Castillo - Live @ MK-Bar 29.04.2026 Esch- Alzette

Okay, ich hab echt mit mir gehadert, ob ich überhaupt einen Konzertbericht schreiben soll. Ich bin nämlich irgendwie gar nicht mal so erfreut, über den gestrigen Abend. Eigentlich bin ich sogar recht wütend oder enttäuscht. Dazu später mehr. Letztendlich konnte ja keine Band was dafür, im Gegenteil, die waren sehr geil.

Als ich sah, dass Castillo ihre erste Europatour spielen sollten, stellten sich bei mir die Lauscher auf. Nur ein Date in Deutschland, das ich leider nicht für mich in Anspruch nehmen konnte, aber dann sah ich zu meiner Überraschung, dass sie auch eine Show in Luxemburg spielen.

Klar hatte ich schnell raus, wer die Show veranstalten sollte. Mein Kumpel PYK (The Skinflicks) und Dr. Gonzo. Die beiden haben vor kurzem mit Not Like You Productions eine Konzertgruppe gegründet, die eigentlich Streetpunk- und Oi!-Bands machen wollte.

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Also quasi ein Heimspiel für mich mit einer Band, auf die ich mich super freute.

Der Abend fing für mich mit einer noch unbekannten Band an.

Castillo/ Feed The Fox - Live @MK-Bar (2026) Flyer by Raoul Mangen
Castillo/ Feed The Fox – Live @MK-Bar (2026) Flyer by Raoul Mangen

Feed The Fox

Feed The Fox sind eine neue luxemburgische Band, wenn man denn so will. Die Bandmitglieder kommen eigentlich von überall auf der Erde: Frankreich, Amerika, Australien. Was die Bandmitglieder eint, ist, dass sie alle in Luxemburg wohnen und ihre Liebe zum Punkrock.

Die Musik von Feed The Fox? Nun ja, NOFX meets Me First And The Gimme Gimmes. Humor haben sie auch, und das nicht zu knapp. So hat der Drummer irgend so eine komische Samplemaschine, mit der er Geräusche einspielt. Wie zum Beispiel tosender Applaus. Der Bassist hatte ein T-Shirt mit der Aufschrift: Bass Lines Matter. Der Typ spielte aber auch Basslines, die nur geil waren. Am Schluss priesen Feed The Fox dann an, dass sie ein bekanntes Cover spielen. Ich musste echt dreimal hinhören, um zu erkennen, was es sein soll. Als die Lyrics „I can eat my dinner in a fancy restaurant“ erklangen, wusste ich auch endlich, was sie spielten. So konnte ich mir ein mehr als breites Grinsen nicht verkneifen, denn so herrlich, wie die den Song verwursteten, hab ich das noch nie gehört.

Tja, was soll man sagen, das war nicht perfekt, das muss aber auch nicht sein, hier und da ein paar Patzer vielleicht, aber am Ende merkte man der Band an, dass es ihnen um den Spaß am Spielen ging, und den hatten sie definitiv.

Aber eigentlich hätten sie auch im Proberaum bleiben können, denn neben mir standen vielleicht noch drei oder vier Leute vor der Bühne, um sich das Ganze anzusehen. Der Bassist Julien, mit dem ich nach der Show ins Gerede kam, und der mir Pizza anbot,  bestätigte mir aber genau das, was ich mir dachte. Egal, ob da nur ein paar Leute stehen, wir spielen und wollen Spaß.
Ich fand’s geil.

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Setlist Feed The Fox

    1. Intro
    2. Streetlight
    3. Machine
    4. Stuck In A Rut
    5. Iris
    6. Dance Alone In The Rain
    7. Blur
    8. Brusing
    9. Nothing Compares To You

Castillo

Auf Castillo hatte ich mich im Vorfeld mehr als gefreut. Die Band hat ja selbst bei ihrer ersten Euro-Tour nicht so viele Dates gespielt. Am Tag zuvor waren sie im Don’t Panic in Essen. Schickeria, der in Essen war, schrieb mir dann: Freu dich auf heute Abend, Castillo sind großartig.

Das klang doch schon mal super und machte echt noch mehr Bock. In Essen schien nicht nur die Show ein kompletter Abriss gewesen zu sein, scheinbar wurde auch das Merch geplündert. Der Gitarrist der Band, (der das nächste CMI-Album eingespielt hat)  meinte zu mir, dass sie wohl keine Shirts mehr hätten: These Germans bought everything! Also gab es nur noch zwei 7 Inches, einmal die Signs Of A Different Time und einmal die Split mit Templars. Na gut, sie verkauften dann das auf 50 limitierte Tape, das eigentlich für den Bal Des Vauriens gedacht war.

Auf dem Flyer stand Medieval Oi! Das kann man so stehen lassen, wenn man vom visuellen Aspekt ausgeht, wenn es um Platten oder Merch geht, aber ansonsten spielen Castillo einfach räudigen Streetpunk. Hey, die einen Oi!-Bands thematisieren Eier in ihrem Merch, die andern halt Drachen, Burgen und Ritter.
Jedenfalls wurde die Band zu Corona-Zeiten von Alex Zambrano gegründet, den man vielleicht von Combat Force, Criminal Outfit oder Repeat Offender kennt.

Schickeria hatte recht, die Band lieferte den absoluten Abriss, und besonders Alex gab alles, sprang herum wie ein Flummi und suchte den Kontakt mit dem Publikum. Publikum? Nun ja, das war halt so eine Sache, waren vorhin bei Feed The Fox 3 bis 4 Leute vor der Bühne, kamen jetzt ungefähr 16 oder 17 dazu. Sehr schade an sich, aber der Band schien es komplett egal zu sein, denn die lieferte. Und dafür mal Respekt meinerseits. Persönlich wäre ich in so einem Fall nicht sonderlich motiviert, zu spielen. Castillo ließen sich sogar noch zu einer Zugabe hinreißen.
Alles in allem absolut sehenswert.

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Setlist Castillo

  1. Their Lies
  2. Pride And Fury
  3. Nightmare
  4. Call Lane
  5. Pleasure And Pain
  6. Faded Memories
  7. Endless Days
  8. My World
  9. Where I Belong
  10. Glorious
  11. Battle Cry

Fazit

Zwei Bands, die echt alles gegeben haben, und das trotz sehr, sehr wenig Publikum. Und da will ich nochmal auf den Anfang des Artikels zurückkommen. Ja, ich bin echt sauer und echt enttäuscht. Wenn ich hier gesehen habe, was der Veranstalter drauflegen musste, und der sich überlegt, ob er überhaupt noch was macht, weil es ja eh keinen Sinn macht, finde ich das mehr als übel.
Klar, mir könnte es egal sein, ich hab zwei Bands gesehen, die lieferten, und hatte für fairen Eintritt einen tollen Abend mit ein paar Bekannten. Dennoch ist es mir eben nicht egal. Wenn ich sehe, dass Sebastian von Save The Vinyl aus Zweibrücken anreist oder dass zwei Metalheads, vom EMF hier waren. Alex von Selfish Hate extra eine dreistündige Fahrt aus Freiburg in Kauf nimmt, um die Band zu sehen, finde ich das alles mehr als befremdlich.
Ja, auch ich musste am Tag darauf auf die Frühschicht. Ist dann halt mal so. Aber scheinbar kann man in Luxemburg noch so geile Bands booken, wie man will, der Luxemburger Punk, Skin oder Hardcore-Kid liegt wohl lieber zu Hause auf der Couch. Lächerlich!

 

🎧 Unsere Playlist
– Playlist: Happy Release Day

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