Das Leck ist eine merkwürdige Band. Irgendwie gestartet an der Bremer Uni, drei Mitglieder, seit 2016 am Start. Die Wirtschaftsweisen ist ihr sechstes Album. Das Cover zeigt einen Typen mit Chauffeur, der auf einen obdachlosen uriniert. Definitiv ein Bild, das in die heutige Zeit passt. Die Musik von Das Leck ist facettenreich und definitiv nicht klar einordbar. kein Post-Punk, kein NDW, aber deutliche Anleihen in beide Richtungen. Lo-Fi, Harcore-Riffs, aber auch Indie-Geschrammel, ist einiges auf dem Album zu finden.

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Die Texte sind deutlich gesellschaftskritisch und entwerfen, wie bereits das Coverbild andeutet, einen eher zynischen Blick auf die Gesellschaft. Sie bestehen oft aus komplexen Metaphern und deutlichen Bildern (Beispiel aus Stromrebell: „Böses Erwachen in Troja, das Pferd war aus Soja, friss ihn den Trojaner, dann krepieren die Veganer“). Die Texte sind anspielungsreich, voller düsterer Bilder, wobei manche Reime beim Lesen an Kinderreime erinnern, dann aber in der Brachialität doch ihre Wirkung entfalten. Eines der wenigen Beispiele, bei denen der Abdruck der Texte der Band nicht guttut. Inspirationen sind sicherlich Die Radierer, United Balls, DAF, aber auch Die Goldenen Zitronen, mit denen sie sich auch den dadaistischen Witz teilen.

Insgesamt sind 16 Songs auf dem etwas mehr als halbstündigem Tonträger versammelt, darunter Go East in zwei versionen und Neuinterpretationen alter Songs wie  Babybong Babylon.

Ein faszinierendes Album. Erschienen auf Fuego.

1 Stromrebell 01:54
2. Kralle am Gürtel 02:27
3. Treibsand 02:28
4. Die neue Todesepoche 01:51
5. Stern von Ruanda 02:01
6. Fronthotel 02:13
7. Zurück in den Käfig 02:26
8. Mein Chinese hat Gelbsucht (Gott schläft nackt Version) 03:00
9. Go East (Thai Zeit Casanova Version) 02:09
10. Wenn Quanten tanzen und der Bembel weint 02:32
11. Boomer (Minus Mensch Version) 02:25
12. Go East (Sahra Sarrazin Version) 01:38
13. Tempelzorn 1:19
14. Feindgold 02:06
15. Babybong Babylon (Ozon Maria Version) 03:14
16. Neon Testament 02:05

 

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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.
das-leck-die-wirtschaftsweisen-review-2026Zwischen Schrammel- und Dada-Punk.

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