The Flatliners - Cold World (2026)
The Flatliners - Cold World (2026)

Cold World von The Flatliners hat mich ehrlich gesagt erstmal ziemlich kalt erwischt. Als das Album zum Reviewen hereingeflattert kam, war ich sofort der Erste, der laut „Hier!“ gerufen hat. Rückblickend vielleicht ein Fehler – oder zumindest einer, der mir gezeigt hat, wie sehr ich diese Band über die Jahre aus den Augen verloren habe.

Die Welt ist düster geworden – The Flatliners auch

Klar, ich kenne die alten Alben. Destroy To Create lief damals rauf und runter, Songs wie Fred’s Got Slacks gehören für mich bis heute zu den absoluten Klassikern der Band. Diese Mischung aus Punkrock, Ska und völlig unbeschwerter Energie war einfach genau mein Ding. Aber offenbar habe ich irgendwann aufgehört, die Entwicklung der Band wirklich mitzugehen. Ich kann dir nicht mal mehr sagen, wann ich The Flatliners zuletzt live gesehen habe. Lange her auf jeden Fall.

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Und genau das merkt man beim Hören von Cold World sofort. Mit den frühen Ska-Punk-Tagen hat das hier praktisch nichts mehr zu tun. Der Ska ist komplett verschwunden und wurde über die Jahre Stück für Stück durch einen deutlich düstereren, erwachseneren Sound ersetzt. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich erstmal durch die letzten Alben auf Spotify zu arbeiten, um überhaupt zu verstehen, wo die Band heute eigentlich steht. Das hat Zeit gekostet – und wahrscheinlich hätte ich die Entwicklung anders wahrgenommen, wenn ich sie Schritt für Schritt miterlebt hätte.

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Cold World ist kein schlechtes Album – nur nicht das, was ich erwartet habe

Denn schlecht ist Cold World definitiv nicht. Der Albumtitel passt sogar erschreckend gut. Sowohl zur aktuellen Weltlage als auch zur Stimmung der Platte. Das Album wirkt schwer, melancholisch und teilweise fast bedrückend. Viele Songs bauen eher Atmosphäre auf, als einfach nach vorne zu prügeln. Manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Einige Nummern driften für meinen Geschmack fast schon Richtung Alternative Rock ab und entfernen sich dabei ziemlich weit vom klassischen Punkrock-Gefühl, das ich früher mit der Band verbunden habe.

The Flatliners (2025) Photocredit Riley Taylor
The Flatliners (2025) Photocredit Riley Taylor

Trotzdem steckt in dem Album Qualität. Man hört, dass The Flatliners genau wissen, was sie tun und dass dieser Sound mittlerweile komplett zu ihnen gehört. Fans, die die Entwicklung der letzten Jahre mitgemacht haben, dürften mit Cold World wahrscheinlich ziemlich glücklich werden.

Ich persönlich ertappe mich allerdings dabei, wie ich mir die Zeiten zurückwünsche, in denen die Welt vielleicht nicht unbedingt besser war, aber man zumindest noch sorglos zu Ska-Punk tanzen konnte. Genau dieses Gefühl fehlt mir hier manchmal. Und vielleicht sagt das am Ende mehr über mich aus als über dieses Album.

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Tracklist

  1. Stolen Valour
  2. Good, You?
  3. Inner Peace
  4. And They’re Off
  5. Only Darkness
  6. Whyte Light
  7. Into Annihilation
  8. Pulpit
  9. Turning Signal Rhythm
  10. Gush
  11. Burn
  12. United In Spite
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