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Christmas

Als ich das neue Album Hi-Vis High Tea von Frenzal Rhomb begutachten durfte war mein erster Gedanke: „20 Songs?! Ist das euer Ernst?“ Klingt viel, der erste Eindruck wird aber schnell dadurch relativiert, dass lediglich zwei Stücke über drei Minuten gehen und die meisten in unter zwei Minuten durchgeprügelt werden. Insgesamt belaufen sich die 20 Lieder also auf etwas mehr als 30 Minuten. Gefällt mir persönlich sehr gut, zwanghaft in die Länge gezogene Songs kann ich gar nicht leiden.

Um meine Beziehung zu Frenzal Rhomb zu beschreiben hole ich etwas weiter aus: Das erste Mal bin ich durch einen Fat Wreck Chords Sampler auf die Band aufmerksam geworden, zu dem sie den geil-bescheuerten Song Never Had So Much Fun beisteuerten. Schon damals packte mich der Song, auch wenn ich mich gleichzeitig fragte, wieso ich diesen Trash gut finde.
Irgendwie muss es das harmonische Zusammenspiel zwischen den übertrieben schnellen Punk-Songs und der schnulzig-weichen Stimme von Jay Whalley sein, das mich umgehauen hat.
Und genau das catcht mich sofort wieder auf dem mittlerweile neunten Studioalbum der Australier, welches natürlich wieder über Fat Wreck Chords veröffentlicht wird.

I’m Shelving Stacks (As I’m Stacking Shelves) ist für mich der Über-Hit des Albums. Bereits beim ersten Hören hat mich der Song voll gepackt. Der Refrain ist einfach dermaßen eingängig, dass ich mir zu 100% sicher bin, dass I’m Shelving Stacks (As I’m Stacking Shelves) im Radio rauf und runter laufen würde, wenn er nicht im Punkrock-Gewand daherkommen würde.
Ray Ahn Is My Spirit Animal und Ex Pat schlagen in eine ähnliche Kerbe und lassen keinen Fuß still stehen. The Black Prince ist nur halb so schnell wie die restlichen Songs, deshalb auch nur halb so gut. Mit Bunbury und Pigworm (der total abgedreht und trashig ist) geht es gleich darauf jedoch wieder altbekannt weiter. Bei Don’t Cast Aspergers On Me musste ich laut lachen, denn mitten im Song taucht auf einmal eine beschissene Country-Gitarre auf, die den Song zu einem kleinen Highlight macht. Einfach nur bekloppt!

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Im Allgemeinen zeichnet dieses Album die Schnelligkeit, die catchy Melodien und die poppige Stimme des Sängers aus. Ab und an werden die straighten Punkrock-Songs um HC- und Trash-Einflüsse, sowie Mid-Tempo-Parts bereichert, was die Songs voneinander abhebt.
Nach drei Vierteln des Albums wird es mir dann aber doch alles etwas zu ähnlich. Fünf Songs weniger und ich wäre rundum zufrieden mit Hi-Vis High Tea.

Was der Titel der neuen Platte zu bedeuten hat, musste ich erstmal googeln. Hi-Vis heißt wohl so viel wie Warnweste. Das würde insofern auch Sinn ergeben, als auf dem Cover drei Bergarbeiter zu sehen sind, die (in Warnwesten) Kaffee und Kuchen zu sich nehmen. Ob, oder was, das zu bedeuten hat kann ich leider nicht nachvollziehen, aber so bleibt es wenigstens geheimnisvoll. Cool aussehen tut es auf jeden Fall.

Fazit: Generell macht Hi-Vis High Tea ziemlich viel Spaß und könnte der Soundtrack für wilde Pool-Parties, Skate-Sessions oder bierselige Abende am Baggersee werden. Wer Frenzal Rhomb und generell schnellen und teilweise auch poppigen Punkrock mag, dem sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt.

 

Tracklist:
1. Classic Pervert
2. Ray Ahn Is My Spirit Animal
3. Cunt Act
4. Sneeze Guard
5. I’m Shelving Stacks (As I’m Stacking Shelves)
6. The Criminals’ Airline
7. Storage Unit Pill Press
8. School Reunion
9. Ex Pat
10. Beer and a Shot
11. The Black Prince
12. Bunbury
13. Pigworm
14. Digging a Hole for Myself
15. Don’t Cast Aspergers on Me
16. Messed Up
17. Everyone I Know Has Mental Problems
18. Waiting for the Postman
19. Organ Donor
20. Food Court

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