Booze & Glory - Hurricane (2019)
Booze & Glory - Hurricane (2019)

Als ich vom neuen Album von Booze & Glory hörte, war ich gespannt, aber auch etwas besorgt. Ich hatte sie auf dem Ruhrpott Rodeo 2018 erlebt, mit Keyboarderin und sah einen eher saftlosen Gig, der absolut nicht mit dem übereinstimmte, was ich bei einem Clubbesuch ein Jahr vorher erlebt hatte (siehe hier). Und dann gab es immer wieder Stimmen, die von einem Stilwechsel berichtete. Nun, jetzt liegt das neue Album vor und ich kann sagen, die Befürchtungen haben sich zwar nicht als ganz grundlos erwiesen, aber das Album Hurricane ist bärenstark geworden.

Booze & Glory vermischten ihren Oi! immer schon mit peppigen Melodien, von daher ist die etwas poppigere Ausrichtung ihres immerhin schon fünften Albums jetzt auch keine so große Überraschung. Das „schwarze Album“ ist es jedenfalls nicht geworden. Sondern eben ein wirklich starkes Album mit einigen Hits. Das geht schon beim Eröffnungstrack Never Again los, eine Ansage gegen Rassismus. Ticking Bombs reiht sich dann ein in eine Reihe von Durchhalteklassikern, für die die Band so bekannt ist, bevor bei Ten Years dann die Bandgeschichte besungen wird.

Live It Up ist ebenfalls ein weiterer Durchhaltesong. Anschließend folgt ein wahrer Hit-Song: The Guv’nour, der vom britischen Boxer und Türsteher Lenny McLean handelt, eine Legende in England und insbesondere im East End von London. Der Titelsong handelt nicht von einem weiteren Boxer, das hat Bob Dylan ja schon gemacht (Hurricane). Der Song ist ebenfalls ein Hit und behandelt das Aufwachsen und Älterwerden.

So, das war die eine Hälfte des Albums, Zeit für euch die nächste zu entdecken.  Dort hat sich auch der Fußballsong Three Point, der natürlich West Ham gewidmet ist und eine besondere Überraschungs versteckt: I’m Still Standing, ein Elton-John-Cover. Vielleicht ein bisschen cheesy, aber nichtsdestotrotz unterhaltsam. Das Original ist schon ein fantastischer Song. Die Booze & Glory-Version ist natürlich wesentlich härter, wobei versucht wurde, die Melodie im Refrain aufrechtzuerhalten, was den Song schon etwas  seltsam wirken lässt. Aber ich finde, er wirkt auch in dieser Version. Die Produktion ist ebenfalls super geworden. Niemand geringeres als Millencolin-Gitarrist Mathias Färm war dafür verantwortlich.

So, also, was soll ich sagen: ein großartiges Album ist es geworden, wenn auch etwas anders als erwartet. Übrigens ist die Band nicht mehr bei Burning Heart, sondern hat nun ihr eigenes Label Scarlet Teddy Records gegründet.

1. Never Again
2. Ticking Bombs
3. Ten Years
4. Live It Up
5. The Guv’nor
6. Hurricane
7. My Heart Is Burning
8. Goodbye
9. Darkest Nights
10. I’m Still Standing
11. Three Points
12. Too Soon

Booze & Glory Live 2019 (Support: Giuda + Analogs)

21.11.2019: Hamburg, Knust
23.11.2019: Köln, Club Volta
04.12.2019: Frankfurt, Das Bett
05.12.2019: Saarbrücken, Garage
06.12.2019: Weinheim, Café Central
07.12.2019: München, Backstage / Halle
08.12.2019: Wien (AT), Viper Room
12.12.2019: Cham, La Cham
13.12.2019: Nürnberg, Hirsch
17.12.2019: Hannover, Musikzentrum
18.12.2019: Osnabrück, Bastard
19.12.2019: Essen, Turock
20.12.2019: Berlin, SO36
21.12.2019: Leipzig, Conne Island

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc (Archivversion: http://archive.iamhavoc.de/), veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier.

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