Seitdem Knocked Loose 2016 ihr Debüt-Album Laugh Tracks veröffentlichten, sind sie auch bei uns in Europa in aller Munde und werden regelrecht gehypt. Wir haben mit Gitarrist Cole Crutchfield und Bassist Kevin Otten vor Impericon Festival in Oberhausen über neue Musik gesprochen und wie es ist, eine Tour über Terror zu headlinen.

Man hat den Mosh Pit, da kann man moshen. Man schlägt nicht einfach ziellos nach Zuschauern, die eine Show in Ruhe verfolgen wollen.

Cole und Kevin von KNOCKED LOOSE im Interview

Kevin und Cole im Interview

Stellt euch vor! Wie heißt ihr und welche Instrumente spielt ihr?

Cole: Ich heiße Cole und spiele Gitarre.

Kevin: Ich bin Kevin und spiele Bass.

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Ihr spielt dieses Jahr wieder auf der Warped Tour, was denkt ihr darüber, dass es die letzte Warped Tour durch ganz Amerika sein wird?

Kevin: Ich wünschte wir würden die ganze Tour spielen, so wie letztes Jahr. Es hat wirklich Spaß gemacht, aber dieses Jahr spielen wir nur fünf Shows. Es ist wirklich das Ende einer Ära. Aber ich glaube der Inhaber hat einfach damit abgeschlossen. Er hat ja noch vor, hier und da Pop-Up Shows zu veranstalten, aber es ist definitiv schade.

Cole: Ja, es ist echt traurig.

Seid ihr denn selbst zur Warped Tour gegangen früher?

Cole: Ja, als ich zur High School gegangen bin war ich jedes Jahr da.

Kevin: Nicht wirklich, vielleicht ein, zwei mal. Die Tour war einfach immer zu weit weg von zuhause. Früher hatte ich auch nur den Sport im Kopf.

Vor ein paar Wochen wart ihr wart auf großer Headline Tour in den USA. Wie war die Tour? Viele Shows waren ausverkauft, wie fühlt es sich an in so vollen Hallen zu spielen?

Cole: Es war super, bis auf zwei Shows waren alle ausverkauft. Wir wissen das wirklich zu schätzen.

Kevin: Ja, es ist verrückt. Die Leute kamen ja auch für die anderen Bands, Terror, Jesus Piece und Year Of The Knife halfen gewaltig die Hallen auszuverkaufen. Es ist auch komisch, die Flyer zu sehen, auf denen unser Name, über den anderen Bands prangt. Fast hinter jedem Abend steht ein „Sold-out“. Es war wirklich verrückt.

Knocked Loose

Wie fühlt es sich an, wenn eine Band wie Terror, die ja nun schon Jahre dabei sind für euch eine Show eröffnet? Fühlt ihr euch geehrt oder bestätigt in dem was ihr macht oder was denkt ihr darüber?

Kevin: Es ist auf jeden Fall eine Ehre über Terror zu headlinen. Es war aber auch komisch, viele Leute waren auch zornig deswegen. Aber sie [Terror] wollten es ja selber machen, da sie wussten, dass wir ein paar jüngere Kids zu den Shows ziehen, vor denen sie auch spielen wollten. Aber es ist definitiv cool.

Year Of The Knife sind für Stone eingesprungen. Was denkt ihr über den Vorfall mit Stone Sänger Zach? Denkt ihr, dass es ein Sexismus Problem in der Hardcore-Punk Szene gibt?

Cole: Ich weiß nicht ob es dafür eine geeignete Antwort gibt. Es ist natürlich viel Scheiße passiert. Es ist einfach hart, darüber zu sprechen.

Kevin: Ja, ich meine, ich habe ihn zu meinen besten Freunden gezählt und dann passierten all diese Dinge. Es ist komisch und verrückt und sehr schwer darüber zu reden. Es ist einfach ne scheiß Situation aber wir waren sehr froh, dass Year Of The Knife einspringen konnten, das half uns sehr. Sie waren auch die erste Band, an die wir dachten, als Stone abspringen mussten.

Denkt ihr in der Hardcore und Punk Szene gibt es mehr Männer als Frauen? Falls ja, woran kann das liegen?

Kevin: Ich denke es liegt einfach in der Natur der Musik selbst. Aber es ist cool, dass es im Moment frischen Aufwind gibt und immer mehr Frauen ihre eigenen Bands starten und einfach ihr eigenes Ding durchziehen. Das finde ich einfach gut.

Ihr seid jetzt mit Comeback Kid auf Tour und kommt im Sommer schon wieder her. Wie unterscheidet sich denn die amerikanische Szene von der europäischen?

Cole: Das Publikum ist auf jeden Fall anders, irgendwie besser. Ich denke Europäer, oder vor allem Deutsche, sind viel offener für härtere Musik als Amerikaner. In Amerika würde sich ein Festival, wie das Impericon Festival niemals durchsetzen. Es würden einfach nicht genügend Menschen erscheinen. Es ist toll, wenn man nach Europa kommt und solche Festivals spielt und vor dir eine Menge von 10.000 Menschen steht, wirklich cool. Mir gefällt einfach wie sehr ihr hier harte Musik feiert.

Kevin: Ja es ist echt cool und wirklich aufregend immer wieder herzukommen.

Manch einer, der eure Shows besucht hat sagt, es sei die härteste Show, die er erlebt hat. Was denkt ihr über Gewalt auf Konzerten?

Kevin: Ich denke sie hat ihren eigenen Platz in der Szene, allerdings sollte man immer achtsam sein und bewusst damit umgehen. Mach was du willst, aber geh nicht rum und schlage einfach Leute, bloß weil du es kannst.

Cole: Solange alle ihren Spaß daran haben, ist alles gut. Man hat den Mosh Pit, da kann man moshen. Aber schlag nicht einfach ziellos Zuschauer, die die Show verfolgen wollen. Ich glaube, in Amerika ist das ein größeres Problem, da hat man dieses „crowd killing“ wo Menschen einfach mitten im Publikum stehen und auf einmal um sich schlagen. Und dann werden immer alle sauer und es gibt Prügeleien und das ist ein Problem. Solange alle im Mosh Pit moshen ist alles gut und wenn du dir dann mal weh tust, bist du halt selber schuld aber wenn du dir nur die Show angucken möchtest, sollte dir nichts passieren.

Kevin: Das Coole an der Sache ist ja, wenn man sieht wie jemand hinfällt und alle ihm wieder hochhelfen. Ich liebe es sowas von der Bühne aus zu beobachten. Es ist wie im Sport, wenn jemand fällt, hilfst du ihm hoch. Das ist wirklich cool.

Wir dürfen derzeit noch nicht über ein mögliches neues Release reden – wir arbeiten daran!

Was war das Verrückteste, was euch jemals auf Tour passiert ist? Mit welcher Band hattet ihr am meisten Spaß auf Tour?

Cole: Ich glaube die lustigste Band ist Counterparts. Mit ihnen hatten wir wirklich viel Spaß auf Tour.

Kevin: Ja, ich liebe die Jungs aus Counterparts! Auch die Headline Tour war super lustig.

Cole: Auf der Warped Tour haben wir uns mit der Band Microwave einen Bus geteilt, mit ihnen würde ich gerne noch einmal touren, die Jungs sind wirklich klasse.

Kevin: Gideon. Und Comeback Kid definitiv auch, es ist ja schon unsere zweite Tour mit ihnen und wir lieben die Jungs einfach. Ach ich weiß nicht, es gab einfach noch keine Band mit der wir getourt sind, mit der wir keinen Spaß hatten.

Ich glaube, das Verrückteste, was mir mal auf Tour passiert ist: Auf der ersten Counterparts Tour, waren wir in Oakland in Kalifornien. Nach unserem Set bin ich kurz raus um eine zu rauchen. Also stand ich da, wo all unsere Busse parkten, mit einer Zigarette in der Hand und plötzlich sah ich, wie in Gideons Bus eingebrochen wurde. Ich wusste erst gar nicht was ich machen sollte. Als ich auf sie zu ging merkte ich schon, dass sie aggressiv waren und mich loswerden wollten. Also schlug ich auf die Türen der Venue, dass sie mich wieder reinlassen sollten, aber den Securities war das irgendwie egal. Später kam dann die Polizei und irgendwie hat sich alles aufgeklärt. Aber das war definitiv das Verrückteste, was mir auf Tour passiert ist.

Cole: Mein Highlight ist es immer, wenn du Musiker triffst, zu denen du früher aufgeschaut hast. Manchmal spielen sie direkt nebenan und du triffst sie dann vor der Location oder kannst ihre Show sehen. Das ist wirklich cool.

Was sind eure Lieblingssongs von Knocked Loose, welche spielt ihr am liebsten live?

Cole: Ich mag A Fetish am liebsten, aber das spielen wir nicht live. Am meisten Spaß macht mir Oblivions Peak live.

Kevin: Ich weiß nicht, es ist komisch, weil Cole erst dazugekommen ist als wir begannen an Laugh Tracks zu schreiben. Früher, als es nur Isaac, Bryan und ich waren, haben wir viele Songs geschrieben und Demos gemacht und ich wünschte, ich könnte sagen, einer davon wäre mir der Liebste, aber wir haben so viele geschrieben, dass wir gelangweilt davon sind.

Also dann My Heroes. Aber natürlich spielen wir den auch nicht live. Das ist natürlich doof, dass wir unsere Lieblingssongs nicht live spielen, aber von denen, die wir spielen mag ich No Thanks am liebsten.

Cole: Ja, der macht live immer viel Spaß.

Warum spielt ihr denn die Lieder, die ihr mögt nicht live?

Cole: Wir voten vor der Tour, welche Lieder ins Set kommen sollen und manchmal haben verschiedene Mitglieder halt verschiedene Gründe, warum sie ein Lied spielen oder auch nicht spielen möchten.

Kevin: Wir haben beide Lieder auch schon live gespielt und es waren halt tote Momente im Set.

Cole: Die Lieder sind einfach nicht so bekannt und dann spielen wir lieber Songs, die das Publikum kennt und feiert.

Kevin: Ja, wir wollen nicht einen langweiligen Moment in unserer Show, an dem alle ihr Interesse verlieren.

Knocked Loose

Bekommt ihr Heimweh auf Tour? Oder wie fühlt ihr euch auf Tour?

Cole: Ja, ich bekomme definitiv Heimweh. Ich glaube aber, dass das normal ist und das das eigentlich jeder auf Tour bekommt.

Kevin: Ja, ich glaube, dass man nicht davon verschont bleiben kann. Ich vermisse dann immer meine Mum und meinen Hund und zuhause spiele ich immer Computer Spiele, man vermisst halt seine Hobbies. Andererseits ist es einfach cool mit deinen besten Freunden zu touren und Musik zu machen, die du liebst. Daher glaube ich, dass es sich in etwa ausgleicht.

Cole: Genau, es gleicht sich aus. Man kann ja auch von zuhause und der Arbeit zu viel haben und freut sich dann wieder aufs Touren.

Euer Album Laugh Tracks kam 2016 raus, wann können wir was Neues von euch erwarten?

Cole: Ich glaube, darüber können wir leider noch nicht sprechen, aber wir arbeiten daran.

Kevin: Immerhin haben wir schon einen neuen Song auf der Headline Tour gespielt.

Cole: Ja, wir arbeiten daran, definitiv.

Kevin: Wir müssen es noch geheim halten, aber ihr könnt schon mal anfangen was zu erwarten, wenn du weißt, was ich meine. Aber pssst!

Habt ihr vor etwas an eurem Stil zu ändern?

Kevin: Ich glaube wir werden dem Stil von Knocked Loose immer treu bleiben. Aber ich denke über die Zeit und mit der Erfahrung wird unser Sound immer besser werden. Hauptsache es bleibt hart, wir werden wohl kaum das Genre ändern und auf einmal Clean-Gesang einbinden.

Cole: Ja, auf jeden Fall hart und heavy. Ich denke nur, dass unser Songwriting besser werden wird, wenn wir älter werden.

Was war euer Lieblingskonzert von einer anderen Band?

Cole: Ich habe letztes Jahr Cannibal Corpse, Power Trip und Gatecreeper gesehen. Das war die beste Show, die ich letztes Jahr gesehen habe und die mir im Gedächtnis geblieben ist.

Kevin: Die erste Band, die mir dazu einfällt ist Everytime I Die Ich habe die wirklich immer gerne gehört und in der High School wollte ich immer so eine Band haben und jetzt sind wir sogar mit ihnen getourt, es ist wirklich cool, das sagen zu können. Ich liebe es befreundeten Bands bei ihren Shows zu zusehen.

Wer inspiriert euch und eure Musik?

Cole: Viele verschiedene Sachen inspirieren uns. Wir haben Hardcore Elemente, aber auch Metal Einflüsse. Ich glaube Bands wie Terror oder Cannibal Corpse oder eine Mischung aus allem dazwischen inspiriert uns. Kevin hört viel Deathcore, ich höre lieber Death-Metal oder Metalcore und Bryan am liebsten Hardcore. Ich glaube dadurch entsteht ein guter Mix.

Kevin: Ja, da kann man nicht nur eine einzige Band nennen. Wir hören alles durcheinander aber jeder verschiedene Genres. Dann kommt man zusammen und zeigt den anderen ein Riff, was man mal irgendwo aufgeschnappt hat und die anderen sagen dann, was sie davon halten oder wie man das noch ändern könnte. Und so entwickelt sich dann unser Stil.

Und zum Schluss noch ein paar Stichwörter, was fällt euch als erstes dazu ein?

  • Beste Show?

Beide gleichzeitig: Wahrscheinlich im Palladium in Worchester.

Cole: Auf der Headline-Tour, 1.500 Menschen, ausverkauft. Das war die größte Headline-Show, die wir bisher gespielt haben. Und definitiv meine liebste Show bisher.

Kevin: Ja, genau das wollte ich auch sagen.

  • Straight Edge?

Beide: Nein

Kevin: Ich bin nicht straight-edge, aber ich respektiere es.

Cole: Definitiv.

  • Bester Film?

Kevin: Shaun Of The Dead.

Cole: Ich mag Forrest Gump.

  • Beste Sportmannschaft?

Kevin: Broncos, Denver Broncos!

Cole: Carolina Panthers.

Kevin: Fuck you, dude!

  • Vorbilder früher?

Kevin: Das ist schwer.

Cole: Ja, das ist wirklich nicht leicht. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal, ob ich ein Vorbild hatte. Ich war nicht so für Popkultur als Teenager. Ich mochte lieber Sport, also wahrscheinlich der Quarterback von den Panthers damals oder irgendein Basketballspieler.

Kevin: So geht’s mir auch. Wahrscheinlich ein Footballspieler, wie John Lynch. Der hat früher für die Broncos gespielt.

  • Bestes Essen?

Cole: Pizza!

Kevin: Sushi!

  • Lieblingsband?

Cole: Deftones!

Kevin: Es ist schwer, jetzt nur eine zu nennen. Meine Lieblingsband aller Zeiten ist The Devil Wears Prada. Ich liebe diese Band. Aber die Band, die mich konstant begleitet ist wohl Darkest Hour.

Vielen Dank für das Interview, viel Spaß bei eurem Auftritt.

Beide: Danke!

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