Der gestreckte Mittelfinger #9 erscheint tatsächlich zum 25. Geburtstag. Nun sind 9 Ausgaben in 25 Jahren nicht besonders viel, sagen wir mal Herausgeber Falk Fatal ist sehr umtriebig und hatte wohl einiges sonst noch zu tun. Unter anderem erschienen drei Bücher, der Polytox Podcast sowie diverse weitere Beiträge für andere Fanzines und bei Front ist er ach noch aktiv. Nun hatte er wieder Bock auf den Mittelfinger und wie schon SDP sagten: man hat oft gar nicht so viele Mittelfinger, wie man eigentlich bräuchte. Das schöne Titelbild zeigt den Grafen von Orlok und in dessen Maul befindet sich auch das Schwerpunktthema der Ausgabe: Konzerte, Konzerte, Konzerte. Nicht nur Konzertberichte, sondern auch Hinter-die-Kulissen, Erfahrungsberichte und Interviews.
Kein Mensch ist eine Insel und so finden sich auch mehr oder weniger prominente Namen in der Ausgabe.Hier ein Auszug: Philipp Bäppler Bäppler (Human Parasit Fanzine), Bene Maltese, Bocky A. Rantz (Poltyox Zine/Punkrock), Stefano Stiletti (Pankerknacker), Jan Röhlk (Trust Fanzine), Mika Reckinnen (Trust Zine), Stephan Rosenmüller (MY RUIN/Drachenmädchen), Cornelius Koog (German Compliment Zine), Möb (Snob Value), Turbotorben (Rohrpost Zine) und Daniela Düsenberg (We’re coming back Zine),
Es freut mich sehr, das auch unser geschätzter Kollege Steve Schiltz (Glückwunsch zur Hochzeit!) am Start ist, der über eine Veranstaltung schreibt, die er selbst auf die Beine gestellt hat. Die könnt ihr allerdings nicht nur im Mittelfinger lesen, sondern auch bei uns, nämlich genau hier. Daneben sind der sehr geschätzte Andreas Cräck mit einer Story über das Kein Bock auf Nazis Festival in Kusel.
Jan Röhlk vom Trust gibt sein erstes Punk-Metal-Konzert mit Solitray Confinement und dem Lemming Project zum Besten. Interviews gibt es mit Bubonix, Toxoplasma, den Stage Bottles und Amen 81. Etwas ungewöhnlich sicherlich die Berichte zu Matthias Reim und den Kastelruther Spatzen. Bei ersterem geht es auch eher um die trunkenen Erlebnisse auf der An- und Hinreise bis zum Abriss, während ich die Spatzen nicht entdecken konnte, dafür aber die Schürzenjäger. Die kann ich aber genauso wie die Spatzen nicht mal ironisch hören. Wenigstens haben die Schürzenjäger im Gegensatz zu den Spatzen nix mit Frei.Wild zu tun. Der Bericht ist aber ebenso witzig wie der zu Reim, nur kürzer. Nicht gefallen hat mir der Bericht zu Knochenfabrik, auch weil ich die Band jetzt mehrfach erlebt habe und immer geil fand, der Bericht mir aber irgendwie zu ironisch ist. Egal, ich muss nicht alles feiern, was in dem Zine steht. Daneben gibts noch ein paar Plattenkritiken, was bei einem zum ersten mal in 13 Jahren erschienen Zine jetzt nicht gerade, naja, nötig gewesen wäre. Aber lesen sich auch gut. Am Schluss gibts dann noch 50 Jahre Punk mit Falk Fatal.
Fazit: ein sehr schönes, liebevoll designtes Old-School-Fanzine, das für einen Fünfer super viel Lesestoff bietet. Bei einem guten Glas Dosenbier kann man das Ganze jedenfalls sehr genießen!

















