In der Kategorie Platten der Woche stellen wir – das sind Jule, Fischi und Brello – euch jeden Freitag ein paar Scheiben vor, die uns ganz besonders am Herzen liegen. Egal ob Klassiker oder Underground, ob Deutschpunk oder Post-Hardcore, Hauptsache es gefällt!

Lange haben wir überlegt, ob wir euch zum Jahresabschluss noch ein besonderes Highlight präsentieren. Aber nachdem wir ja bereits unsere Highlights des Jahres schon verbraten haben und sonst auch wirklich unkreativ sind, lassen wir es hier einfach weiterlaufen wie immer. Ich möchte allerdings die Gelegenheit nutzen und euch eine Platte vorstellen, die mich dieses Jahr sehr oft begleitet hat…

Polar Bear Club – Clash Battle Guilt Pride

2005 gründete sich die New Yorker Band um Frontmann Jimmy Stadt. Geprägt von einigen Besetzungswechseln brachten die Jungs insgesamt 4 Alben, sowie eine Demo, eine EP und ein ganz wunderbares Akustik-Album auf den Markt.

Mein absoluter Favorit ist dabei Clash Battle Guilt Pride. Die Platte erschien am 13. September 2011 auf Bridge 9 und trifft bei mir absolut ins Schwarze. Produziert wurde das Ganze von Brian McTernan, der unter anderem auch schon mit Hot Water Music zusammengearbeitet hat. Ihr dürft mich gerne für verrückt halten, aber ich höre da gewisse Gemeinsamkeiten. Stimmlich macht Jimmy dem legendären Chuck Ragan definitiv Konkurrenz und ihr kennt ja meine Vorliebe für tiefe, raue Stimmen – kein Wunder also, dass Polar Bear Club nicht in meiner Plattensammlung fehlen dürfen.

Auch sonst geht es in die Richtung Post-Hardcore im Stil von Hot Water Music. Derb, melodisch, stellenweise düster aber einen Hauch poppiger – ich würde sogar behaupten romantischer. Na gut, Romantik trifft es wirklich gut, wenn ich mir jetzt direkt den Opener Pawner anhöre. Sanfte Gitarrenklänge untermalen den Gesang und ich kriege Gänsehaut. Das dezent platzierte Schlagzeug gibt dem ganzen eine extra Portion Spannung bis es dann ab der zweiten Minute richtig losgeht. Der Opener geht nahezu übergangslos in Killin’ It über. Eigentlich ist es fast unmöglich diese zwei Nummern nicht als einen Track abzuspielen – sie gehören einfach zusammen!

Ich muss zugeben, dass diese ersten zwei Nummern bereits der unangefochtene Höhepunkt der Platte (und auch aller anderen Platten von PBC) sind. Mehr geht einfach nicht mehr! Damit will ich nicht sagen, dass die restlichen neun Tracks weniger gut wären. Mit Screams In Caves gibt es direkt ein weiteres Meisterwerk. Poppiger und eingängiger als die Vorgänger ist der Song weniger einnehmend, macht aber mindestens genau so viel Spaß. Und so geht es auch weiter! Energiegeladenes Schlagzeug, verzerrte Gitarren, eine Menge melodischer Elemente ohne dabei minimalistisch und düster zu wirken.

Gegen Mitte das Albums nimmt es ein ganz klein bisschen dieser zu Beginn aufgebauten Spannung raus. Spätestens mit Bottled Wind bin ich aber wieder voll dabei. So richtig emotional und explosiv wird es dann nochmal mit dem letzten Track 3-4 Tango.

Meiner Meinung nach, ein makelloses Album. Kein Song gleicht dem anderen, dennoch harmoniert das Gesamtkonzept perfekt. Dank der derben Stimme von Jimmy Stadt wird es nie zu poppig oder zu schnulzig und macht es damit zu einem meiner absoluten Lieblingsalben.

Make Do And Mend – Don’t Be Long

Wem Polar Bear Club gefallen, der könnte es auch mal mit Make Do And Mend probieren. Stimmlich natürlich wieder dreckig, rauchig, derb. Musikalisch ähnlich melodisch, gleichzeitig aber eine Spur robuster, solider und nicht ganz so emotional.

Als drittes Studioalbum der Bostoner Jungs erschien Don’t Be Long 2015 via Rise Records. 11 kraftvolle Songs präsentieren Make Do And Mend hier. Fragt mich nicht warum, aber stellenweise erinnern mich die Songs an Foo Fighters. Obwohl ich selbst kein großer Fan dieser Band bin, sollte das allerdings für Make Do And Mend sprechen.

Mit dem gleichnamigen Opener Don’t Be Long geht es fast ohne langes Intro-Geklimper zur Sache – naja aber halt nur fast, tatsächlich braucht es ein paar wenige Sekunden. Dann bleiben Make Do And Mend allerdings konstant was Geschwindigkeit und Energie angeht.

Große Gänsehautmomente bleiben vorerst aus, das stört mich aber nicht. Es muss auch Platten geben, die einfach mal nebenher laufen können ohne, dass man Gefahr läuft einen emotionalen Ausbruch positiver oder aber auch negativer Art zu erleiden.

Mit der Akustiknummer I Don’t Wonder At All wird es aber dann doch schwierig gelassen zu bleiben. Geht ganz schön unter die Haut – schön! Auch der letzte Song Beging For The Sun wird dann noch mal sehr ruhig – nahezu atmosphärisch – und könnte bei dem ein oder anderen Gänsehaut verursachen. Man könnte die Nummer aber auch ein bisschen langweilig finden.

Red City Radio – s/t

Es fehlt noch das obligatorische dritte Album. Mir fällt spontan leider absolut keine weitere Platte ein, welche ich passend zu Polar Bear Club empfehlen könnte. Allerdings wurde mir schon öfter nahegelegt bei Red City Radio reinzuhören, was ich bisher noch nicht wirklich geschafft habe. Auf den ersten Ton klingt’s aber tatsächlich so, als könnten wir gute Freunde werden.

Wie wäre es also, wenn wir uns das neueste Werk mit dem gleichnamigen Namen Red City Radio (2015) also gemeinsam anhören und ich gar nicht weiter meinen Senf dazu gebe?!

Wer so kurz vor Silvester noch in Weihnachtsstimmung ist, darf gerne bei unserer letzten Ausgabe reinschauen. Wir sehen uns nächstes Jahr wieder – rutscht gut rein!

Demons Run Amok - Fest

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