Auf dem (digitalen) Papier hatte mich die Band Schütze sofort. Irgendwo zwischen Kraftklub und Turnstile, Punk trifft Indie und NNDW (Neue Neue Deutsche Welle). Aber oft sind Pressetexte ja der Käse in der Mausefalle. Also hören wir doch mal rein.
Die erste Vorabsingle der Platte Stimmen hat auch tatsächlich etwas Turnstile-Vibes. Zumindest die poppigere Version von Turnstile. Dann setzt der deutschsprachige Gesang ein. Das ist also der Kraftklub-Teil. Passt aber gut zusammen.
Nach dem guten ersten Eindruck kommen wir zum Rest der Platte. Der Titel setzt erstmal eine Messlatte: Erfolg! Der Sound dazu besteht hauptsächlich aus Synthiesounds, Gitarre und deutschen Texten mit etwas Melancholie und auch Pathos. Dann noch ein paar Ahhs und Ohhs und hier und da noch ein paar Effekte auf die Stimme. Das klingt jetzt alles erstmal etwas simpel, geht aber relativ schnell und gut ins Ohr.
Zwar wird es immer mal etwas schneller und auch geschrien, aber richtig wütend wirkt kein Song auf Erfolg. Das würde aber auch nicht zum Sound passen. Die Wut wird hier als Stilmittel eingesetzt und sorgt für etwas Abwechslung.
Um den Kreis zu schließen, beenden Schütze ihre Platte mit dem Song Erfolglos. Vielleicht steht dahinter ein tieferes Konzept…oder einfach nur ein selbstironischer Gag am Ende.
Erfolg hat für mich das Potenzial, genau das zu werden: ein Erfolg. Zumindest ein kleiner. Beim Hören der Platte habe ich mehrfach gedacht, die Band passt perfekt auf die Bühnen der Southsides und Open Flairs des Landes. Und auch wenn die „Zielgruppe“ der Band wahrscheinlich eher (mindestens) eine Generation nach mir ist, hatte ich mit Erfolg meinen Spaß. Keine klassische Away From Life-Band, aber Fans von poppiger, melancholischer Musik sollten Schütze eine Chance geben.
Erfolg erscheint am 22.Mai 2026 über FerryHouse.

















