Wenn das Ruhrpott Rodeo ruft sind Marcel und ich die letzten Jahre immer sehr gerne am Start. Das Festival ist uns über die Jahre sehr ans Herz gewachsen. Leider hat sich Marcel kurz vorm Rodeo verletzt. Laufen war für ihn nicht möglich, daher kommen dieses Jahr nicht nur die Fotos von mir, auch den Festivalbericht schreibe ich alleine.

Aber von Anfang an. In dem kurzen Interview, dass ich zwei Wochen vorm Rodeo mit dem Gründer des Ruhrpott Rodeo, Alex Schwers, führen konnte, hatte dieser ja schon gemutmaßt das Rodeo 26 wird wieder ausverkauft sein. So war es dann auch. Das zweite Mal in Folge ausverkauft, mit 12.000 Zuschauern. Respekt!

Neben meiner Frau Petra und mir, hatten wir wieder unseren guten Freund Tietje mit dabei. Vollkommen ohne Stau oder anderen Vorkommnissen sind wir angereist, zumindest bis zu dem Schild Festivalgelände 800 m, danach ging es ein wenig zähflüssig. Insgesamt war aber die gesamte Anreise deutlich entzerrter als sonst, habe ich vernommen.

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Getränk aufmachen, aufbauen und ab zur Bandausgabe, bei der wir nicht lange anstehen mussten. Neben der Bandausgabe gab es auch wieder die Möglichkeit Getränkemarken zu erwerben, so dass man sich nicht auf dem Festivalgelände in die Schlange einreihen muss, die Erfahrungsgemäß sehr lang sein kann. Mit dem Bändchen am Arm und den Getränkemarken in der Tasche ging es dann erstmal auf eine Campingplatzrunde um alte Bekannte zu treffen und neue Menschen kennenzulernen. Wir hatten auch wieder richtig tolle Nachbarn, mit denen wir dann das eine oder andere Kaltgetränk zu uns genommen haben. Liebste Grüße gehen raus an Astrid und Jan! Im Laufe des Abends stellte sich dann raus, das Jan für Stacy Crowne an den Drums sitzt. Mir war der Bandname sehr präsent im Kopf und nach kurzem grübeln wusste ich wieder, das war eine meiner ersten Reviews, die ich für Away From Life geschrieben hatte, zum Glück hatte ich die Platte damals für gut befunden. Checkt die Jungs gerne nochmal selbst aus.

Die Highlights des ersten Festival Tags

Am meisten habe ich mich am ersten Tag auf Biohazard gefreut und sie haben mich nicht enttäuscht, die Jungs aus Brooklyn waren Heiß wie Fritten Fett und haben ordentlich abgeliefert.  Gute Show und ordentliche Action im Publikum.  Los Fastidios aus Italien haben dem Publikum am späten Nachmittag ordentlich eingeheizt. Nicht wenige haben das Tanzbein geschwungen. Seit längerer Zeit ist ja neben Sänger Enrico auch Managerin Elisa mit am Gesang zu finden, das gibt dem ganzen nochmal eine größere Tiefe und mehr Action auf der Bühne.  Antifa Hooligans war natürlich das Highlight, ein echter Klassiker, der nicht mehr wegzudenken ist.

Turbonegro habe ich schon von schlecht bis sehr gut erlebt, aber auf dem Ruhrpott Rodeo haben Turbonegro ein richtig gutes Set hingelegt. Ich war positiv überrascht und feiere den Auftritt immer noch. Weltklasse! Mehr muss man gar nicht dazu sagen.

Bevor der Abend mit Feine Sahne Fischfilet ausklingen sollte, kamen auf der kleinen Bühne noch Napalm Death, die wie schon bei ihrem letzten Auftritt auf dem Rodeo überzeugt haben. Diese ungebändigte rohe Energie, reißt einen entweder mit oder man sucht schnell das Weite. Ich fand es wieder großartig.

Der Headliner des ersten Tages Feine Sahne Fischfilet mit Monchi am Gesang hatte die Massen auch ab dem ersten Ton in der Hand. Ein sichtlich begeisterter Monchi genoss jeden Augenblick des Konzerts, eben so wie die Zuschauer vor der Bühne. Die Stimmung im Publikum war großartig und nicht wenig haben jede Zeile der Songs mitgesungen. Nach Ende des Konzerts liefen dann auch viele erschöpfte, aber auch glückliche Menschen, nach einem langen Tag an mir vorbei.

 

Die Highlights von Tag 2

The Baboon Show, Oxo86 und die Dropkick Murphys waren am zweiten Tag für mich gesetzt und auch hier haben alle überzeugt. The Baboon Show hatten sichtlich Bock und Sängerin Cecilia machte ihrem Ruf als Energiebündel wieder aller Ehren. Ich habe Baboon Show schon sehr häufig gesehen und ich habe noch nie gesehen, dass das Quartett jemals nicht zu 100 % motiviert war. Bei ihrem ersten Auftritt auf dem Rodeo war Cecilia übrigens im 7. Monat Schwanger und ist auch damals wie heute über die Bühne gefegt. Oxo86 auf der kleinen Bühne spielen zu lassen fand ich eigentlich Schade, die gehören beim Rodeo meines Erachtens auf die große Bühne. Die Stimmung war gewohnt großartig und auch Oxo86 haben ein richtig gutes Set abgeliefert. Vor der Bühne wurde ausgiebig getanzt und mitgegrölt. Für viele der Höhepunkt des Abends.

Für die meisten waren dies aber naturgemäß die Dropkick Murphys, die ebenfalls in bester Stimmung waren und den Massen ordentlich eingeheizt haben und das obwohl die Temperatur schon ganz schön abgesackt war. Ken Casey und seine Jungs genossen offensichtlich den Auftritt und Ken suchte oft die Nähe des Publikums und man konnte an seinem Gesicht ablesen wieviel Spaß er hatte. Das obligatorische Fuck Donald Trump durfte natürlich nicht fehlen, ebenso wie fast alle Klassiker der Bandgeschichte. Shipping up to Boston durfte dabei natürlich nicht fehlen und gefühlt wurde der Refrain von allen nach Leibeskräften mitgesungen.

Aber auch New Model Army, die UK Subs und Swiss und die Anderen will ich nicht unter den Tisch fallen lassen. Haben alle drei richtig abgeliefert.

Der dritte Tag

Am Sonntag waren dann meine beiden absoluten Favoriten des Rodeos am Start. Auf der einen Seite Madball und auf der anderen Jaya The Cat. Madball, schon immer eine meiner Lieblingsbands, waren bereits um 14:40 Uhr dran. Sie hatten am Abend noch einen weiteren Auftritt, was Freddy nicht davon abhielt Vollgas zu geben. In gewohnter Manier sprang und rannte Freddy über die Bühne, ein Alptraum für Fotografen. Es geht mir bei einigen Bands so, aber vor allem bei Madball kann ich dann beim fotografieren nicht ruhig bleiben. Nach den ersten drei Songs Kamera bei meiner Frau abgeben und ab in die Action. Es ist schon eine kleine Tradition einmal Stagediving oder Crowdsurfen bei Madball. Natürlich spreche ich das mit der Security und den Leuten im Publikum ab, da ich ja ein echter Brocken bin, aber es wurde signalisiert kein Problem. Gesagt getan.

Big shoutout an die Jungs und Mädels die mich hochgewuchtet haben und an die Security, die mich sicher aufgefangen hat. Danke!

Die Songs die mittlerweile bei meiner Frau und mir zu Hause, wenn wir draußen sitzen und chillen, am meisten laufen, sind die Songs von Jaya The Cat. So nehmen wir natürlich auch jedes Konzert mit. Die Tage davor bei strahlendem Sonnenschein wären natürlich noch viel geiler gewesen, aber trotzdem war es wieder ein sehr schönes Konzert, zumindest nach den anfänglichen technischen Problemen. Man kann sich so schön in de Musik fallen lassen und alles Sorgen sind irgendwie für eine Zeit weg.

Pflichtprogramm war natürlich auch Universum 25 und das nicht nur, weil Alex Schwers das Schlagzeug spielt. (Alex, wenn du das liest, ich würde gerne auch im nächsten Jahr Fotos machen 😊) Nein, Universum 25 habe ich schon einige Male gesehen und die Kombi ist schon sehr geil. Slime, Dritte Wahl, Fiddlers Green, Eisbrecher und In Extremo sind in dieser Kombo personell vertreten. Gute Songs schreiben sie dabei auch noch.

Wir haben dann was gegessen und sind leider schon zu den Klängen von Dritte Wahl abgereist, da wir direkt weiter zum Wacken Open Air reisen mussten/durften.

So habe ich leider die Party mit Costa und seinen Jungs von der Sondaschule verpasst.

Fazit:

Das Ruhrpott Rodeo 2026 war mal wieder eine geile Sause. Viele alte Freunde und Freundinnen getroffen und viele neue gefunden. Über alles betrachtet eine richtig gute Organisation, das bekommen viele bei der Größenordnung nicht so gut hin. Großartige Bands!!! Riesen Vorfreude auf das nächste Jahr, in dem ja auch Jubiläum gefeiert wird.

Die obligatorischen schwarzen Füße gab es auch wie jedes Jahr, spätestens dann weiß man warum es Schwarze Heide heißt.

Danke Alex und dank dem gesamten Team, wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr.

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– Playlist: Happy Release Day

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