Marc kenne ich seit vielen Jahren. Neben seinem Charakter schätze ich seinen Idealismus sehr. Seit 20 Jahren bespielt er mit Burt Bühnen in ganz Europa und es gibt sicher nur wenige Steckdosen in denen noch kein Bandmitglied von Burt seinen Amp eingesteckt hatte.
Solo veröffentlicht er unter dem Namen Wormhead noch Krach. Selten spielt er da auch Show mit.
Seit wenigen Jahren hat er eine neue Band gegründet. Falscher Hund haben kürzlich ihre erste Platte veröffentlicht und liefern einem auch ordentlich Stress.Neben all der Musik betreibt er auch noch ein kleines Label. Mit Puzzle Records steuert er ganz stark auf die 200. Veröffentlichung zu! Viele der Tapes hat er selbst in seiner Wohnung überspielt. Oft auch Cover und Shirts selbst bedruckt! Da steckt unglaublich viel Liebe drin!
1Black Flag – Damaged (1981)
Die erste US-Hardcore-Platte, die ich mir gekauft habeund wahrscheinlich auch die Platte, mit der meine Liebe zu Hardcore anfing. Hattesie vorher von einem Klassenkameraden schon auf Kassette bekommen und als wirim Schwarzwald im Schullandheim waren, landeten wir bei einem Ausflug nachFreiburg im WOM und ich musste diese Platte einfach kaufen. Danach wurde Metalfür einige Jahre erstmal weitestgehend uninteressant. Läuft hier immer nochregelmäßig und ist auch definitiv meine Black Flag-Lieblingsscheibe.
2Infest – Slave (1988)
Mein Erstkontakt mit dem Begriff Powerviolence und sicherlichauch stilprägend für die Musik, die ich mit meinen eigenen Bands mache. Ich weißgar nicht mehr, von wem ich das Album damals bekommen habe. Da ich vor demganzen Hardcore-Ding aber auch schon voll auf der Grindcore/Death-Metal-Schienegefahren war und musikalische Extreme mich auch schon immer reizten, hatte michdieses Album, schon allein wegen der Geschwindigkeit, in der hier Hardcorepunkzelebriert wird, direkt in seinem Bann.
3Kettcar – Du und wieviel von deinen Freunden (2002)
Ein wirklich grossartiges Album, mit grossartigen Texten, das ich heute auch noch komplett mitsingen kann. Live 2003 im P-Werk in Blieskastel richtig gut. Mit den nachfolgenden Platten verlor ich dann leider ein bisschen das Interesse, wobei sie mich mit „Ich vs. Wir“ 2017 wieder gekriegt haben. Und sind wir mal ehrlich, ein Album, das heißt, wie ein Zitat aus The Breakfast Club, muss einfach gut sein.
4Shellac – At Action Park (1994)
Die steht hier jetzt einfach mal stellvertretend für alle Shellac-Platten, einfach weil es das erste Album und mein Erstkontakt ist. Eine Band, die keine schlechte Platte gemacht und mich live auch immer überzeugt hat. Leider ist Steve Albini viel zu früh gestorben.
5Ten Foot Pole – Rev (1994)
In dem Genre Melodic Hardcore meine absolute Lieblingsplatte. Vom ersten bis zum letzten Ton einfach nur gut. Bin bei Bands generell sehr auf den Gesang fixiert und wenn der mir nicht 100 % passt, wird es schwierig. Hier stimmt einfach alles. Fun Fact am Rande: Die CD-Version war das erste Geburtstagsgeschenk an meine Frau, als wir uns gerade erst kennengelernt hatten. Das ist jetzt 31 Jahre her und die Beziehung hat bis heute gehalten. Ob es was mit dem Album zu tun hat, weiß ich natürlich nicht, aber auch heute hören wir Rev z.B. auf Autofahrten immer mal wieder.
6Portishead – Dummy (1994)
In einer Zeit, die bei mir eher von Hardcore/Punk und Hip Hop geprägt war, bekam ich das Portishead-Debüt von einem Freund und war direkt schockverliebt. Das Genre war für mich völliges Neuland, aber irgendwas an diesem Album ließ mich nicht mehr los. Der Sound, dieser zerbrechliche Gesang von Beth Gibbons ist ganz großes Kino. Läuft hier auch heute noch regelmässig, wie eigentlich alles von Portishead.
7Anthrax – Among the Living (1987)
Bevor ich im Hardcore/Punk landete, war Metal für mich das Ding. Glücklicherweise bekamen wir irgendwann in den Achtzigern eine RTL-Antenne aufs Dach, und bevor das Tagesprogramm nachmittags startete, liefen dort Musikvideos und es gab dort immer eine Stunde (oder länger?) Metal-Videos, und da hörte beziehungsweise sah ich einige Bands auch zum ersten Mal, unter anderem Anthrax. Bin dann am nächsten Tag direkt in den Plattenladen meines Vertrauens und habe mir das damals aktuelle Album mitgenommen. Fand als 12- oder 13-Jähriger auch total faszinierend, dass Scott Ian zum Beispiel Public Enemy Shirts anhatte – und das als Gitarrist in einer Metalband. Das war irgendwie cool. Höre das Album auch heute immer mal wieder, und wir hatten zum Spaß vor Jahren mal eine Proberaum-Coverband, in der wir unter anderem einige Songs davon gecovert haben.
8The Get Up Kids – Something to write home about (1999)
Mit dem Genre Emocore konnte ich auch schon immer was anfangen, egal ob schon relativ früh mit Embrace oder ein paar Jahre später dann mit Bands wie Texas is the Reason, The Promise Ring etc. Gefühlt ist das hier mein meistgehörtes Album in diesem Genre und das Konzert in Köln, das wir letztes Jahr zum 25-jährigenJubiläum erleben durften, war einfach grossartig.
9Pelican – Australasia (2003)
Hier mal noch eine Instrumentalband für die Liste. Pelican ist eine meiner absoluten Lieblingsbands und hat für meinen Geschmack keine schwache Platte gemacht. Australasia war mein Erstkontakt und steht hier deshalb auch wieder stellvertretend für die gesamte Diskografie. Sie schaffen es immer wieder, eine schwere, massive Klangwand zu erschaffen, die dich einfach überrollt. Letztes Jahr in Bochum nach Jahren endlich mal wieder live gesehen und die Anreise hat sich auf jeden Fallgelohnt.
10Glimmer – Get Weak (2025)
Zum Schluß mal noch ein aktuelles Album. Glimmer aus New York durfte ich zum ersten Mal letztes Jahr im Juli live erleben. Meine Frau und ich besuchen ziemlich regelmäßig Konzerte im Kinett in Kusel und schauen uns dort oft Bands an, ohne uns im Vorfeld anzuhören, was uns erwartet. Enttäuscht werden wir eigentlich nie und mit einigen Bands, die ich aktuell Zuhause höre, hatte ich bei einem dieser Konzerte Erstkontakt. So auch mit Glimmer. Diese Mischung aus Grunge, Shoegaze und Dream Pop zündete bei mir sofort und das Album läuft seit letztem Jahr quasi auf Dauerrotation. Zufälligerweise waren sie gerade wieder auf Tour und genau ein Jahr später durften wir sie an gleicher Stelle nochmal live erleben. Und weil wir gerade dabei sind, als kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr aus der Gegend seid und mit Post-Punk, Shoegaze, Psych Rock etc. was anfangen könnt, geht mal ins Kinett nach Kusel, das ist eine absolut unterstützenswerte Location, die richtig gute Bands bucht.




















