Der 20. Dezember 2019 war kein normales Konzert in der Reithalle. Auch kein normales Releasekonzert, bei dem Atlanta Arrival die Veröffentlichung ihres Albums A Tale of Two Cities feiern (Review hier). Nein, das ganze war ein Benefizkonzert zugunsten der deutschen Krebshilfe. Der Anlass ist ein trauriger. Bandkollege Björn Metz verstarb im Mai 2018, kurz nach Beendigung der Aufnahmen. Eine Tragik sondergleichen. Fuck Cancer! Jedenfalls sollten dann an diesem Abend auch nur Bands auftreten, die einen Bezug zu ihm hatten.

 

Guess Our Name war dann nicht nur die erste Band des Abends, sondern auch eine der ersten Bands von Björn. An fast allen Songs des Vierers hatte er mitgeschrieben. Ratet den Namen – Slebstbeschreibung: Pop-punk with a bit alternative-rock and a bit indie-rock. Passte super als Opener und konnten auch schon die ersten Leute vor die Bühne locken. Insgesamt war auch recht viel los (für Reithallenverhältnisse). Neben dem Bandmerch gab es auch einen Infostand der Deutschen Krebshilfe.

A Million Days, die jüngste Band des Abends, besteht aus alten Weggefährten und Freunden von Björn und so ging auch hier der Blick auffallend oft nach oben. Für mich eine der besten saarländischen Bands. Mitreißender Emo-Punk, wie man ihn heuer nur noch selten findet. Für den Abschluss hatten sie sich etwas besonderes ausgedacht: einen Song von The Satellite Year, bekanntermaßen die Vorläuferband von Atlanta Arrival. Und natürlich ließen es sich die beiden Sänger auch nicht nehmen, das Lied zu performen. Schöne Geste!

Dirty Rodriguez, benannt nach einer angeblichen Sextechnik, die eher im Bereich der urbanen Legende anzusiedeln ist, lieferten dann das Kontrastprogramm. Ska und Reggae zum Skanken. Machte vielen Anwesenden sehr viel Spaß, auch Atlanta Arrivals Gitarrist Andreas ließ es sich nicht nehmen, Ska zu spielen. Mich zog es dagegen eher nach draußen, wo es ein paar schöne Gespräche unter anderem mit Labelboss Tim und den Jungs von A Million Days gab… Aber durchaus ein guter Auftritt…

Atlanta Arrival begeisterten danach mit den Songs ihres an diesem Tag physisch erschienen Albums. Man muss dazu sagen, dass das Artwork der LP (evtl. auf ein paar Bildern zu erkennen) wahnsinnig gut aussieht und sich die LP-Version alleine deshalb lohnt. Erinnert ein bisschen an Star Wars. Musikalisch ist das neue und erste Album ebenfalls gut gelungen, live natürlich noch eine Ecke härter. Sehr schön funktioniert das Zusammenspiel der beiden Sänger, niemand drängelt sich in den Vordergrund, eine schöne gemeinsame Performance. Soundtechnisch ebenfalls gut in Szene gesetzt, ist glaube ich bei dieser Band auch sehr wichtig. Natürlich wurde noch einmal auf Björns Leistung hingewiesen und auch hier ging der Blick nach oben. Bedankt wurde sich auch bei der Familie, die die Verwertung seines musikalischen Nachlasses nicht nur mittragen, sondern auch unterstützen. Geboten wurden natürlich die Stücke des Albums, darunter natürlich auch Colliding Stars, den Song für Björn, der auch die erste Single der neuen Band war.

Erst bei den Zugaben wurde fremdes und nicht ganz so fremdes Material gespielt. Adam’s Song von Blink 182 bildete den ersten Song des Zugabensets. Am Ende gab es dann wieder einen Song von The Satellite Year, extra auch mit Umhängekeyboard. Keep Hands in Plane View war damit der Rausschmeißer des sehr emotionalen Abends.

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