Ambivalent ist ein berühmtes und berüchtigtes Wort. Angesiedelt irgendwo zwischen „uneins“, „unsicher“ und „verwirrt“. „Uneins“ trifft es wohl am besten, wenn es um das am 19. Juni 2020 erscheinende dritte Release The Ride der kalifornischen Punkrockerinnen Bad Cop / Bad Cop geht. Bei den ersten Durchläufen noch begeistert, fiel das Level leider doch merklich ab.

Musikalisch wird größtenteils melodischer Punkrock dargeboten, der immer mal wieder mit Pop-Punk und „Highschool-Rock“ versehen wird. Thematisch gehen die vier Punkrockerinnen aus Los Angeles einen kritischen Weg. Feministische und politische Themen werden aufgegriffen und vertont, was an für sich eine löbliche Sache darstellt.

“Since when do passports, without the right stamps
Send people back to concentration camps
No sight of future, no guarantees
Yet they still risked it all to save their families” – Pursuit of Liberty

Bad Cop / Bad Cop (Photo by Jason Cook)

Ich kenne die Band jetzt nicht persönlich, unterstelle jetzt aber mal, dass diese die Themen Ernst nehmen und eine gewisse Wut in sich tragen. Bedauerlicherweise höre ich diese Wut in deren musikalischen Wirken nicht wirklich heraus. Irgendwie klingt das Ganze eher, als seien die Vier etwas “verstimmt” statt manifest “wütend”.  Handwerklich gibt dabei an The Ride nichts auszusetzen: Man hört die kalifornischen Wurzeln heraus, sauber und souverän gespielt sowie gesungen sind die Lieder auch – und es werden wichtige Themen angesprochen. Leider bleibt, zumindest bei mir, nicht soviel hängen von den den 12 Liedern.

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Fazit

Netter Cali-Punkrock mit politisch-kritischen Texten. Nach den ersten Durchläufen versprach die Platte einiges – nachhaltig ist der Funke aber nicht übergesprungen. Ich vermisse bei The Ride etwas die Kompromisslosigkeit des Vorgängeralbums Warriors.

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