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Rats-Radio im Interview

Das Rats-Radio ist ein unkommerzielles DIY-Webradio, das erst im September diesen Jahres im Chiemgau in Bayern gegründet wurde und den Hörern rund um die Uhr mit Punk und Hardcore versorgt. Wir hatten Rats-Radio Gründer Chris im Interview, indem wir mehr über Rats-Radio erfahren konnten.

AFL: Könnt ihr euch zunächst einmal selbst kurz vorstellen? Seit wann gibt es RATS RADIO, wo sitzt ihr und aus wie vielen Personen setzt ihr euch zusammen usw.?

Rats-Radio ist ein DIY-Webradio, welches Ende September 2017 in einem kleinen idyllisch Örtchen am Chiemsee nähe München gegründet wurde.

Derzeit sind wir ein kleines Team aus insgesamt drei Mitgliedern. Das Radio sendet derzeit über den Anbieter laut.fm und kann dort über verschiedene Wege überall mit Internet empfangen werden. Daneben betreiben wir noch eine Homepage mit Kalender und Blog mit vielen Infos und News aus dem Radio, Bands, Konzerte bis politisch und gesellschaftlich kritische Themen.

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AFL: Wann habt ihr den Entschluss gefasst ein Punk-Radio zu starten? Was waren die Beweggründe für den Beginn von RATS RADIO?

Der Gedanke stand schon immer mal im Raum was Eigenes zu starten, aber es haperte immer an der Umsetzung. Außerdem stellte sich oft die Frage, ob der Aufwand und die investierte Zeit überhaupt lohnt. Schließlich gibt es genügend Webradios zum Thema Punk im World Wide Web. Aber: „Unmöglich ist nur das, was wir nicht versucht haben.“ Im September startete Rats-Radio dann bei laut.fm und das ganze nahm ihren Lauf.

Für uns ist besonders wichtig der Szene, dem Zuhörer, Bands, Veranstalter, Fanzine und Labels eine Art Plattform zu bieten – Menschen mit den gleichen Vorlieben für Punk und Hardcore zusammen zu bringen ohne dabei uns in den Vordergrund zu stellen. Und das kannst Du am besten mit einem Radio. Das war für uns einer der Beweggründe etwas auf die Beine zu stellen. Ein weiterer Grund war der Eintritt einer rechtspopulistischen Partei in den Bundestag. Du merkst hier im Land und draußen in der Welt läuft einiges schief. Wir wollen nicht nur zu schauen, sondern auch aktiv die Menschen wachrütteln und informieren. In unseren Augen steht besonders Punk für eine soziale Bewegung. Es verlangt von jedem einzelnen kritisch zu denken und Gegebenes zu hinterfragen. Deshalb informieren wir unsere Zuhörer neben der Musik auch über Sachverhalte, die etwas über den Tellerrand hinausgehen.

AFL: Wie seid ihr eigentlich auf den Name RATS RADIO gekommen?  Steckt irgendwie eine besondere Story dahinter?

Eigentlich recht simpel  – Ratten sind eines unser geliebten Haustiere. Aber natürlich stecken auch  gewisse Gedanken dahinter. Ich glaube Ratten in Bezug auf Punk brauchen wir nicht weiter groß erläutern. Aber es sei gesagt – Ratten sind intelligent, haben eine ausgeklügelte Sozialstruktur und dazu die Fähigkeiten sich im Untergrund erfolgreich zu verbreiten. In Bezug auf die Punk & Hardcore Szene sehen wir den Aspekt Verbreitung und soziale Strukturen als einen wichtigen Eckpfeiler. Anstatt Konkurrenz denken ist der Zusammenhalt gerade in der heutigen Zeit ein besonderer Aspekt, damit die Szene weiter am Leben bleibt. Als nettes Gimmick möchten wir auf den Song „Ratten“ von der Gruppe Vorkriegsjungend hinweisen.

AFL: Welche Musik spielt ihr denn so? Und welche Bands? Eher Unbekannte oder bekannte?

Ob bekannt oder unbekannte Bands, bei uns wird vieles gespielt. Wir könnten jetzt eine Liste mit Bands aufzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Stattdessen einfach mal bei uns rein hören. 🙂 Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Punk und Hardcore aus allen Epochen und Ländern. Daneben spielen wir noch Ska, Oi bis Reggae um auch etwas Abwechslung zu bieten.

AFL: Gibt es auch einen Sendeplan oder welche Inhalte sendet ihr wann aus? Ihr spielt ja überwiegend Punk-Musik oder?

Am Anfang gab es einen festen Sendeplan, aber den überarbeiten wir derzeit. Neben der 24 Stunden Rotation findet man bei uns verschiedene Sendungen wie z.B. „Bunt statt Braun“, „Neue Kracher im Rats-Radio“ oder „DeutschPunk Terror“. Die Sendezeiten sind eher etwas Spontan, weil wir nicht immer nur einen stupiden Zeitplan runter rattern wollen.

Unsere Live-Sendung geht jeden zweiten Sonntag gegen 19 Uhr online, wo wir Interviews geben und vieles neues aus der Welt des Punk und Hardcore berichten.

AFL: Ihr sendet ja rund um die Uhr, richtig? Wie viel Arbeit steckt dahinter, dass ihr das gewährleistet? 

Das Radio läuft über einen Server, der 24 Stunden am Tag ohne Unterbrechung Tracks spielt. Die Arbeit dabei ist, das Radio immer wieder mit neuem Material zu füttern. Deshalb heißt es immer wieder Augen und Ohren offen halten, informieren, austauschen und berichten. Wir möchten unsere Zuhörer schließlich auch immer mit neuen Krachern begeistern und ihre Lauscher erfreuen.

Auf unserer Homepage führen wir noch einen Blog mit diversen Projekten, der auch mit neuen Informationen gefüttert werden möchte. Es kostet schon viel Zeit und lange Abende, aber es macht Spaß und das ist die Hauptsache.

AFL: Ich habe gelesen, dass ihr alle Ressourcen, die ihr für das Radio aufwenden müsst, aus eigener Tasche finanziert und ihr in Zukunft auch nicht vorhabt Werbung zu schalten. Gleichzeitig schaltet aber euer Web-Anbieter-Werbung. Könntet ihr euch vorstellen, irgendwann einen eigenen Server fürs Radio zu schalten, um unabhängig von LAUT.FM zu senden?

Richtig, leider haben wir keinen Einfluss auf die Werbung von laut.fm, weil der Anbieter damit seine Plattform finanziert. Zum Glück läuft die Werbung von laut.fm aber nur wenige Sekunden. Dafür genießen wir gewisse kostenlose Vorteile, was bei einem eigenen Radio Server wieder anders aussieht. Aber für die Zukunft können wir uns einen eigenen Server gut vorstellen und wird bestimmt mal in die Tat umgesetzt. Aber grundsätzlich verfolgen wir schon allein aufgrund anarchistischer Grundgedanken keine finanziellen Interessen mit unserem Radio.

AFL: Was möchtet ihr in Zukunft mit RATS RADIO umsetzten? Was sind eure Pläne?

Pläne und Ideen sind viele da, die wichtig für die Entwicklung des Radios sind. Unser Andreas pflegt Kontakte zu Punk-Bands in Israel und wir hoffen damit, einige Beziehungen in Deutschland aufbauen zu können. Die Gruppen haben großes Interesse an Aufritte hier in  der BRD und wir hoffen in Zukunft vermitteln zu können.

Es wird dieses Jahr noch ein Sampler von Rats-Radio erscheinen und die Bands stehen schon alle fest. Aber mehr möchten wir nicht verraten.

Wir wünschen uns noch mehr Mitstreiter im Radio. Unser Radio soll für jeden Verfügbar sein, der unsere Ziele und Einstellungen verfolgt. Ob moderieren, eine Sendung gestalten oder einfach ein paar Berichte im Blog schreiben, jeder ist bei uns willkommen. Alles kann, nichts muss.
Außerdem möchten wir Bands, Labels, Fanzine oder Veranstalter ebenso auf verschiedene Wege mit dem Radio unterstützen.

Wir denken auch über eine Zusammenarbeit mit anderen Webradios aus dem Genre Punk und Hardcore nach. Schließlich sind wir alle eine Familie und ein Gegenseitiges unterstützen kann nur etwas Positives bewirken.

AFL: Das Jahr neigt sich langsam aber sich dem Ende zu. Was waren rückblickend eure musikalischen Höhepunkte des Jahres?

Es gibt auch dieses Jahr viele musikalische Höhepunkte, die uns begeistert haben. Zum Beispiel die Alben von The Menzingers mit After the Party, Rancid – Trouble Maker, das neue Album von Slime Hier und Jetzt oder Missstand mit I can’t Relax im Hinterland. In Sachen Interviews hatten wir besonders viel Spaß mit den Limburger Punks von Frontex, die Münchener Umluft 180° und Euphorie, sowie die aus Aalen stammenden Punk-Band The Higgins. Wir freuen uns jedenfalls auf das neue Jahr 2018.

Ihr könnt Rats-Radio hier anhören.

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Mein Name ist Simon und ich habe AWAY FROM LIFE Anfang 2015 ins Leben gerufen. Ich lebe und liebe Hardcore & Punk-Rock seit meinem 13ten Lebensjahr und bin seitdem stetig auf der Suche nach neuen Bands. In meiner Freizeit besuche ich möglichst viele Shows, versuche mich durch verschiedene Sportarten fit zu halten, liebe gutes Essen und unternehme möglichst viel mit meinen Freunden und meiner Familie. Bei Fragen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge, könnt ihr euch gerne an mich wenden. DIY OR DIE!

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