Acht verdammte Jahre hat es gedauert, bis Basement endlich mit Wired zurückkommen. Und ganz ehrlich: Das Ding klingt nicht wie das typische „Wir probieren’s halt nochmal“-Comeback einer Band, die längst von ihrer eigenen Nostalgie lebt. Wired klingt wie fünf Typen, die sich nach allem Chaos der letzten Jahre wieder daran erinnert haben, warum sie überhaupt mal zusammen Musik gemacht haben. Und genau deshalb funktioniert die Platte so brutal gut.

Photo Credit: Adam Powell
Schon nach den ersten Minuten wird klar, dass Basement keinen Bock hatten, einfach nochmal Colourmeinkindness 2 aufzunehmen. Klar, diese DNA ist immer noch da – diese schweren Gitarren, die melancholischen Melodien und Andrew Fishers sofort erkennbare Stimme –, aber Wired wirkt größer, mutiger und deutlich lockerer als alles, was die Band vorher gemacht hat. Nicht geschniegelt, nicht überproduziert, sondern lebendig. Man hört jeder Nummer an, dass Basement diesmal einfach gemacht haben, worauf sie Bock hatten.
Der Titeltrack Wired ist direkt so ein Ding. Nervöse Gitarren, treibende Drums, riesiger Refrain – das Teil schreit förmlich nach verschwitzten Clubshows im Sommer. Gleichzeitig hat der Song diesen leicht kaputten 90s-Alternative-Vibe, der sich sowieso durch die ganze Platte zieht. Man merkt einfach, dass Bands wie REM, Smashing Pumpkins oder auch Hum irgendwo im Hintergrund mitschwingen, ohne dass Basement jemals wie eine Kopie wirken.
Für mich ist Deadweight aber komplett das Herzstück des Albums. Alter, was für ein Song. Diese schwere, leicht noisige Gitarrenwand erinnert stellenweise fast an Grunge oder Shoegaze-Kram Mitte der 90er. Irgendwie dreckig, irgendwie emotional und trotzdem catchy ohne Ende. Genau solche Songs können Basement einfach besser als fast jede andere Band aus dieser ganzen Emo-/Alternative-Ecke. Das Ding fühlt sich an wie ein verlorener Sommerhit aus einer anderen Zeit.
Und dann hauen sie mit Broken By Design plötzlich so einen smoothen Indie-Song raus. Fast schon verträumt. Der Bass trägt den kompletten Track, alles wirkt deutlich ruhiger und atmosphärischer. Perfekter Gegenpol zu den härteren Momenten der Platte. Überhaupt ist genau das die größte Stärke von Wired: Die Band springt ständig zwischen Druck und Melancholie hin und her, ohne dass der Flow jemals verloren geht.
Was man Basement auf Wired extrem anhört: Die letzten Jahre waren wichtig. Die Pause nach Beside Myself, der Frust mit dem Major-Label, dieses komplette Hinterfragen der Band während Corona – all das steckt irgendwie in diesen Songs drin. Aber diesmal eben nicht nur als Selbstmitleid. Andrew Fisher klingt selbstbewusster als früher, weniger kaputt, weniger verkrochen. Die Songs haben immer noch diese melancholische Basement-Stimmung, aber eben mit einer neuen Stärke dahinter.
Und obwohl der letzte Song Summer’s End heißt: Für mich ist Wired die perfekte Platte für genau den Beginn des Sommers. Fenster runter, nachts durch die Gegend fahren, Festivals, verschwitzte Shirts, warme Luft. Dieses bittersüße Gefühl zieht sich komplett durch das Album. Nicht traurig im klassischen Basement-Sinne, sondern eher dieses melancholische „Alles verändert sich gerade, aber irgendwie fühlt es sich gut an“.
Das Krasse ist eigentlich: Basement hätten nach acht Jahren einfach irgendein solides Comeback-Album droppen können und alle wären zufrieden gewesen. Stattdessen liefern sie wahrscheinlich die beste und spannendste Platte ihrer gesamten Karriere ab. Wired klingt nicht wie eine Band, die zurückkommt. Es klingt wie eine Band, die gerade erst richtig angekommen ist.
Tracklist
1. Time Waster
2. Wired
3. Deadweight
4. Broken By Design
5. Pick Up The Pieces
6. Embrace
7. Sever
8. The Way I Feel
9. Satisfy
10. Head Alight
11. Longshot
12. Summer’s End














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