HC History mit Sascha und Michi von Alex Mofa Gang – Wie alles begann #59

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Die erste Show, die erste Platte und seine größten Einflüsse! Wir sprachen anlässlich des neuen Alex Mofa Gang Albums Ende offen mit Sänger Sascha und Schlagzeuger Michi über Ihre Hardcore-Punk-Roots und wie sie zur Musik und Szene gekommen sind.

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1Weißt du noch in welchem Club deine erste Hardcore / Punk Show stattfand? Gibt es den Club heute noch und hast du dort schon einmal selbst auftreten können?

Sascha: Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich meine erste Hardcore Show im „Juz Höxter“ gesehen. Das waren Refused. Wir haben da tatsächlich später auch mal gespielt. Das Juz gibt es meines Wissens in der Form nicht mehr.

Michi: Meine erste Hardcore-Show hab ich in Alfeld im Jugendzentrum Treff gesehen. Damals gab es da eine ziemlich aktive Szene. Ganz schön lange her, aber ich glaub es haben „Under Siege“ gespielt. Oder waren es noch „Max Rebo Kids“? Wir haben hier – auch mit früheren Bands – schon gespielt, was in diesem Zusammenhang natürlich einigermaßen romantisch ist. In den letzten Jahren wurde das Treff so was wie die heimliche „Alex Mofa Gang“ Schaltzentrale für Proben und Songwriting. Konzerte gibt es hier leider nicht mehr, sie werden aber – wie die Jugendarbeit – an anderer Stelle weitergeführt.

2Hast du einen absoluten Lieblingsclub?

Sascha: Oh, es gibt viele tolle Clubs! Wir lieben alle das Knust in Hamburg, das Gloria Theater in Köln ist der Knaller. Ich mag auch total das Coco in London, oder das Capitol in Hannover. In Prag gibt es super schöne Läden – ach nee, einen wirklichen Lieblingsclub hab ich nicht…

Michi: Am „Béi Chéz Heinz“ in Hannover hängt unser Herz auch irgendwie. Auch am „Cassablanca“ in Jena. Die Liste könnte endlos sein. Am Ende sind es immer die engagierten Leute, die so einen Ort in diese Lieblings-Liste bringen.

3Erinnerst du dich an deine erste Hardcore-Punk Platte, die du besessen hast?

Sascha: Los ging es bei mir mit Inside Out & Youth of Today und tatsächlich Biohazard. Das Dynamo Festival 1995 & das With full Force Festival 1996 haben mich maßgeblich geprägt. Dort habe ich auch NOFX für mich entdeckt & die melodiöse Seite des Hardcore bzw Punkrock. Kurz darauf habe ich mir, glaube ich, alle Platten von „Burning Heart Records“ gekauft.

4Wie sieht für dich die perfekte Show aus?

Sascha: Voll, heiß und laut. Das kann ein kleiner Club sein, oder ein großes Festival. Aber es sollte in jedem Falle auch ein physisches Erlebnis sein – das macht für mich den Unterschied zum Platte hören…

Michi: Beim Hurricane 2017 haben wir alle zusammen Boy geguckt und lagen uns flennend in den Armen. Das war auch ein physisches Erlebnis, ganz ohne Schweiß.

5Was war deine absolute Lieblingsshow, die du besucht hast?

Sascha: Da gibt es einige. Die Beatsteaks zu „Smack Smash“-Zeiten haben mir einige unglaubliche Abende beschert. Ich war aber auch absolut angetan von „Casper“ auf der „Hinterland“-Tour vor ein paar Jahren.

Michi:  Und bei der Materia-Show auf dem Highfield im letzten Jahr stand mir öfter mal der Mund offen – haben wir auch zusammen gesehen.

6Was war deine absolute Lieblingsshow, die du selbst gespielt hast?

Michi: Auch hier ist es schwierig eine einzelne Show herauszuheben. Absolut überwältigend und für immer im Gedächtnis war aber sicher, als wir in Buenos Aires in einem Fußballstadion für 21.000 Menschen spielen durften, die kein Wort verstehen konnten, aber trotzdem total ausgerastet sind.

7Gab es eine Show, bei der du dich heute noch ärgerst, dass du nicht dabei sein konntest?

Sascha: Ich wollte als kleiner Stöpsel mit meinem Dad nach München zu Nirvana. Wir haben uns dann dagegen entschieden und wollten warten bis sie mal näher bei uns spielen. Leider war das dann das letzte Nirvana Konzert.

8Welche bereits aufgelöste Hardcore / Punk Band würdest du am liebsten noch einmal sehen?

Sascha: Ich war eine ganze Weile als Live-Mischer mit CJ Ramone unterwegs. Die Ramones hätt ich natürlich schon gerne mal live erlebt.

Michi: Es gibt ein paar Bands wo ich mich jetzt ärgere, sie nach einer Reunion noch mal angeschaut zu haben. Wäre vielleicht besser gewesen, es bei den schönen Erinnerungen zu belassen.

9Gibt es eine Person, die dich in Sachen Hardcore/Punk besonders beeinflusst hat?

Sascha: Ja, mein Bruder Rotscher. Während ich mich in der Emo-Ecke gesuhlt habe, hat er mich immer mit neuen HC-Tipps versorgt.

10Was sind deiner Meinung nach die Top 3 Hardcore Frontmänner (-frauen)?

Sascha: Ich zähle mal „The Baboon Show“ mit zu Hardcore-Punk, ok? Dann ist Cecile auf jeden Fall dabei! Und Zack de la Rocha (Inside Out / Rage Against The Mashine).

Michi: …und vielleicht Arnim von den Beatsteaks.

11Klar! Baboon Show sind sowas von HC-Punk! Was ist für dich die meist unterschätzteste Hardcore/Punk Band?

Sascha: Ich liebe es, wenn Bands ihr Ding machen. Das ist für mich der Gedanke von Punk. Ob das nun musikalisch in die Punker-Schublade passt oder nicht, ist mir so doll egal, dass es kracht! Für mich ist Bosse zum Beispiel ein totaler Punker, weil er einfach durchgezogen hat. Respekt!

Michi: In den 2000er Jahren haben wir Tribute To Nothing total gefeiert. Eine britische Band, tierische Live-Show… Die haben auch öfter mal in besagtem Jugendzentrum Treff gespielt. Völlig unklar, wieso die so unterschätzt und in nicht viel größere Clubs gebucht werden konnten.

12Welche neueren Hardcore-Punk Bands hörst du momentan?

Sascha: „La Dispute“ find ich super.

Michi: Und, nicht so weit weg, Touché Amoré! Dem Schlagzeuger könnte ich stundenlang zugucken! Was für ein Tier. Klein, aber gefährlich!

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Ende offen wird am Freitag, den 21. Juni 2019, über Redfield Records erscheinen.

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2015 als Solo-Projekt gestartet, ist AWAY FROM LIFE heute ein Team aus knapp 20 Freunden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, jedoch durch mindestens diese eine Sache vereint sind: Der Leidenschaft für Hardcore-Punk. Diese Subkultur ist für uns kein Trend, sondern eine tiefverwurzelte Lebenseinstellung, etwas, das uns seit Jahren immer und überall begleitet. Hardcore-Punk bedeutet für uns, sich selbst zu entfalten. Dabei ist D.I.Y. für uns nicht nur eine Phrase: Wir probieren Sachen aus, lernen neues dazu und entwickeln uns weiter. Von der Szene für die Szene. Gerade deshalb hat es für uns oberste Prämisse, Personen aus dieser Subkultur zu supporten, die denken wie wir. Sei es Veranstalter, Labels oder Bands, unabhängig ihres Bekanntheitsgrad. Egal ob Hardcore-Kid, Punk, Skinhead oder sonst wer. Wir sind Individuen, einer großen Unity, die völlig zeitlos und ortsunabhängig existiert. AWAY FROM LIFE ist für uns ein Instrument diese Werte zu manifestieren und unser Verständnis für Hardcore-Punk auszuleben. Angefangen als reines Magazin, haben wir über die Jahre unser eigenes Festival, das Stäbruch, etabliert oder jüngst mit Streets auch eine Szeneplattform ins Leben gerufen, die für uns alle genutzt werden kann – genutzt für eine Sache, die uns verdammt wichtig ist: Hardcore-Punk!

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