Als Einstieg in 2020 wurde zum ersten Mal der New Year’s Bash ins Leben gerufen. Am Samstag und Sonntag des ersten Wochenendes im Jahr kamen sechs verschiedene Künstler in das Jugendzentrum Greenhaus in Schrobenhausen. Das Noisehausenfestival ist ein stetig wachsendes Festival im Sommer, mit Bands, wie The Baboon ShowKettcar oder The Intersphere. Dieses Mal konnten wir Sedlmeier, Rainer von VielenAlex Mofa GangAnyvilleYouth Okay und Blackout Problems anschauen.

Das Noisehausen Festival ist wie die Outdoor Version eine sehr heimelige Veranstaltung im kleinen Schrobenhausen. Man bemerkt am ersten Tag bereits viele lokale Gäste, die das JUZ aufsuchen. Im großen Ganzen hat das kleine Greenhaus alles, was man für die Veranstaltung braucht – Küche, Bar, Raucherbereich. Lediglich bei der Technik wurde es dann im hinteren Bereich eng.

Sedlmeier

Sedlmeier ist eine zuerst unauffällige Ein-Mann-Show. Der Sänger tritt allein als erster Act des Festivals auf, doch Unterstützung findet er bei seiner Leinwand samt Präsentation, mit der er sich zum Teil einen Wortwechsel liefert. Er schließt die Videos und Texte komplett mit in seine Performance ein. Apropos Performance – Sedlmeier hat mich mit charmanten Witzen und sehr schlagfertigen Kommentaren sofort abgeholt. Abgesehen vom musikalischen Teil war der ganze Auftritt ein Gesamtpaket.

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Typisch Sedlmeier: nichts in der Birne aber dicke Muskeln

Auch eine gewisse Selbstironie fehlt dem Senioren nicht. Mit seinen Songs, wie Senioren gegen Faschisten oder Ewiger Diskoschuh hat er mich und die restlichen Gäste begeistert. Sedlmeier trifft mit seinem Auftritt einen sehr speziellen aber einzigartigen Ton.

Rainer Von Vielen

Beim ersten Hören von Rainer Von Vielen war ich noch nicht so begeistert und dachte mir kurzzeitig „Oh Gott, ist das wirklich ein Akkordeon?“, aber trotzdem fand ich die Band im Endeffekt sogar gut. Einzigartig hierbei war das Instrument, dessen Namen mir partout nicht einfallen wollte, welches mit Luft und Händen bedient wird. Danke an dieser Stelle an Google, das mir jede dumme Suchanfrage beantworten kann: Es heißt Theremin!

Rainer Von Vielen haben mit ihrem erfolgreichsten Song bis dato den Hip-Hop begründet und haben dies auch unter Beweis gestellt. Mit Mein Block samt Akkordeon und Bayrisch haben sie wacker die Menge zum klassischen Bouncen bekommen.

Alex Mofa Gang

Über die Alex Mofa Gang kann ich leider nichts berichten, da wir gezwungen waren wegen den Zuganbindungen bereits den ersten Tag zu beenden. Schrobenhausen ist eben nicht gleich um die Ecke, aber ich glaube es war bestimmt gut!

Anyville

Man trifft bereits viele Schrobenhausener hinter und vor der Bühne und nun auch auf der Bühne! Als Auftakt für den zweiten Tag des Festivals traten die Local Heroes (we totally deserve) Anyville auf. Das Trio brachte einen ganz anderen Ton mit. Mit härteren Gitarren hatte der zweite Teil des New Year’s Bash gleich eine andere Stimmung bekommen. Damit haben die drei gestandenen Musiker einen erfolgreichen Einstieg in den Abend geliefert und sehr souverän abgeliefert. (Obwohl kurz die Technik versagt hat)

Youth Okay

Für diese Band braucht es erstmal eine Vergrößerung der Bühne. Insgesamt sechs (!) Musiker standen auf ein Mal da und hatten im JUZ eine kuschelige Bühne zur Verfügung. Zum Glück haben Youth Okay ihre Bühnenteile für die beiden Jungs an den Bläsern dabei. Hierbei fällt auf, dass viele Besucher extra für die Band angereist sind. Viele textsichere Fans sind dabei und grölen die eingängigen Songs von Youth Okay tapfer mit. Bei diesem Auftritt wurde es auch gleich ein paar Grad wärmer im Greenhaus.

Die Band nutzt ihre Blasinstrumente auf einzigartige Weise, die man zuerst nicht erwartet. Nämlich das was da als Klang raus kommt klingt nicht nach Bläsern. Schwer zu beschreiben, aber glaubt mir einfach! Die Musik hat sogar interaktive Elemente, die von den Bandmitgliedern vorgetanzt werden. Auf jeden Fall ist bei Youth Okay ausreichend Bewegung gewährleistet. Neben den vielen Tanzelementen fällt auch die extra Bühnenbeleuchtung und der sehr extreme Nebel auf, aber seht selbst:

Blackout Problems

Auf die Blackout Problems haben sicherlich die meisten sehnsüchtig gewartet. Die Jungs erfreuen sich schon seit längerem einer großen Beliebtheit in Deutschland und haben auch einige wartende Fans im Publikum – jeder zweite ausgestattet mit Rosen.

Als es endlich los ging, fing es gleich mit elektronischen Backtracks an zu Songs, die ich leider nicht mehr so gut kenne. Zu meinen Zeiten kam gerade das Album Gods raus, was nicht vergleichbar ist mit den aktuelleren Hits. Trotzdem muss ich sagen, dass mir der Auftritt sehr zugesagt hat, obwohl der Stroboeffekt auf Dauer anstrengend wurde. Viele feierwütige Fans ließen sich durch die kleine Location auch nicht aufhalten und fingen das moshen an. Letztendlich wurde die kleine Location vollends ausgenutzt und sich dadurch zu schlängeln war auf einmal gar nicht so einfach.

Bedauerlicherweise bemerkte man beim Bassisten ebenfalls leichte technische Probleme, aber die wurden professional überspielt. Live waren die Blackout Problems meiner Meinung nach sehr sympathisch und haben sogar den Veranstalter Andreas Baierl auf die Bühne zum Stagediven geholt. Sehr souverän und anscheinend mit Erfahrung ließ er sich von der Bühne zum Anfang des JUZs gleiten. Zusammenfassend ein gelungener Abschluss für die erste Veranstaltung des Jahres!

FAZIT

Ein interessanter Start mit zu Beginn wenig Besucherzahlen, was sich aber im Laufe des Wochenendes geändert hat. Man merkt, dass das Noisehausen viele Unterstützer hat, ohne die das Festival nicht stattfinden würde. Die beiden Abende waren zwar sehr unterschiedlich, aber clever gewählt. Für’s erste Mal hat sich der New Year’s Bash sehr gut geschlagen und hoffe, dass auch 2021 das Festival wieder stattfindet!

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