Die norwegische Blackened-Hardcore-Band Korrupt kehrt am 30. Oktober 2026 mit ihrem dritten Album The Weight We Carry über Holler Records zurück. Die musikalische Beschreibung lautet: Man nehme Kvelertak, lasse sie mit Comeback Kid und Turbonegro kollidieren und ziehe das Ganze anschließend durch die eisig kalte Hölle von Immortal. Das Ergebnis: großartige Riffs, Hooks, Hardcore-Wut und keine Gnade. Grob gesagt also: fies, schnell, crustig und Blackened Hardcore. Das passt schon ganz gut.
Der Nachfolger des 2023 erschienenen Albums Secret Sorrows umfasst neun Tracks und schärft den Sound von Korrupt mehr denn je. Textlich setzt sich die Band mit Religion, sozialer Kontrolle und der Last auseinander, die wir in uns und mit uns tragen. (Eine Review zum Debüt gibt es hier.)
Korrupt wurde 2013 in Kristiansand gegründet und entstand aus der dortigen kleinen Hardcore-Szene. Die Region im Süden Norwegens ist seit Langem von konservativer christlicher Kultur geprägt. Dieser Hintergrund spiegelt sich sowohl in der Musik als auch in den Texten wider, die von einer gesunden Portion Skepsis geprägt sind.
Eine solche Umgebung bietet reichlich Stoff für Texte über gesellschaftliche Erwartungen, Ängste und unterschiedliche Formen von Druck. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob er diesen Druck aushalten oder sich von ihm befreien möchte.
Das Quintett besteht aus Marius Jahnsen (Lead Vocals/Guitar), Fredrik Nome (Lead Vocals/Guitar), Thomas Holler (Guitar/Vocals), Aleksander Johnson (Bass/Vocals) und Henrik Kyte Assmann (Drums).
Das zeigt sich auch im Titelsong, der zudem ein kleines, aber feines Solo beinhaltet. Der Track Devoted to the Grave hat es offenbar nur knapp auf das Album geschafft. Inhaltlich beschäftigt sich das Stück damit, die Narben der Vergangenheit mit sich zu tragen, sich der eigenen Geschichte zu stellen und wieder zu sich selbst zu finden.
Die rohe Energie des Albums gefällt mir ausgesprochen gut, ebenso die zahlreichen Melodien und der fiese Gesang. Gelegentlich gibt es auch cleane Vocals zu hören. Beim ersten Durchlauf wirkt das etwas ungewohnt, doch mit der Zeit haben sie mir gut gefallen. Schließlich können sich Screams, Growls und ähnliche Gesangsformen bei aller Aggressivität auf Dauer abnutzen. Die cleanen Passagen sorgen deshalb für zusätzliche Abwechslung in einem ohnehin vielseitigen Sound.

















