Oh, eigentlich wollte ich keineReviews mehr schreiben, wenn ich nicht auf der Gästeliste stehe, aber hier konnte ich es mir nicht verkneifen. Wer das Studio 30 kennt, weiß, dass der Laden leider nicht barrierefrei ist, da eine Treppe zu beiden Bars führt. Schlecht für den E-Rolli-Fahrer, der nach einem barriefreien Eintritt durch die Vordertür vor ebenjener Treppe stand. Zusammen mit seinen freunden, die wohl auch von weiter her stammten und die Örtlichkeit nicht kannten. So ein E-Rolli wiegt halt mal gut und gerne 150 Kilo plus die Person, die da noch drin sitzt. Im ersten Anlauf scheiterte dann auch der Versuch ihn mitsamt E-Rolli eine Etage höher zu transportieren. Schließlich wurde der Mann von seinen Freunden dann hochgetragen und etwas später der E-Rolli hinterher. Zu viert mussten sie an dem Rolli anpacken. Umso schöner zu sehen, wie viel Spaß der Fahrer später im vorderen Bereich hatte. Ich hoffe mal, es ging auch wieder gut runter, da war ich schon auf dem Rückweg.

Den Horrorpunk-Abend eröffneten The 1428. zu Beginn meiner Musikjournalisten-„Karriere“ sagte mein damaliger „Chefredakteur“ bei Iamhavoc, das Schöne an der saarländischen Szene sei, dass es für jede international erfolgreiche Band auch ein kleineres Äquivalent gäbe. In diesem Fall sind The 1428 wuasi die Misfits des Saarlandes, obwohl die Musik natürlich schon etwas moderner klingt. Benannt nach der Elm Street-Adresse von Freddy Krueger ist es schon das zweite Mal, dass ich die jungs aus Springwood, Ohio, äh, Saarbrigge, Saarland, gesehen habe. Dieses Jahr ist ihr Debütalbum The First Cuts auf Sick Taste  Records erschienen. Die Band beherrscht ihr Metier und leistet sich zwei Sänger, wobei man Zombiehl von der Neunkircher Horrorpunk-Legende Dr. Geek & The Freakshow (mittlerweile nur noch Dr. Geek) kennt. Musikalisch gibt es Poppunk und Horrorpunk mit eingängigen Refrains und super Nerdtexten über Cthulhu, den Bay Harbor Metzger (Dexter) und den Plan 9. Zum Abschluss gabs dann auch ein Ärzte-Cover mit Dein Vampyr.

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Das die Horrorpunk-Legende Blitzkid ihren Narren am Saarland gefressen hat, sollte man wissen. Sowohl Argyle Goolsbye als auch Blitzkid waren häufiger Gast im Juz Illingen. Von daher war es schön, dass die Band ihren Tourauftakt ins Saarland legte. Wie eng die Verbindung ist, sieht man auch daran, dass der Laden wirklich gut gefüllt ist. Und man muss sagen, es hat sich definitiv gelohnt, an diesem Abend die Band gucken zu gehen. 90 Minuten lange zeigte die, mit Unterbrechungen, seit 1997 aktive Horrorpunk-Legende warum das Genre, obwohl es so viel über Tod singt, noch lange nicht tot ist. Insbesondere Argyle war sehr agil (ich liebe schlechte Wortspiele) und zeigte, auf wie viele unterschiedliche Arten man den bass spielen konnte. Hinter dem Kopf war noch seine einfachste Übung. Einmal hat er den Bass an der Traverse festgemacht und dann freihändig gespielt.

Songs aus 30 Jahren, von alt bis neu, kaum gespielte, häufig gespielte, es wurde keiner enttäuscht. Auch ich nicht, She Dominates und Pretty in a Casket wurden gespielt. Dazwischen zeigte Argyle seine Deutschkenntnisse. Bei der Zugabe Love Like Blood durfte das Publikum den Refrain auch alleine singen. Und der Sänger von The 1428 wurde auch wieder auf die Bühne gerufen, diesmal allerdings um Bass zu spielen. Mit The Gilded Orb war dann endgültig Schluss und nach ausgiebigem Stöbern am Merchstand machte ich mich dann zufrieden auf den Heimweg.

 

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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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