Social Distortion sind back! Mit diesem Satz fängt das Review an und mit diesem Satz wird dieses Review auch enden. Ich weiß gar nicht, ob ich es schon mal live miterlebt habe, dass das neue Album einer meiner Lieblingsbands so lange so sehnsüchtig erwartet wurde. Es ist ja bekannt, dass die Geburt von Born to Kill keine leichte war. Schon seit Jahren geistern die Gerüchte durch die Szene, dass Mike Ness endlich alles im Kasten hat – und spätestens 2022 kündigte er auf der Europatour ganz öffentlich an, dass das neue Album noch in besagtem Jahr erscheinen sollte. Dass es am Ende doch 15 Jahre seit Hard Times and Nursery Rhymes wurden, lag zum einen an Mikes Krebserkrankung (die er, Gott sei Dank, überstanden hat), zum anderen bin ich aber auch der festen Überzeugung, dass dieser Mann erst dann etwas veröffentlicht, wenn er es selbst wirklich für gelungen hält.
Um ehrlich zu sein, war ich vom letzten Album 2011 nicht allzu sehr überzeugt. Klar war mit Machine Gun Blues ein super Main-Hit drauf und auch andere Lieder waren cool, irgendwie fehlten mir aber der gewisse Biss und die letzte Überzeugung im Sound und in Mikes Stimme. Und wenn ich noch ehrlicher bin, hatte ich bei dieser besagten schweren Geburt auch die Sorge, dass nun erneut ein eher durchschnittliches Album erscheint. Aber weit gefehlt… Born to Kill ist mega!
Schon der Titeltrack als Vorabsingle hat einfach geknallt. Ein simples Gitarrenriff, ein typischer Social D-Text und dazu eine geile Produktion. Der Refrain ist eingängig, die Drums treiben wie sonst was nach vorne und das Gesamtgefühl zeigt einem einfach nur, dass Mike Ness unglaublich Bock auf Punkrock und klassischen Social Distortion-Style im Jahr 2026 hat. Das Gleiche gilt für No Way Out: ein nicht weniger starker Punkrock-Hit, der mit richtig Karacho nach vorne geht. Was für ein Auftakt!
Born to Kill ist insgesamt genau das, was man von Social Distortion erwartet. Es gibt die tragenden, lässigen Lieder wie The Way Things Were oder Partners in Crime, die melancholischen aber super melodiösen Mitsingsongs wie Don’t Keep Me Hanging On, oder die Überhits wie das sensationelle Tonight. Bei Letzterem verwette ich jetzt schon alles, dass dies der Standout-Track von Born to Kill und bei den kommenden Konzerten wird – egal, ob er noch als Single ausgekoppelt wird oder ein normaler Albumtrack bleibt. Dieser Song ist Social Distortion in Bestform.
Weitere Highlights sind das tolle Over You und Walk Away. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich habe das Gefühl, dass Mike Ness eine unüberhörbare Energie in seiner Stimme hat. Sowohl die schnellen als auch die ruhigen Songs klingen unglaublich frisch und modern, ohne irgendwas am alten Social D-Charme einbüßen zu müssen. Klar, es gibt den ein oder anderen Song, der einen nicht so catcht – bei mir sind das z.B. Crazy Deamer und Wicked Game – aber man kann nicht wegdiskutieren, dass Mike wahnsinnig Bock auf Rock’n’Roll zu haben scheint und vielleicht gerade jetzt, nach seiner überstandenen Krankheit, allen nochmal zeigen will, warum genau er eigentlich immer der Allercoolste im Punkrockkosmos war.
Born to Kill ist das Album, das Social Distortion jetzt bringen mussten. Es ist frisch, es ist cool, es ist 100% Social D. Und falls sich jetzt jemand fragt, wo der Jahrhundertsong a la Reach for the Sky ist (ein Lied, das meiner Meinung nach eh von niemandem niemals wieder so geschrieben werden kann), der sollte trotzdem nochmal in voller Lautstärke Tonight anmachen. Denn eine Sache ist klar, und zwar ohne jeden Zweifel: Social Distortion sind back!




















Stimme 100 % zu.Tonight geht an die Seele.
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