Sick Of It All – Blut & Schweiß (Die Geschichte der Koller Brüder) ::: Review (2021)

Eine Band, mit der man über Jahrzehnte hinweg unterwegs ist, ist harte Arbeit – am Ende vermitteln Lou und Pete aber vor allem, dass es das Wichtigste ist, stets mit vollem Herzen dabei zu sein.

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Nachdem einer der berühmtesten Geschwister des Hardcore-Punk bereits im vergangenen Jahr ihre Autobiografie The Blood And The Sweat: The Story of Sick Of It Alls Koller Brothers vorlegten, erscheint das Buch am 26. Februar 2021 auch in deutscher Übersetzung.

Die Autobiografie handelt vom Werdegang von Lou und Pete Koller, die mit Sick Of It All seit fast nunmehr 35 Jahren Jahren die Welt bereisen. Blut & Schweiß – Sick Of It All – Die Geschichte der Koller-Brüder wird von den beiden selbst auf 272 Seiten erzählt, was fast einem Gespräch gleichkommt, das verschriftlicht wurde, wodurch das das Buch ordentlich an Dynamik gewinnt. Für Dynamik sorgen auch die gut einfließenden Kommentare von Familie, Freunde und Weggefährten, die so noch einmal einen tieferen Einblick geben und die Lebensabschnitte mit weiteren schönen Anekdoten füllen.

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Für Randgeschichten sorgen unter anderem Marc Nickel, der Sick Of It All erstmals nach Europa brachte oder befreundete Kollegen wie Gary Holt (Exodus, Slayer), Kurt Brecht (D.R.I.), Barney Greenway (Napalm Death, Benediction), Iggor Cavalera (Sepultura, Cavalera Conspiracy), mit denen Lou und Peter über die Jahre die Bühne teilten.

Koller-Brürder von Sick Of It All (Bild zur Vefügung gestellt von Gordeon)
Koller-Brürder von Sick Of It All (Bild zur Vefügung gestellt von Gordeon)

Natürlich kommen auch die beiden anderen Sick Of It All-Langzeitmitglieder Craig Setari und Armand Majidi zu Wort, die mit ihren Stories für den ein oder anderen Lacher sorgen.

Nach einem Vorwort von Musiker Chris Carrabba, leitet Howie Abrams (Finding Joseph I: An Oral History Of H.R. From Bad Brains), das Buch ein, der auch darüber hinaus bei der Autobiografie unterstützend mitwirkte.

Das Buch startet dann mit der Kindheit der beiden, bei denen Musik schon immer eine zentrale Rolle gespielt hat. Über Brüder und Freunde bekommen Lou und Pete früh Kontakt zum Punk und lernen so dann auch schnell die aufkeimende Hardcore-Szene in New York kennen. Von Queens zog es sie bereits im frühen Teenage-Alter immer wieder in die Stadt, allen voran das CBGB, bevor man so den Entschluss fasste selbst eine Band zu gründen.

Die beiden Erzähler gehen dann auf die ganze Bandhistorie ein, wobei die frühen Jahre detaillierter besprochen werden als die späteren. Die ersten Live-Shows, das erste Album, die erste Übersee-Tour, Auseinandersetzungen auf Shows, interne Probleme – die Biografie ist sehr kurzweilig und nie langweilig. Es gibt immer wieder kleine Zeitsprünge, die auflockernd wirken, bevor man wieder an chronologischer Stelle zurückkehrt.

Fazit

Sick Of It All (Photo by Jörg Baumgarten of Kuckuck Artworks)

Eine starke Autobiografie, das nicht nur Sick Of It All-Fans empfohlen werden kann. Viele jungen Bands kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, denn es macht deutlich, dass Erfolg, egal wie dieser definiert wird, „Blut und Schweiß“ sind und einem nur in den seltensten Fällen entgegenfliegt. Eine Band, mit der man über Jahrzehnte hinweg aktiv ist, ist harte Arbeit – am Ende vermittelt Lou und Pete aber vor allem, dass es das Wichtigste ist, stets mit vollem Herzen dabei zu sein.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die starke Übersetzung ins Deutsche von Andreas Diesel.

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