Feine Sahne Fischfilet (Bild von Bastian Bochinski, 2022)
Feine Sahne Fischfilet (Bild von Bastian Bochinski, 2022)
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WTF Records

Feine Sahne Fischfilet haben über ihre sozialen Kanäle ein Statement zu den Vorwürfen, die auf ein anonymem Blog gegen Frontmann Monchi erhoben wurden, abgegeben. Nach den Schreiben der Band, findet ihr auch noch einmal die Anschuldigungen des Blogs.

Statement von Feine Sahne Fischfilet

Liebe Leute,

viele von euch haben mitbekommen, dass im Netz diffuse Anschuldigungen und Gerüchte gegen Monchi und die Band vorgebracht wurden. Als die Anschuldigungen aufkamen, waren wir zunächst überfordert.

Wie geht man mit einer anonymen Internetseite um, die sich zuvor nie bei uns gemeldet hat und bei der man den Eindruck hat, dass es in erster Linie um Zerstörung geht? So viele Gerüchte, so wenig Wissen, so viel Internet. Allein, dass Leute behaupten, dass Christoph und Jacobus wegen solcher Vorwürfe die Band verlassen haben, ist totaler Quatsch.
Der erste Impuls, den wir hatten, als die Vorwürfe gegen uns auftauchten, war einfach nur zu sagen – „Lasst uns in Ruhe! Das stimmt alles nicht.“ Aber so einfach wollen und können wir es uns bei dem Thema nicht machen. Dieser Drahtseilakt, einen Umgang zu finden, bei dem wir unsere Verwunderung über die Art und Weise dieser Internetseite ausdrücken, aber gleichzeitig nicht auf alles scheißen wollen, ist in den letzten Wochen bei uns omnipräsent gewesen. Es gibt ne ganze Menge Menschen die einem „Sagt doch, dass alles nur Quatsch ist – Streitet komplett ab – Wenn ihr hier auf differenziert macht, dann versteht das da draußen keiner“ ans Herz legen oder sagen „Reagiert überhaupt nicht auf so eine Scheiße!“. Aber genau das wollen wir nicht.

Dadurch, dass wir uns mit dieser Thematik über die Jahre Schritt für Schritt immer mehr auseinandersetzen, haben wir aber gecheckt, dass solche Begrifflichkeiten wie bspw. Machtmissbrauch oder sexualisierte Gewalt einfach so krass unterschiedlich ausgelegt werden können und die Spannweite dahingehend immens ist, so dass wir jedenfalls nicht jede Kritik einfach nur wegwischen wollen.

Trotzdem wollen wir klar betonen: es gibt keine Fälle der sexualisierten Gewalt, die von uns ausging und derer wir uns bewusst sind.

Daher war es uns auch wichtig, von Anfang an zu signalisieren, dass wir ansprechbar sind. Und das gilt. Sollten Menschen mit konkreten Vorwürfen an uns herantreten, dann werden wir uns mit diesen verantwortungsbewusst auseinandersetzen. Genauso bedeutet das aber nicht, dass wenn niemand auf uns zukommt, wir uns dann sagen, „Ach, is ja alles gut. Müssen wir uns doch nicht mit uns auseinandersetzen“.

Völlig unabhängig von den letzten Wochen wollen wir Sachen bei uns weiter verändern. Wir können einfach nicht behaupten, dass wir noch nie respektlos, peinlich oder sexistisch gegenüber Frauen gewesen sind.

Weil uns das immer mehr bewusst wird, sind wir seit einiger Zeit persönlich, aber auch gemeinsam als Band in einer Auseinandersetzung, bei der wir immer mehr verstehen, dass wir Sexismus, sexistisches Verhalten und so viel Scheiße selbst reproduziert haben und reproduzieren. Zudem sind wir Teil der immer noch sehr männerdominierten Musikszene. Daran wollen wir arbeiten und haben uns deshalb Unterstützung geholt, unter anderem auch Anfang des Jahres von Misc, die uns seitdem beraten, was man zum Beispiel auf Konzerten ganz praktisch umsetzen kann. Sie sensibilisieren uns auch in Bezug auf unser eigenes Verhalten. Wir machen das in erster Linie für uns, unsere Crew, Menschen, die mit uns arbeiten und alle, die auf unsere Konzerte kommen, um aus der Vergangenheit zu lernen und in der Zukunft Dinge besser zu machen.

Wer uns aber als komplette Vollwichser darstellen will, die Frauen aus Überzeugung beschissen behandeln, ihr Verhalten ohne jegliche Selbstreflektion durchziehen und so tun, als ob wir uns Auseinandersetzungen bewusst entziehen und nicht an uns arbeiten wollen, der kann dies gerne erzählen, aber genauso klar können wir auch sagen, dass das Quatsch ist.

Genauso wie Feine Sahne Fischfilet für Eskalation, Absturz und Abriss steht, steht Feine Sahne auch immer für Scheitern, für Verstehen, für Verantwortung und für Veränderung. Stillstand ist für uns keine Option und wir werden da authentisch bleiben. Wir wollen das hier als Chance begreifen, daran zu wachsen und für konstruktive Kritik und Auseinandersetzung weiterhin offen sein.

Wir wollen und werden Teil der Lösung sein und nicht Teil des Problems.
Feine Sahne Fischfilet

Die Anschuldigungen des Blogs gegen Feine Sahne Fischfilet

CN/TW: Sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch

Linke Räume sind nicht frei von patriarchalen Machtstrukturen, Diskriminierung, Machtmissbrauch und (sexuellen) Übergriffen.

Linke Räume sollten safer spaces sein für FLINTA* Personen sowie alle Menschen und sich mit allen betroffenen Menschen solidarisieren, die sich durch patriarchale Machtstrukturen, Diskriminierung, Missbrauch und (sexuellen) Übergriffe unterdrückt und bedroht fühlen.

Jan Gorkow, bekannt als Monchi, steht mit der Band Feine Sahne Fischfilet auf der Bühne und hat sich damit auch in linken Kreisen einen Namen gemacht.

Aktuell tourt Jan Gorkow mit Lesungen zu seinem Buch Niemals satt durch die gesamte BRD und erreicht in Rezensionen die Zuschreibung einer „ungeschönten“, „selbstkritischen“, „grundehrlichen“ Selbstreflexion.

Wir meinen: Jan Gorkow ist „schonungslos“, „gewalttätig“, „narzisstisch“, „hart“, „maßlos“, grenzüberschreitend und bekennender Lokalpatriot.

Gegen Jan Gorkow gibt es Anschuldigungen sexualisierter Gewalt und des Machtmissbrauchs. Wir wissen, dass er ein Täter ist. Wir wollen hier allen Betroffenen größtmöglichen Schutz bieten und werden daher an dieser Stelle keine Einzelheiten über die Taten veröffentlichen. Wir fordern: Schaut hinter die Fassade! Solidarität mit allen Betroffenen! Wir können das Handeln und das Schweigen des Labels audiolith, des Managements JKP und vor allem von Feine Sahne Fischfilet in keinster Weise verstehen und sind erschüttert, wie sich das öffentliche Bild dieser Person, die sich nach außen mit solidarischen und politischen Aktionen schmückt, halten kann. Wir schenken allen Betroffenen uneingeschränkten Glauben und fordern:

Keine Bühne für Täter! Schluss mit dem Mackertum! Schluss mit sexuellen Übergriffen!

Wir fordern: Gerechtigkeit und Aufklärung sowie tatsächliche Ehrlichkeit und Selbstreflexion!

Wir sagen: Keine Bühne DEM Täter! Solidarisiert euch mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt! Hinterfragt Jan Gorkow und die Rolle, die er sich mit seiner Band und dem Buch Niemals satt geschaffen hat!

Wir fragen uns: Sollten die noch bevorstehenden Termine seiner Lesereise ohne kritisches Hinterfragen und ohne Widerspruch stattfinden?

Wenn ihr selbst betroffen seid, möchten wir euch herzlich einladen uns zu schreiben. Wir werden ein offenes Ohr für euch haben. Gerne können wir auch eine Plattform bieten, um betroffene Personen zusammenzuführen und geben euch gerne jegliche Unterstützung sowie Support. Uns liegt dieses Thema sehr am Herzen, da wir teilweise selbst betroffene Personen sexualisierter Gewalttaten sind. Eine entsprechende E-Mail Adresse wird aktuell eingerichtet und in den kommenden Tagen hier und über unsere Kanäle veröffentlicht werden.

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2015 als Solo-Projekt gestartet, ist AWAY FROM LIFE heute ein Team aus knapp 20 Freunden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, jedoch durch mindestens diese eine Sache vereint sind: Der Leidenschaft für Hardcore-Punk. Diese Subkultur ist für uns kein Trend, sondern eine tiefverwurzelte Lebenseinstellung, etwas, das uns seit Jahren immer und überall begleitet. Hardcore-Punk bedeutet für uns, sich selbst zu entfalten. Dabei ist D.I.Y. für uns nicht nur eine Phrase: Wir probieren Sachen aus, lernen neues dazu und entwickeln uns weiter. Von der Szene für die Szene. Gerade deshalb hat es für uns oberste Prämisse, Personen aus dieser Subkultur zu supporten, die denken wie wir. Sei es Veranstalter, Labels oder Bands, unabhängig ihres Bekanntheitsgrad. Egal ob Hardcore-Kid, Punk, Skinhead oder sonst wer. Wir sind Individuen, einer großen Unity, die völlig zeitlos und ortsunabhängig existiert. AWAY FROM LIFE ist für uns ein Instrument diese Werte zu manifestieren und unser Verständnis für Hardcore-Punk auszuleben. Angefangen als reines Magazin, haben wir über die Jahre unser eigenes Festival, das Stäbruch, etabliert oder jüngst mit Streets auch eine Szeneplattform ins Leben gerufen, die für uns alle genutzt werden kann – genutzt für eine Sache, die uns verdammt wichtig ist: Hardcore-Punk!

4 Kommentare

  1. Waren FSF nicht die Band, wo der Drummer es gewagt hat, auf einem Konzert sein T-Shirt auszuziehen (normale Frauen finden den Anblick von Drummerbodys übrigens geil!), sich dann ganz devot hat von der Veranstalterin ankacken lassen und schnell wieder das T-Shirt anhatte? Tja, selber Schuld. Der Blog ist natürlich ein Witz, und ich glaube dass der Monchi ein korrekter Dude ist, der mit Sicherheits nicht Mackertum am Hut hat, aber wenn sich eine Szene von irgendwelchen AstA Dörtes mit den krudestesten Theroien vollmüllen lässt, braucht man sich auch nicht wundern…Respekt an alle echten Powerfrauen, aber was in Deutschland aus immer der selben Ecke kommt, ist einfach nur noch ein Witz!

    • Krass wieviel unreflektierter Wortmüll in so wenige Zeilen passen…
      Um mal kurz und knapp auf deinem Niveau zu antworten:
      Streetpunk muss sterben, damit wir leben können!

    • Haben Drummer schönere Körper als Gitarristen, Bläser oder Cello-Bassisten? Bitte um Aufklärung! Warum stehn Drummer auf Frauen? Äh Frauen auf Drummerbodys? Und müsste es im Plural nicht Drummerbodies heißen? Und warum nennen wir es nicht Schlagzeugerkörper? Soll ich nun lieber das Instrument wechseln und zum Perkussionisten werden oder Diät machen und abnhemen?

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