Wie jedes Jahr darf ich meiner vermutlich einzigen Tradition zum Jahresende nachkommen. Da ihr sicherlich noch nicht genug Wrapped-Postings von Privatpersonen gesehen habt: Viel Spaß mit meinem persönlichen Jahresrückblick für AWAY FROM LIFE.
Auf ein Neues musste ich versuchen, meine Highlights auf eine brauchbare Anzahl zu beschränken und selbstverständlich werde ich mich im Nachgang nochmal ärgern, da ich wieder vieles vergessen haben werde.
Ich bin Annika und fotografiere und schreibe nun seit gut acht Jahren für dieses Fanzine.
Alben des Jahres 2025
Viagra Boys – Viagr Aboys
Das neuste Album der Viagra Boys liefert das, was man nach den Vorgängern erwartet hat – nur eben nochmal viel besser als eh schon und sowieso! Noise, Post-Punk, Jazz – alles cleverst kombiniert. Ich glaube ich habe diese Platte dieses Jahr mit Abstand am häufigsten gehört! Die Videos sind ebenfalls herrlich skuril und eine absolute Empfehlung!
Mantar – Post Apocalyptic Depression
Die Vorfreude war groß und ich wurde nicht enttäuscht! Wahnsinnig gute und vielschichtige Platte – mal melodiöser, mal Geballer. Blackened Punk mit catchy Punchlines. Kein Füllwerk.
Und wer auf gut gemachte Limited Editions steht, wird die Box zur Release lieben: Kein Kitsch, kein Nippes – dafür gibt es zur Vinyl u.a. ein hochwertiges Booklet mit Lyrics und Fotografien, einen superschönen Print, ein hochwertiges Cut-Out Backpatch und eine 7″ mit unveröffentlichten (Cover-)Songs.
The Good, The Bad & The Zugly – November Boys
Ein weiterer Banger der Norwegen, die so selten außerhalb Skandinaviens touren, dass ich es fast schon persönlich nehme. Das Album vereint schwarzen Humor, geschickte Wortspiele und eine charmante Räudigkeit. Starke Platte – auch wenn es dazu leider kein Musikvideo gibt, das ich hier verlinken könnte.
Berlin 2.0 – Kaltental
Die Band setzt im Vergleich zum großartigen Vorgänger Scherbenhügel tatsächlich nochmal einen drauf – ist düsterer, härter, dringlicher. Heraus kam ein wunderbares und wichtiges Album, das an Eindeutigkeit seinesgleichen sucht.
Singles / Videos / EPs des Jahres 2025
Blood Command – All I Ever Hate About Is You
Neben der deutlich poplastigeren Single We Could Be Heaven haben Blood Command mit All I Ever Hate About Is You einen würdigen Einstand auf ihrem neuen Label Arising Empire gegeben.
March – Greed
Großartige Single mit Video von March. Die Band hat mich einfach noch nie enttäuscht – live sowie mit ihren Releases! Außerdem wurden auf Tour weitere neue, teils noch unveröffentlichte, Songs gespielt. Darauf dürfen wir uns definitiv genauso freuen!
Konzerte / Festivals 2025
Anfang des Jahres hat es mich mal wieder spontan in das ehemalige Kino Kinett in Kusel (über das es übrigens auch eine interessante Doku gibt) zu einem Konzert der Baits verschlagen, das wirklich toll war. Als neue(re) Konzertlocation in der Region haben ich die Halle Verrière in Meisenthal (Frankreich) für mich entdeckt, wo ich im März u.a. Brat, Full Of Hell und Napalm Death gucken war. Bei der Anniversary Tour von The Baboon Show in Wiesbaden war es ebenfalls sehr schön und ich konnte *endlich* Blood Command live sehen. King Parrot in Karlsruhe war ebenfalls eine abgedrehte Sache. Das Manchester Punk Fest ist eh mein erklärtes Lieblingsfestival und hat auch in diesem Jahr nicht enttäuscht. U.a. die Auftritte von Nexo, Pizzatramp, Knife Club, Jodie Foster, Christmas, Bruise Control, Helle, The Chisel & Single Mothers waren für mich persönlich besonders. Besser kann man Ostern nicht verbringen!
Für die Viagra Boys in Esch Sur Alzette habe ich einen anderen Konzert-Weekender sausen lassen aber sorry, das war es wirklich wert: wirklich eine herausragende Live-Band!
Beim Tons Of Rock in Oslo habe ich Turbonegro endlich mal wieder live gesehen und das Heimspiel war wirklich besonders, auch wenn es auf einem der größten Festivals, die ich jemals besucht habe, stattfand. Es gab sogar einen extra Themenbereich zur Band mit Skate Ramp, eigenem Merchtable und einem mit Gigpostern dekorierten Getränkestand, bei dem es Turbopils gab, einem Skateshop und eine Ausstellung mit beeindruckenden Fotografien von Stian Andersen. Ebenfalls haben an dem Tag u.a. The Good The Bad & The Zugly (ja, man muss meist nach Nord, um die Band live zu sehen), The Sex Pistole mit Frank Carter und The Bad Nerves gespielt. Außerdem habe ich noch gesehen, wie das Green Day Karnickel von der Bühne gefallen ist. Das Vieh hat es so okay überstanden und viel mehr habe ich von der Band auch nicht mitbekommen, da es wieder zurück in die Innenstadt ging. Ausgehen-Tipp zum Essen: Skrenten Pizza.
Auf dem Heimweg von diesem Road Trip haben wir noch einen Stop in Hamburg gemacht und Spontan Black Flag im neuen Line-Up geschaut. Wie immer bei Konzerten alter Bands mit neuer Besetzung gibt es diese selbsterklärten eingefleischten Fans der Band, die ganz geschockt und enttäuscht sind, wenn sie hören, dass echt nicht (in diesem Fall) Henry Rollins auf der Bühne steht. Aber die Enttäuschung wich schnell der Begeisterung bei eben jenem Fan und ich war ebenfalls wirklich zufrieden mit dem Konzert. Eine wütende, junge Frau am Gesang. Das passt wunderbar zu den Songs!
Beim Krach am Bach in Pröllsdorf haben Mad Sin abgesagt und wurden durch schönerweise Private Funktion ersetzt, die ich auch schon lange mal live sehen wollte. Außergewöhnliche Live-Show – auch wenn ich dabei ein Stück Zahn verloren habe. Tags drauf beim Sjock Festival in Belgien habe ich u.a. nochmal Turbonegro gesehen und ein letztes mal Refused live erlebt. Mit Christmas auf Tour in Italien konnten wir den Sommer um ein Wochenende verlängern, inklusive Baden im Meer. Im Herbst war es dann bei den Familientreffen bei Pascow in Esch (Luxemburg) und Kaiserslautern, hier mit den wunderbaren Waumiau, famos. Ebenfalls in Kaiserslautern habe ich früher im Jahr in einer wahnsinnig kleinen Kleipe die legendäre Walter Elf (mit leicht abgewandelten Texten) endlich mal live sehen können, was wirklich sehr familiär war. Am darauffolgenden Tag hat die Band dann übrigens in der Halle des Fritz-Walter-Stadions gespielt.
Mit March durfte ich in meinen Geburtstag reinfeiern und am vergangenen Wochenende konnte ich Blood Command dann sogar ein zweites mal sehen – zwar wieder in Wiesbaden, diesmal aber im Kesselhaus und mit einem kompletten Set als Headliner-Show. Hammer! Eines der letzten Konzertwochenenden des Jahres wird nun am Wochenende beim Christmas Sucks Festival in Neunkirchen begangen.
Enttäuschung des Jahres 2025
Weltgeschehen: Wie auch 2024 absoluter Abfuck!
Musik und Szene: Leider hat es wieder einige Venues und Festivals gekostet. U.a. das Krach am Bach Festival wird 2026 dann zum letzten Mal stattfinden. Kleine Läden (nicht nur in unserer Region) schließen bald oder haben bereits die Segel gestrichen
Besonders kleine Veranstaltungen haben es meist schwerer. Trotzdem gibt es nach wie vor die Leute (DIY sowie professionell), die mit viel Herzblut weiterhin unermüdlich dafür sorgen, dass subkulturelle Musik live stattfinden kann, auch wenn das meist nicht die lukrativsten Veranstaltungen verspricht. Danke dafür! ♥
Ausblick für 2026
Wie jedes Jahr ist die Vorfreude auf die nächste Ausgabe des Manchester Punk Fest bereits am Start. Ebenso bin ich gespannt auf das kommende Album von Gluecifer. Immerhin haben sie als Toursupport bereits The Good, The Bad & The Zugly bestätigt! Wenn Gluecifer einladen, verlässt man also auch endlich wieder den hohen Norden…
Außerdem wünsche ich mir neues Material von Blood Command.
Spotify-Playlist
Folgt hier unserer Spotify-Playlist zum Best-Of Hardcore-Punk 2025.
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![Interview mit Robert “Nunzio“ Ortiz und Drew Stone von Antidote [2013]](https://www.awayfromlife.com/wp-content/uploads/Antidote-Hardcore-Band-New-York-218x150.jpg)












