Immer noch unglaublich, dass ClickClickDecker bei Audiolith unter Vertrag stehen, sind sie doch etwas unterschiedlich zum sonstigen Electropunk- und Hip-Hop-Programm des Labels. Aber das spricht eigentlich nur für das sympathische Label.

Wer die Band noch nicht kennt: ClickClickDecker kommt aus Hamburg und wurde ursprünglich als Liedermacher- / Songwriter-Projekt von Kevin Hamann (Bratze) gegründet, besteht aber seit einigen Jahren aus drei Leuten: Kevin Hamann, Oliver Stangl und Sebastian Cleemann. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und zahlreiche Effektgeräte. Die Musik ist und bleibt sehr ruhig: Akustik-Folk, manchmal mit Orchester vom Band. Waren die vorigen Alben schon recht ruhig und melancholisch, so hat Hamann auf seinem neuen Album Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten noch mal nachgelegt. In einer ehemaligen Dorfschule in Nordfriesland aufgenommen spiegelt das sechste Album des Trios Hamanns Gefühlslage während des Aufnahmeprozesses wieder. Und diese war nicht gut, wie man Textzeilen wie „Was ich von mir sagen will und was ich von mir halte/Ich bin der schrecklichste Mensch der Welt“ (auch der komplette Text von Schreckmensch) und „Ich hab hier mal was vorbereitet für meine Todesanzeige“ (Läuft es eher daneben).

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Wie vorher sind die Texte selten klar und pendeln zwischen Melancholie und Hoffnung, verklausulierte Alltagsbeobachtungen, Einblicke in die Gefühlswelt, aber auch codierte Beschreibungen, deren Entschlüsselung oft nicht gelingen will, vielleicht auch gar nicht soll. Die Stimme wird dabei Instrument und transportiert mehr eine Stimmung, als eine Aussage. Das macht CCD zu etwas Besonderem.

Dabei erinnert vieles an Element of Crime, insbesondere der Song Palmaille und der Rausschmeißer Fast nie eigentlich immer, doch CCD sind mehr, sind dann doch anders. Sind vor allem etwas besonderes, eine faszinierende Band mit einem faszinierenden Album.

1. Mandelika 4:01
2 Läuft es eher daneben 2:56
3 Bielefeld 4:09
4 Stoßlüften 4:27
5 Palmaille 4:11
6 Minutenklopfer 3:20
7 Schreckmensch 1:33
8 Festschwimmen 5:41
9 Zwei Klettergerüst 3:46
10 Wie wenn Du nicht mitkommst 3:36
11 Liebchen 1:41
12 Zu spät zu blöd 5:40
13 Fast nie eigentlich immer 4:55

Tourdaten

07.03. Berlin – Funkhaus
08.03. Leipzig – Neumanns
09.03. Nürnberg – Club Stereo
10.03. München – Kranhalle
11.03. Wiesbaden – Schlachthof
12.03. Oberhausen – Druckluft
13.03. Köln – Artheater
14.03. Bremen – Tower
15.03. Hannover – Lux
16.03. Hamburg – Knust

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Bewertung
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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc (Archivversion: http://archive.iamhavoc.de/), veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier.

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