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Dedication Records

Am Freitag, den 11.03.2016, war es in Leipzig endlich soweit: Die Rebellion Tour numero 7 – „Demonstrating My Style Edition“ im Conne Island lud zum Tanz. Mit einem Lineup, das sich gewaschen hat, präsentierte die siebte Rebellion Tour wieder Old School HC vom Feinsten.

Last Hope, Tausend Löwen unter Feinden, Knuckledust, Crown of Thornz, Ryker`s und Madball heißen die Jungs der aktuellen Stunde.

Somit sind sechs der weltweit besten Old School – Bands zusammen gekommen, um den Jungs und Mädels an diesem Donnerstagabend ordentlich einzuheizen.

Kurz nach 19 Uhr war Beginn der Veranstaltung und Last Hope machten den Anfang.

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BDHW

Das Publikum war leider zu diesem Zeitpunkt des Abends noch recht verhalten, was allerdings definitiv nicht der Bühnenpräsenz der bulgarischen Hardcore-Band zuzuschreiben war. Diese hat eine grandiose Show hingelegt und nach und nach Bewegung in die ersten Reihen gebracht. Nach gut vierzig Minuten beendeten Last Hope ihr Set und walzten zum Schluss mit ihrer Hymne Alive alles nieder was nicht bei drei auf der Bühne war. Großartig!

Die erste Band hat somit ihre Aufgabe als „Einheizer“ mehr als nur erfüllt. Nun war wirklich jeder in tanzwütiger und froher Erwartung auf die Knüller, die noch folgen sollten.

Das war das Stichwort für Tausend Löwen unter Feinden.

Diese noch sehr junge Münchener Band ist seit Ihrer Debüt-EP Licht in aller Munde und konnte alle Erwartungen mit ihrem ersten Longplayer „Machtwort“ bei Weitem erfüllen.

Inzwischen haben sich auch die vordersten Reihen deutlich verdichtet und man erwartete das „Gebrüll“ der sympathischen Jungs von TLUF.

Spätestens mit Alpha, dem Opener Ihrer LP, wurden alle im Pit angespornt, lauthals mitzugrölen und das Kollektiv aus ganzem Herzen zu unterstützen und somit gleichzeitig ein Teil dessen zu sein.

Es war eine sehr harmonische und familiäre Stimmung vor der Bühne. Die Jungs haben alles gegeben und hatten sichtlich jede Menge Spaß mit uns gemeinsam zu feiern. Natürlich wurden die Gassenhauer „Licht“, „Immer und Ewig“, „Bis zum letzten Tag“ und viele weitere zum Besten gegeben.
Man spürt förmlich, dass die Jungs mit ganzer Seele dabei sind. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, als man sich zu späterer Stunde im Pit bei Madbal wiedertraf und gemeinsam die Energie des Abends in sich aufnahm.

Dennis, welcher mit Ryker`s im weiteren Verlauf des Abends seinen Auftritt hatte, unterstützte das Kollektiv um TLUF selbstverständlich mit seiner kraftvollen Stimme und charismatischem Auftreten, sodass es ein runder und genialer Gig der Münchener war. Für mich persönlich war es das Highlight des Abends. Positive Hardcore mit ganzer Seele zelebriert – was will man mehr?!

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es mit den Briten von Knuckledust weiter. Jetzt gab es kein Halten mehr. Jede auch noch so kleine Lücke im legendären Leipziger Schuppen wurde ausgefüllt. Wer zu spät nach der Umbaupause den Saal betrat, hatte Pech. Es gab kein Durchkommen mehr. Kein Vor und kein Zurück mehr. Es sollte losgehen.

Mit einer unglaublichen Energie zog Frontmann Pelbu los und die Luft im Pit begann zu Kochen. Bis in die hinteren Reihen vergnügte sich das Publikum mit dieser angriffslustigen Combo aus dem Vereinten Königreich. Für meine „Mitstreiter“ an diesem Abend war der außergewöhnliche Song Life Struggle vom kürzlich erschienen Album Songs of Sacrifice eine echte Überraschung. Bei diesem Titel ist ein für Pelbu bisher untypischer Gesang zu hören, welcher sich aber perfekt in das Gesamtkonzept des Songs integriert. Für jeden, der ihn bisher noch nicht besitzen sollte, empfehle ich, sich den aktuellen Longplayer einzuverleiben. Er verfügt über viele Facetten und ist ein kraftvolles Meisterstück der Londoner.

Nach diesem umwerfendem Auftritt, im wahrsten Sinne des Wortes, wurde die zweite Hälfte des Events eingeläutet. Und zwar mit niemand geringerem als Lord Ezec alias Danny Diablo und seiner HC-Legende Crown of Thornz.

Musikalisch wurde das geboten, was man erwartet hat: sauber gespielter 90er NYHC mit einer starken Metallkante. Natürlich konnte der NYHC – Veteran nicht darauf verzichten, zu verkünden, worauf er sich an diesem Abend freue:

having a great show and then finest beer, perhaps some weed, coca and maybe a friendly girl or two on my side

Naja so kennt man das New Yorker Reibeisen.

Direkt im Anschluss brachten Ryker`s dann das Fass zum Überlaufen. Das glückliche Händchen, welches die Band mit der Auswahl ihres neuen Sängers bewiesen hat, half der Band zu einem wahrlichen Comeback. Dennis (Brightside, Still Screaming, TLUF) hat den Platz von Kid-D eingenommen, und man könnte denken, er war schon seit Bandgründung dabei gewesen. Jeder Klassiker der Band wurde großartig umgesetzt und dahingerotzt. Selbstverständlich blieben die Hymnen der aktuellen LP Never Meant To Last nicht aus. Und so konnte man sich beispielsweise über The Outcast´s ‚Voice oder High Five In Your Face With A Chair freuen.

Stagediving und Crowdsurfing nahmen kein Ende. Der Saal grölte die alten und neuen Hits ihrer 90er-Helden mit und enterten zu Hauf die Bühne.

All das war natürlich noch nicht genug. Denn jetzt folgte der Headliner des Abends

Madball betraten zum achten Mal bei der siebten Rebellion Tour die Bühne. Sie wurden natürlich lautstark begrüßt und alle freuten sich auf eine nostalgische Show mit den Gassenhauern ihres Werkes Demonstrating My Style, welches viele HC-Kids in den Neunzigern weltweit dazu inspirierte ihre eigenen Bands zu gründen, wovon sich viele bis an die Spitze der heutigen Hardcore-Szene verschiedener Stilrichtungen gespielt haben.

Nach wenigen Liedern kündigte Freddy auch an, dass man natürlich nicht nur die vergangenen Erfolge feiert und sich auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte, sonder dass inzwischen wieder an einem neuen Album gearbeitet wird, welches angeblich noch dieses Jahr erscheinen soll.

Aber zunächst einmal wurden die Klassiker ausgepackt. Ich muss zugeben, es war eines der besten Madball-Konzerte, die ich besucht habe. Nicht zuletzt wegen der großartigen Atmosphäre in der Luft, auf dem Boden, vor und auf der Bühne. Es war wirklich ein sehr bewegender Auftritt. Zudem gab es keine Tough Guys im Pit, die sich profilieren wollten oder sturzbetrunkene, oberkörberfreie und „gut genährte“ Riesen, welche einem auch mal kurz den Moment vermiesen können.

Die Meute hatte einfach nur riesigen Spaß und passte aufeinander auf – so wie es sich gehört.

Nebst bereits erwähnten Klassikern wie Pride, Demonstrating My Style, Streets Of Hate oder auch Set It Off, wurden natürlich auch Songs wie Doc Marten Stomp oder Born Strong vom aktuellen Album Hardcore Lives teil der Show.

Abschließend kann ich nur sagen, dass es ein fantastischer Abend war, der sicherlich allen Anwesenden noch ewig in positiver Erinnerung bleiben wird. Auch wenn man Bands wie Ryker´s oder Madball schon gefühlte hundert Male gesehen hat, war dieser Abend etwas Besonderes.

Dass das Conne Island in Leipzig die beste Adresse für diese Tour ist, hat dieser Abend wieder einmal bewiesen. Atmosphärisch kann in Leipzig kaum ein Club mithalten, wenn Old School – Legenden sich austoben wollen. Das konnte man sehr gut im Vergleich zur letzten Rebellion Tour im Werk II beobachten. Ich hoffe, dass die nächste RT wieder im Conne Island stattfindet und erneut ein HC-Feuerwerk über uns herein brechen wird.

Demons Run Amok - Fest

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