10 Records Worth To Die For: #277 mit Jan (Shaytan)

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Jan (Shaytan)
Jan (Shaytan)

Die saarländischen Shaytan haben eine neue Platte veröffentlicht (Review findet man hier!). Aus diesem Anlass hat sich Gitarrist Jan die Mühe gemacht und uns seine zehn wichtigsten Platten vorgestellt. Viel Spaß damit!

1Black Sabbath – Sabbath Bloody Sabbath (1973)

Nach meiner, durch meine Schwester geprägte, musikalische Frühsozialisation in Form von Queen und Kiss kam es recht früh zum musikalischen Urknall in Form von Black Sabbath. Gerade die Phase von 1971 bis 1973 ist aus meiner Sicht unantastbar, über alles erhaben und immer noch nicht totzuhören. Insofern könnte hier auch Master of Reality oder Vol. 4 stehen. Die Entscheidung für Sabbath Bloody Sabbath ist somit eher tagesformabhängig. Nichtsdestotrotz setzt man hier neue Maßstäbe und findet die richtige Balance zwischen Experimentierfreudigkeit und der bekannten Härte. Der Titeltrack, Kiliing Yourself To Life, A National Acrobat, Sabbra Cadabra, Spiral Architect; keine weiteren Fragen….

2Black Sabbath – Heaven and Hell (1980)

Wer A sagt muss auch B. Insofern gilt auch für mich, dass die Dio-Ära von Black Sabbath auf Augenhöhe mit der Ozzy-Ära. Die ewigen Diskussionen was besser ist, konnte ich noch nie nachvollziehen. Warum sollte man sich für eine Seite entscheiden, wenn man beides haben kann. Alle vier Alben der Ära sind ebenfalls unantastbar, warum also der erste Streich von 1980? Der Titeltrack und Die Young sind einfach die größten Hits!

3Deep Purple – Fireball (1971)

Auch wenn aus meiner Sicht nichts an Tony Iommi vorbeigeht, kommt knapp dahinter Ritchie Blackmore. So sehr ich die MK III Besetzung mit dem zweistimmigen Gesang von Coverdale/Hughes liebe, in Sachen Intensität und Härte geht nichts an der MK II Besetzung mit Ian Gillan vorbei. Auch wenn Fireball nicht die großen Hits hat, ist es aus meiner Sicht doch das kompletteste Album der Band in den 70ern.

4Lynyrd Skynyrd – Nuthin‘ Fancy (1975)

Mehr oder weniger beiläufig bin ich 1995 auf einer Klassenfahrt über Lynyrd Skynrd gestolpert, was auch gleichzeitig mein Einstieg in den Southern Rock war. Neben Skynyrd stehen dabei auf Augenhöhe vor allem die Allman Brothers Band sowie deren Ableger Gov’t Mule. Aber mit Skynyrd hat halt alles angefangen. Auch wenn die großen Hits auf dem Debut Pronounced stehen, so ist Nuthin‘ Fancy für mich doch das rundeste Album der Band.

5Rainbow – Rising (1976)

Und natürlich komme zumindest ich, ähnlich wie bei Black Sabbath, auch nicht bei Ritchie Blackmore um die Kehrseite der Medaille herum, was in diesem Fall Rainbow als Counterpart zu Deep Purple sind. Und wenn ich von Rainbow spreche, dann natürlich in erster Linie von den ersten drei Platten der Dio-Ära. Alle drei sind Klassiker und nahezu auf Augenhöhe, trotzdem strahlt Rising vielleicht noch ein kleines bisschen mehr heraus und allen voran natürlich sein Magnum Opus Stargazer. Was Zeppelin mit Kashmir und seinen orientalischen Einflüssen gestartet haben, greift Blackmore hier auf, macht es sich zu eigen und führt es hier auf seine ganz eigene Weise in perfekter Weise weiter. Stargazer ist dabei der Prototyp und Blackmore wird dies in den Folgejahren bei Gates Of Babylon, Perfect Stranger oder auch The Battle Rages On immer mal wieder aufgreifen.

6Alice In Chains – Dirt (1994)

COC, Soundgarden, Kyuss und auch Monster Magnet griffen in den frühen 90ern alle mehr oder weniger offensichtlich den Faden von Black Sabbath auf und verwebten deren Ursuppe gekonnt mit eigenen Einflüssen und im zeitgeistlichen Gewand, woraus auch viele Klassiker dieser Zeit entstanden. Nichtsdestotrotz kommt meiner Meinung nach keine der genannten Bands dichter an das Orginal was Stimmung und Atmosphäre angehen als Alice In Chains. Der zweistimmige Gesang gepaart mit dem Riffing von Jerry Cantrell ergeben aus meiner Sicht eine schwer zu übertreffende Intensität. Was auf dem Debut Facelift bereits richtig gut ins Rollen kommt, wird zwei Jahre später auf Dirt perfektioniert.

7Black Sabbath – Cross Purposes (1994)

Auch wenn sich die meisten im Hinblick auf Black Sabbath eher auf die Ozzy- und/oder Dio-Ära beziehen, ist aus meiner Sicht auch die Tony Martin Phase essentiell. Dabei sticht Cross Purposes meiner Meinung besonders hervor, da man sich beim Riffing auch wieder stärker an den eigenen Wurzeln der 70er orientiert und sowohl das Songwriting als auch die Produktion zeitloser erstrahlen als auf Headless Cross und Co. Darüber hinaus ist es auch das einzige Album der Ära mit Geezer Butler am Bass. Die Welt ist also vollends in Ordnung!

8Down – Nola (1995)

Die Vorabsingle Stone The Crow lief damals im Headbangers Ball; also am nächsten Tag in den Plattenladen und die Platte vorbestellt; Kauf am Releasetag. Was soll man sagen auch nach gut 30 Jahren ist Nola immer noch der perfekte Bastard zwischen Sabbath und Skynyrd. Von Anfang bis Ende eine Runde Sache. Man kann von Phil Anselmo halten was man will, aber an dieser Platte kommt man nicht vorbei!

9Spiritual Beggars – Mantra III (1998)

Nachdem ich eher zufällig, in Form eines Reviews, zwei Jahre zuvor über den Vorgänger entdeckte, hatte ich diesen Release schon weit im Vorfeld auf dem Schirm. Auf Mantra III debütiert dann auch zum ersten Mal die Orgel als festes Element im Soundkosmos der Band, was mir den besonderen Kick gibt. So ergibt sich ein einzigartiger Bastard aus Black Sabbath, Deep Purple und allerlei 70’s Feeling mit dem dazugehörigen Dreck unter den Fingernägeln. Dazu das röhrende Organ von Spice in Verbindung mit den spielerischen Fähigkeiten von Michael Amott und Per Wiberg an Gitarre und Orgel, was die Band deutlich von einer Vielzahl an Zeitgenossen in den 90ern abhebt.

10Spirit Caravan – Jug Fulla Sun (1999)

Bereits 1997 bin ich zufällig über die Shine-Single Lost Sun Dance/Powertime auf die Band gestoßen und habe in der Folgezeit immer wieder den lokalen Plattenhändler mit regelmäßigen Nachfragen zum Album-Release genervt. Einen Namenswechsel und zwei Jahre später war das Album dann endlich da und lief dann auch auf Dauerrotation. Wino at his best! Auf Augenhöhe mit den The Obsessed Klassikern Lunar Womb und The Church Within ist Jug Fulla Sun noch einen Tick dichter an den 70er Black Sabbath dran; was will man mehr.

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