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Dead Serious Recordings

Rolo Tomassi haben letzte Woche (erschienen am  2.2.2018 über Holy Roar Records) mit Time Will Die And Love Will Bury It ihr lang ersehntes, fünftes Studioalbum und somit endlich wieder Material seit 2015 veröffentlicht. Ob das Machtwerk der fünf Mathrocker aus Nottingham bei uns Anklang findet, erfahrt ihr hier.

Schon als im Oktober letzten Jahres die erste Single des Albums Rituals (mit passendem Video dazu) erschien, wusste ich: „das wird richtig gut!“. Sphärische Synthie-Klänge, krumme Songstrukturen, bitterböse Screams, wuchtige Gitarren, ein Dauerfeuer an den Drums. Das ist der Rolo Tomassi Sound, zwischen frickeligem Jazzcore und atmosphärischer, elektronischer Musik, den die Band seit ihrem Debütalbum Hysterics bei Genrefans so beliebt gemacht hat. Dann beim ersten Hören des vorliegenden Albums, der anfängliche Schock: Die Platte beginnt mit dem knapp vier Minuten langen Instrumentalstück Towards Dawn, das ich nicht anders beschreiben kann als das Scheißgedudel, das bei Dokus über das Weltall und die Sterne im Hintergrund läuft. Der nächste Song Aftermath wirkt auf den ersten Blick auch eher befremdlich. Ein in Watte gepackter, gut gelaunter Mathrock-Song, mit glockenklarem Gesang und seichten Keyboard Klängen. Wo ist der abgefahrene Rolo Tomassi-Sound hin?

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Stäbruch Festival

Zum Glück wird es danach merklich härter. Songs wie Balancing The Dark oder Alma Mater treiben den Gewaltgrad in die Höhe und bereichern das Album mit dunklen, aufrüttelnden Songs, die immer wieder durch ruhige Parts und dem Wechsel zu klarem Gesang aufgebrochen werden. Dabei ist der Gesang von Sängerin Eva Spence präsenter und besser als je zuvor und bildet einen herrlichen Kontrast zu der Härte der Band. Am Ende des acht Minuten langen Track A Flood of Light, bei dem sich das Arrangement ganz auf den Gesang konzentriert, kann man nicht anders, als wie gebannt zuzuhören. Und da hat es bei mir „Klick“ gemacht.

Rolo Tomassi – Zur Verfügung gestellt von Fleet Union

Time Will Die and Love Will Bury It ist mehr als brutale Musik. Mehr als komplizierte Riffs, mehr als Geschrei und fette Drums. Anders als noch beim Vorgängeralbum Grievances, das deutlich geradliniger und einfarbiger war, bietet das fünfte Studioalbum facettenreiches Songwriting, dem ein Optimismus innewohnt, der bei früheren Werken der Band noch nicht so ausgeprägt war. Die Sanftheit und der klare Gesang sind nicht nur ein Gimmick um abgefahrenen Jazzcore noch komplexer zu machen, sondern treffen genau ins Schwarze und machen Time Will Die And Love Will Bury It wohl zu dem besten Rolo Tomassi Album bis dato.

Klar, die Songs sind allesamt zugänglicher geworden und Fans beinharter, technischer Metalsongs werden mit diesem Album nicht so viel Spaß haben, wie mit anderen Mathcore Bands. Gerade aber weil die Band sich entschieden hat ihr Songwriting nicht durch hochtechnisches Geballer, sondern durch emotionale Arrangements bestimmen zu lassen, sticht dieses Album für mich heraus. Dabei schafft Rolo Tomassi hier die geschickte Gradwanderung. Die Band hat sich nicht verändert, nicht ihren Biss verloren. Auf dem Album werdet ihr noch genug Stellen finden, bei denen ihr eure ekligen, verschwitzten Metalerfrisuren durch den Raum wedeln könnt. Was will man mehr?

Fazit

Somit gibt es bis auf das oben genannte, furchtbare Intro und dem wirklich schwachen zweiten Song Aftermath, der mit Abstand das Schlusslicht des Albums bildet, wenig zu meckern. Mit einer Spielzeit von knapp unter einer Stunde, verteilt über zehn Songs, haben Rolo Tomassi somit ein klasse Album abgeliefert, das ihr auf jeden Fall mal abchecken solltet!

Lieblingssong: The Hollow Hour

Wer die Band zur Releasetour live sehen möchte, hat die Gelegenheit bei einem der beiden Konzerte in Deutschland – Termine Ende März:

30.03.18 – Berlin – Musik & Frieden

31.03.18 – Hamburg – Headcrash

 

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