Am 27. April 2026 wurde die Neunkircher Konzertlandschaft um ein weiteres Highlight bereichert. Seit einigen Jahren erfreut das Gloomar Festival die Herzen der Fans, die auf Post-Rock/-Metal, Prog-Rock, Indie, Shoegaze, Ambient & more stehen. Während des Jahres gab es immer wieder sogenannte Showcases, um Publikum für das Festival zu akquirieren. Der Gloomy Monday an diesem Abend war ein besonderes Geschenk: freier Eintritt für zwei hochkarätige Bands des Genres. Das konnte ich, der mit dieser Musik eigentlich wenig anfangen kann, mir dann doch nicht entgehen lassen. Und das war definitiv gut so. 

Als ich kurz nach 20 Uhr ankam hatten Telepathy gerade mit ihrem Set begonnen. Die Band bezeichnet ihren Stil als Cinematic Instrumental Metal. Eine britische Band, die seit 2011 sich herumtreibt und rein instrumentalen Atmospheric Sludge/Post-Metal dem Publikum ins Gesicht knallt. Vier Alben hat die Band bereits veröffentlicht. zum rein instrumentalen Stil passt auch der völlige Verzicht auf Ansagen. Ein Drachenviereck erstrahlte und ab und an kam Rauch auf die Bühne, ansonsten gab es nur ein massives Riffgewitter und einen Schlagzeuger, der schier unmögliches leistete und vermutlich deshalb auch mit nacktem Oberkörper da saß. Gut, ist ja auch kein woker linker Club, dann gehts ja. Apropos, ja, Publikum. Das war auch zahlreich vertreten und die einzelnen Shirts zeigten, dass vermutlich nicht nur das „kostenlos“ gelockt hatte.  60 Minuten dauerte das Set und hinterließ einige strahlende Gesichter und bei vielen einen leeren Geldbeutel hinterher am Merchstand.

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Syberia kommen dann gar nicht aus Sibirien, sondern aus Barcelona. Ob sie sich nach dem gleichnamigen Computerspiel mit Steampunk-Elementen benannt haben, weiß ich nicht. Die Spanier spielen eine Mischung aus Post Rock/Metal, Shoegaze, Ambient und Alternative. An den Vorhang wurde eine kaputte Stadt projeziert, das Albumartwork von Quan Tot S’apagui. Ok, also die Band kommt nicht aus Sibirien und die Songtitel sind auf Katalanisch. Texte gibt es auch keine, aber zumindest diesmal Ansagen. Die Songs der Band, die bislang sechs Alben herausgebracht hat, entwickeln sich langsam, von zarten Ambientklängen bis zur Explosion an Black-Metal-Riffs gegen Ende. Ab und an sind Samples zu hören. Dachte man bei Telpathy schon daran, dass der Schlagzeuger schier Unmögliches leistet, ist auch hier stellenweise das Tempo so krass, das man sich fragt, wie er das macht. Ich muss sagen, die Band hat mir noch einen Zacken besser gefallen als Telepathy. Nach einem einstündingen Set war dann auch Schluss und die Schlange am Merchstand zeigte, dass das Konzept eines kostenlosen Konzertes zumindest mal für die Bands aufgegangen ist.

 

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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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