Album Nummer drei kommt mit einem Jahr erstaunlich schnell nach der zwei. Da ich die Band letztes Jahr für mich entdeckt habe, weckte die Ankündigung Vorfreude und Sorge zugleich. Vorfreude auf neues cooles Zeug gegenüber Sorge, dass es ein Schnellschuss ohne Qualität wird.
Keine Enttäuschung, Dead Pioneers schaffen es nachzulegen und zwar Feuer im Planwagen (versprochen es war die letzte Wild-West-Anspielung). Okay aber der Titel verspricht, es werden Ungerechtigkeiten, nicht nur gegenüber amerikanischen Indigenen, an den Pranger gestellt.
Also textlich klar anklagend und auch angesäuert, wird hier auch wieder weniger singend und mehr sprechend kredenzt. Musikalisch ist es zum letzten Album weniger HC-Punk und mehr Rock. Aber natürlich wird hier kein Stadionrock gespielt, weiterhin kratzig, dennoch etwas zahmer. Alles stimmig und interessant. Tipp: Nichts um es beim ersten Mal nebenbei zu hören. Ist bei mir im Stadtverkehr mit Auto gescheitert, da ich unbedingt verstehen wollte was Gregg Deal zu sagen hat und ständig zurückskippen wollte. Rhythmisch passen die Reden wieder gut zur Band und er passt die Aggressivität der Worte, des Ausdrucks immer gekonnt der Musik an.
Ein paar Features auf der Platte fügen sich gut ein und bringen stimmliche Abwechslung. Schimpftiraden von Jason Williamson (Sleaford Mods) in The Worst Among Us passen wie die Faust aufs blaue Auge, da der englische Aggro-Prediger ja auch Spoken-Word-Crossover mit Anklage zelebriert. Bei Never Alone sticht die Stimme von The Interrupters im Refrain heraus, wobei eben diese Sängerin ja mindestens polarisiert, bzw. immer wieder Nähe zum konservativen bis rechten Spektrum nachgesagt wird. Vielleicht als Statement?
Bestes Feature ist Nazi Teeth mit Stephanie Byrne von Cheap Perfume (Band muss ich noch nacharbeiten). Aber es auch alle Songs ohne Features auf den Punkt und die gesamte Platte ein Hinhörer.
Aber da die Songs gut sind, hätten sie auch sicher ohne Features funktioniert, bzw. werden sie auch sicher live.
Produktion ist immer noch mit Punk-Spirit, aber wuchtig. Das Cover macht was her.
Fazit: Für mich sind Dead Pioneers das Frischeste, was in den letzten Jahren in Sachen HC und Punk daher kam. Wieder keine Platte zum Schalala mitsingen, aber zum Mehrfachhören. Trotzdem hat das zweite Album Po$t American für mich noch ein bißchen die Nase vorn. Unbedingt live anschauen! Haben ein paar Termine im Juli!



















