Descentens in Munich (Photo by Michelle Olaya)

Es ist wieder so weit – das Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch 2019 durften wir uns wieder über wunderbare Veröffentlichungen, grandiose Shows und unvergessliche Festivals freuen! Im Dezember verraten wir Euch wieder täglich unsere musikalischen Highlights des Jahres. Unser Best-Of HC-Punk 2019!

Gleichzeitig dürft Ihr uns bis zum 31. Dezember 2019 Eure Highlights des Jahres in unserer Leserumfrage verraten.

Beantwortet hierfür einfach kurz folgende sechs Fragen und gewinnt mit etwas Glück 1 von 3 Überraschungspaketen im Sachwert von über 200 Euro! Die Ergebnisse der Umfrage präsentieren wir Euch dann im Januar 2020.

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Marcells Hardcore-Punk Highlights 2019

Oh yeah! Endlich darf ich wieder meine Highlights nennen. Unglaublich, dass ich das jetzt schon das dritte Jahr in Folge tu. Es kommt mir vor, als ob ich erst seit gestern bei AWAY FROM LIFE dabei bin, dabei sind es jetzt schon über zwei Jahre – die Zeit fliegt wenn man Spaß hat. Dieses Jahr hatte ich unglaublich viele schöne Momente, die mit AWAY FROM LIFE zu tun hatten. Ich durfte Helden von mir wie Lars Frederiken oder Joey Cape interviewen, Reviews zu tollen Platten wie dem neuen Bad Religion-Album schreiben und u.a. vom Ruhrpott Rodeo berichten. Schwierig sich da auf ein paar Highlights zu beschränken, aber ich habe es trotzdem mal versucht.

Alben des Jahres

Bad Religion – The Age Of Unreason

Wenn deine Lieblingsband ein neues Album ankündigt, ist die Vorfreude natürlich riesig. Und wenn die letzten Platten schon geknallt haben, dann ist auch die Erwartungshaltung hoch. So ging es mir mit dem neuen Bad Religion-Album, was seit Mai bei mir auf Dauerschleife läuft. Zugegeben, bei den ersten 2-3 Durchläufen hat mich The Age Of Unreason noch nicht vom Hocker gehauen, nachdem ich das Ding aber immer wieder von vorne startete, war irgendwann klar, dass das hier das beste Album des Jahres ist. Old Regime und Candidate sind zwei der besten Songs, die dieses Jahr rausgekommen sind, My Sanity, The Paranoid Style, What Tomorrow Brings und der Titelsong reihen sich dazu in der Königsklasse der Bad Religion-Hits ein. Die paar Durchhänger wie Since Now oder Big Black Dog sind bei dem hohen Niveau mehr als verschmerzbar. Genial, dass Bad Religion nach all den Jahren immer noch so geile Platten machen und dementsprechend ist The Age Of Unreason für mich mit Abstand das beste Album des Jahres.

Raised Fist – Anthems

Raised Fist sind über die Jahre immer an mir vorbeigegangen und ich hatte nie einen Bezug zu den Schweden. Für die Interviewvorbereitung mit der Band, habe ich aber natürlich das neue Album Anthems gehört. Und Junge Junge, was ein krankes Album. Raised Fist haben nicht zu viel versprochen, als sie meinten, dass sie hier ein Meisterwerk erschaffen hätten und dass dies ihr bestes Album ist. Zehn Hits, die einem komplett die Rübe wegblasen, dass man echt ins Staunen kommt. Sie reden nicht um den heißen Brei herum und kommen musikalisch direkt auf den Punkt. Es sind simple, aber dafür mega eingängige und perfekt produzierte Songs. Sänger Alle ist mit seinen Gesangstechniken so variabel wie nie und das Drumming ist perfekt. Nicht zu einfach, aber auch nicht zu kompliziert, sodass es den Hörer überfordert – so soll es sein. Ob Raised Fist mit Anthems noch als klassische Hardcoreband durchgehen, ist natürlich streitbar. In seiner Art und Weise ist das neue Album aber perfekt. Jeder sollte mal reinhören, egal ob er mit Hardcore oder Raised Fist bisher was anfangen konnte oder nicht.

Schockromantik – Feuer & Flamme

Schockromantik sind eine kleinere Band aus Essen, die ich aber schon seit ein paar Jahren auf dem Schirm habe. Die bisherigen Platten fand ich immer cool, jedoch hatte mich die Produktion nie so ganz umgehauen (kleine Bands ohne Label haben natürlich auch nicht das große Budget). Das neue Album Feuer & Flamme hat mich aber echt gepackt. Der Sound ist fett und das Songwriting cool und abwechslungsreich, ohne zu kompliziert zu werden – so wie ich es mag. Die Texte sind überwiegend lustig und treffen meinen Humor, ohne dass sie zu flach sind. Was Schockromantik hier vor allem geschafft haben, ist es unglaublich viele Ohrwürmer und geile Hooks zu schreiben. Hits, Hits, Hits! Vor allem Drei Asis Aus´m Ruhrpott, Alkoholminister und Grüße aus der Hängematte haben es mir echt angetan und laufen seit Release auf Dauerrotation. Checkt die Band und vor allem dieses Album unbedingt mal aus!

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EP des Jahres

Watch Me Rise – Cancer

Ich bin gar nicht so der EP-Typ und die meisten gehen an mir vorbei. Diese Zwei-Songs-EP von den Frankfurtern Watch Me Rise finde ich jedoch großartig! Eine Band, die eigentlich im Großen und Ganzen als Post-Hardcore durchgeht, zeigt hier zwei Lieder die gut in dieses Genre passen, jedoch musikalisch auch etwas experimentieren. Der Titelsong Cancer ist hart und emotional, es geht um die Krebsdiagnose des Drummers Sven. Der zweite Song Addict ist etwas indielastiger aber nicht weniger schlecht, sehr schön melodisch. Mit dieser EP haben sich Watch Me Rise auch erstmals auf eine große, komplett selbst-organisierte Tour gewagt, die sie leider kurz vor den zahlreichen Großbritanniengigs abbrechen mussten, da die Gesundheit von Drummer Sven und die wiederkehrende Depression von Sänger Josh dazwischen kamen. Ich hoffe, dass beide auf dem Weg der Besserung sind und es mit Watch Me Rise bald weiter geht. So eine tolle Band gehört einfach auf die Bühne.

Konzerte des Jahres

Descendents, Smoke Or Fire, March – 29. Juni / Köln, Live Music Hall

Endlich konnte ich mal eine Clubshow der Descendents sehen, das beste was man an einem 40-Grad-Tag in Köln machen kann. Die beiden Vorbands March und Smoke Or Fire gingen ein bisschen an mir vorbei, pünklich zum Start des Mainacts fand ich mich aber in einer angenehm gefüllten Live Music Hall an der Bar ein und genoß die tolle Show. Die Setlist war überragend und kein Hit fehlte. Neue Sachen, alte Sachen, alles dabei. Wenn es draußen kochend heiß ist, gibt es kaum was besseres als ein kaltes Getränk in der Hand zu halten und eine geile Punkshow zu sehen. Milo war in Topform und macht super Witze zwischen den Songs und Bill Stevenson hat so tight Schlagzeug gespielt, dass es auch vom Band hätte kommen können – absolutes Tier der Typ. Ganz klar eines der besten Konzerte dieses Jahr.

Run Zero – 15. März / Emden, Grusy

Eine weitere (noch) relativ unbekannte Band im Best-Of 2019. Run Zero aus Oldenburg höre ich seit ein paar Jahren regelmäßig und verfolge die Band sehr genau. Am 15. März haben sie in Emden gespielt und es war ohne Scheiß einer der geilsten Abende überhaupt. Das Grusy ist ein winziger Laden und vielmehr eine Kneipe als ein Club mit der kleinen Bühne in der Ecke platziert. Es passen kaum mehr als 50 Leute rein, was bei einem vollen Abend also den Hexenkessel garantiert. Dass man in so einem kleinen Laden Crowdsurfen kann, hat mich zunächst verwundert, bis ich mich ebenfalls dazu habe hinreißen lassen. Run Zero haben auf Platte schon tolle Songs, live sind sie aber noch geiler. Und das tolle an so einem Konzert: Wenn das Set eigentlich durch ist, das Publikum aber noch Weiterfeiern will, werden die besten Songs eben doppelt gespielt. Warum macht das eigentlich keine große Band?

Rogers – 27. April / Köln, Live Music Hall

Noch ein Konzert in Köln, nochmal in der Live Music Hall – dieses mal etwas früher im Jahr. Auf die Rogers fahr ich seit ihrem vorletztem Album Augen Auf! echt ab. Nachdem sie letztes Jahr beim Ruhrpott Rodeo schon super waren, hab ich mich auf meine erste Rogers-Clubshow sehr gefreut. Und was soll man sagen: ich wurde nicht enttäuscht. Die Düsseldorfer haben alles gegeben und jeden Songs gespielt, den ich feier. Die Stimmung im Publikum war überragend und ein bisschen wie bei den Broilers oder den Hosen – nur eben (noch) ein paar Nummern kleiner. Die Stimme von Sänger Chri war zwar mega heiser (kein Wunder beim vorletzten Tourstop von über 20 Dates in fast genauso vielen Tagen), aber das war dann auch schon egal. Richtig geiler Abend!

Festivals des Jahres

Ruhrpott Rodeo – Hünxe

Wie jedes Jahr: mein Lieblingsfestival. Mit nem Kumpel da gewesen, die erste Nacht noch im Auto aufm Parkplatz eingepennt (Scheiß Sangria), ab Freitag dann aber bei ein paar geilen Typen gezeltet (die man halt so kennenlernt), die einem Rührei mit Lachs zum Frühstück servieren. From Zero to Hero. Eigentlich hätte ich das ganze Wochenende auch auf dem Zeltplatz verbringen können und es mir gut gehen lassen, ein paar Bands wollte ich dann aber doch noch sehen. Die besten Aufritte waren ganz klar von Agnostic Front und Cryssis. Aber auch die Kassierer, die Lokalmatadoren, Casualties oder die Chefdenker waren der Hammer. Wenn ein Auftritt mal nicht so gut war, einfach zum Zeltplatz (der Weg ist ja kurz), dort das schöne Leben genießen und dann wieder zurück vor die Bühne. Ein besseres Wochenende hätte ich nicht haben können.

Stäbruch Festival – Untererthal

Endlich konnte auch ich unserem eigenen Festival beiwohnen, nachdem es die letzten beiden Jahre leider nicht geklappt hatte. Es war natürlich auch die perfekte Gelegenheit, um die anderen Menschen von AWAY FROM LIFE mal wieder zu treffen und zusammen zu feiern. Gerade das Wort „feiern“ wurde dann am Samstag ganz groß geschrieben. Die Bar hat früh eröffnet und nach ein paar Bier gingen wir dann zu den schnellen Cocktails über. Die ersten Auftritte waren schon cool (vor allem der von Thin Ice), mit der Zeit waren aber immer Bands dabei, die ich noch nicht kannte, die mich aber total umhauten. Das beste Konzert kam meiner Meinung nach von The Take, die seitdem auch Stammgäste in der Musikausgabe meines iPods sind. Zum Konzert von Agnostic Front kann ich leider nicht so viel sagen, weil die zahlreichen leckeren Cocktails mein Erinnerungsvermögen etwas angegriffen hatten, war aber bestimmt sehr geil. Danach noch lange weitergefeiert und am nächsten Tag kaputt aber zufrieden nach Hause gefahren. So soll das sein.

Ausblick für 2020: Für das nächste Jahr wünsche ich mir…

Eigentlich nicht konkretes… Ich hab Bock auf das neue Social Distortion-Album und lasse mich sonst mal überraschen, was so kommt. NoFX sollen ja an was neuem arbeiten, das wird bestimmt super. Ansonsten hoffe ich auf viele weitere schöne Stunden, die ich mit der Arbeit bei AWAY FROM LIFE haben werde und natürlich auf die nächste Ausgabe vom Stäbruch.

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