letzte, was ich will ist, dass irgendwer, den ich nicht mal kenne, sagt: Vinnie Stigma – der ist ein richtiger Rockstar-Arsch.

Beim Lesen erhält man einen Einblick in die Persönlichkeit eines der Gründungsmitglieder des NYHC und erlebt Stigma wie er fast immer ist: Freundlich, zuvorkommend und nett. Und meist auch irgendwie anders.

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Genau wie das Buch, welches neben den Erlebnissen des Musikers auch Familienrezepte seiner berühmten Pastasaucen enthält. Und einen Comic, in der Stigma-man u.a. seine Neighbourhood in der Lower East Side (wo er immer noch wohnt) von einer Horde bösartiger Gentrifizierer befreit, einer älteren Dame über die Straße hilft und einen Hundewelpen vor dem Feuertod rettet. Wunderschön auch eine Kindergeschichte mit dem Titel „Die Nase“, in der Vinnie seine Erfahrungen mit Hänseleien verarbeitet.

Summa summarum hat der Verlag Iron Pages aus Berlin (Herausgeber ist u.a. Matthias Mader, der selbst verschiedene Bücher über den HC in New York oder Boston verfasst hat) alles richtig gemacht, mit Vinnie Stigma – Der interessanteste Mann der Welt, eines der Musikbücher des Jahres herauszubringen. Die deutsche Übersetzung ist wirklich gelungen, wobei das Original aufgrund des NY-Slangs noch einen Tacken mehr punktet. Einziges Manko sind die fehlenden Informationen zu den zahlreichen Fotos im Buch. Da hätte man gerne etwas mehr gewusst.

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– Playlist: Happy Release Day

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