Ignite (Pressebild, 2021)
Ignite (Pressebild, 2021)

Ja, Hosen runter: Die Vorband Berthold City, welche wie Ignite ebenfalls aus Kalifornien kommen, war an diesem Abend für mich (leider) zweitrangig. Die Combo um Andrew Kline, der ebenfalls bei World Be Free und Strife aktiv ist, agierte trotzdem trotzdem hammermäßig. Westcoast-HC mit allen positiven Elementen der oben angesprochenen Combos zündete sofort und der 5er hatte das Publikum in Essen schnell im Griff. Songs wie den Opener Moment Of Truth von der gleichnamigen EP oder Only Truth Wins vom neuen Debütalbum knallen einfach.

Berthold City - When Words Are Not Enough (War Records, 2022)
Berthold City – When Words Are Not Enough (War Records, 2022)

Brett Rasmussen, einiges verbliebenes Originalmitglied von Ignite, erklärt dieses kalifornische Tourduett:

„The guys are great. They got an amazing new album and we know them for so long. We have fun every night.“

Trotzdem lag das Hauptaugenmerk an diesem Abend auf Eli Santana, dem neuen Frontmann von Ignite, mit dem man ein starkes Album aufgenommen hat.

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Ignite - Ignite (2022)
Ignite – Ignite (2022)

 

Schafft er es, in die Fußstapfen eines Zoli Teglas zu treten, der bekanntlich das Aushängeschild der Kalifornier war? Brett, mit dem wir Anfang des Jahres ein ausführliches Interview zum letzten Album führten, erzählt, dass die Tour bislang gut läuft und auch Eli von den Fans freundlich empfangen wird.

„Yeah, the tour is great so far. Germany was always a good place For us. We have seen many of our old friends. Feels like homecoming. Prague was the best show. Eli is doin great and also the response of the crowd is amazing. Everbody welcoms him.  Thats awesome.“

Teilweise gab es aber auch andere Töne: In verschiedenen Internetforen tauchten bereits während der Festivalsaison unzählige Kommentare auf, die den neuen Ignite-Sänger komplett abwatschten. Jetzt mal Butter bei die Fische, kann der was?

Die Frage kann leider nur mit Jein beantwortet werden. Das Stageacting von ihm war super, wie ein Derwisch wütete das Energiebündel über die Bühne und animierte mitreißend das Publikum. Stimmlich brachte er sowohl neue Stücke wie den Opener Anti-Complicity Anthem als auch Klassiker wie Veteran oder Ash Return aber nur teilweise rüber. Vor allem in den höheren Stimmlagen, die als wichtige Erkennungszeichen der Band aus Orange County gelten, agierte der neue Frontmann oft nur sehr dünn. Erst dachte ich, dass die Band schlecht abgemischt war, was ich im Turock aber bislang kaum erlebte. Wenn Eli die tieferen Oktaven auspackte, war er aber sofort da. So verkackte er zwar den unfassbar geilen Anfang von On The Ropes zwar, sang aber den Rest des Songs bärenstark.

Ignite hinterließen an diesem Abend einen zweispältigen Eindruck, was zu Fachsimpeleien zwischen mir und David vom Hardcore Hills Festival führte. Auch er sah starke Momente der Kalifornier, wurde aber an vielen Stellen nicht richtig eingefangen. So bleibt ein wenig Wehmut an alte Ignite-Zeiten, als sie Konzertläden komplett durchdrehen ließen. Auch bei Shows mitten in der Woche. Ich habe Ignite erstmals Mitte der 1990er Jahre gesehen und mittlerweile füllen ihre Konzertkarten eine eigene Pinnwand. Die von diesem Abend wollte ich ganz nach oben hängen, jetzt reihe ich sie weiter unten ein. Trotzdem werde ich wiederkommen, vielleicht braucht Eli einfach noch eine weitere Tour. We will see…..

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