KMPFSPRT, die Band ohne Vokale, ist zurück. Zwei Jahre nach ihrem letzten Werk Intervention legt die Band aus Köln mit ihrem dritten Album Gaijin nach. Man sagt ja immer, dies sei das wichtigste Album einer Band und sicherlich stimmt das für manche Genres. Master of Puppets, In Utero, Dookie, Suffer, alles wichtige Werke, die entweder den Erfolg begründeten oder dafür sorgten, dass die Band am Leben bleibt. KMPFSPRT haben sich in dieser beziehung nichts vorzuwerfen. Ihre ersten beiden Alben sowie die EP das ist doch kein Name für eine Band sind nicht nur vielversprechende Alben sondern im Prinzip schon kleine Klassiker. Insbesondere Intervention war ein klasse Album mit so mancher guten Single (trotz des Titels Ich hör die Single nicht).

Dementsprechend gespannt war ich auf dieses Album und um es vorwegzunehmen: ich wurde nicht enttäuscht. Gaijin, das ist japanisch für Außenseiter und das ist die Band sicherlich, jedoch nicht in dieser Szene. Obwohl sie oft einen kritischen Blick auf die eigene Szene hat (Trümmer, Freut euch nicht zu spät), merkt man doch, dass sie ihren selbst gewählten Außenseiterstatus durchaus feiert (Schwarz). Das Album ist deutlich gesellschaftskritischer geworden, so geht es in Pauken & Trompeten um Demonstrationen und Polizeigewalt (das bisschen Schlagstock tut nicht weh). Auch Chateau Migraine handelt vom Durchhalten. Der Hit verbirgt sich im letzten Song Herzschrittmacher, meine Lieblingsnummer auf dem Album.

Ab und an finde ich die Texte etwas pathetisch, insbesondere wenn T-Shirt-Aufdrucke vertont werden (Wir kleiden uns schwarz, weil es dunkler nicht geht) oder Phrasen vertont werden, wie bei Chateau Migraine (Das Leben schlägt hart zu), aber die Band kriegt immer wieder die Kurve, so dass das gar nicht so stark auffällt. Musikalisch finden sich einige etwas härtere Stücke, die wieder an die Debüt-EP erinnern auf dem Album, das freut den Punker. Aber auch die Stadionfraktion wird gut bedient, daran hat natürlich auch die saubere Produktion von Sebastian Blaschke (u.a. Sondaschule, Montreal) seinen Anteil.

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Der Promozettel sagt „Mit Titel und Album laden sie jeden ein, der gerade nicht so richtig weiß, wohin er eigentlich gehört, aber ein positives Ziel vor Augen hat und sich ebenso nach weniger Hass und Grenzen, auch in den Köpfen der Menschen, sehnt.“ Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Insgesamt ein würdiges drittes Album!

Titelliste
1. Trümmer (3:43)
2. Schwarz (3:27)
3. Pauken & Trompeten (3:20)
4. Kreuze (3:43)
5. Bilderflut (3:18)
6. Ruhe nach dem Sturm (3:29)
7. Château Migraine (3:39)
8. Asche (2:47)
9. Freut euch nicht zu spät (3:50)
10. Münchhausen (3:15)
11. Herzschrittmacher (2:57)

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc (Archivversion: http://archive.iamhavoc.de/), veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier.

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