10 records worth to die for: #55 mit C. Janey (Ghostmaker, Oxymoron, Berlin Blackouts)

Chrissi, aka C. Jany, hat in der Welt durch die Musik schon viel sehen könnte. So war Chrissi bei der weltweit bekannten Streetpunk-Legende Oxymoron oder bei Berlin Blackouts aktiv, bevor er mit Ghostmaker nun sein neustes Projekt startete. Was den umtriebenen Musiker so beeinflusst hat, erzählt uns Chrissi in unsere 10 Records Woth To Die For.

10The Shadows / Golden Greats

Diese Shadows Scheibe war eine von vielen Platten, die ich in der Sammlung meiner Mutter entdeckt habe. Das Teil lief im Kinderzimmer ständig und ich hab dazu mit einem Federballschläger Gitarre gespielt, obwohl ich aber immer der Drummer sein wollte, was aber nicht möglich war. Den Gesang musste ich nicht nachmachen, da es sich um eine Instrumental-Band handelte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Sound dieser Scheibe mich in Sachen Echo und Delay Effekte beeinflusst hat bzw. war das der Start in die Welt der Gitarrenmusik.

9Wipers / Is This Real?

Ich war 15 Jahre alt als ich bei einem lokalen Underground-Radiosend drei Songs aus verschiedenen Richtungen hörte – ein Deutschpunk-Song, „Moonchild“ von Fields of the Nephilim und „Window shop for love“ von den Wipers .- und genau letzerer Song hat mich absolut verdreht. Den Einfluss spüre ich heute noch deutlich. Alleine der Basslauf verfolgt einen bis ans Lebensende. Die Wipers hatten eine düstere Seite die mir gut
reinging und sie waren eine Band die ohne Frisur und Punk Fashion auskam, eine Menge zu sagen hatten und Bands wie Melvins, Nirvana und sonstige Grössen extrem beeinflusst haben.

8Stray Cats / ST

Es gab in meiner Heimatstadt einen Gitarrenladen, der eine Menge US Lehrbücher im Angebot hatte. Eines davon war „Rockabilly Riffs for Guitar“ und darin war die ganze alte Garde von Link Wray bis Chris Spedding und ein paar Bilder von Brian Setzer and the Stray Cats. Die Typen sahen aus wie vom Mars, waren tätowiert und es sah so aus, als würden sie auf der Bühne ordentlich auf den Putz hauen. Nachdem ich mir die erste Platte gekauft hatte, war ich total angesteckt von Songs wie „Runaway Boys“ und „Rumble in Brighton“. Für mich war das damals die perfekte Mischung aus Punk, New Wave und Neo Rockabilly.
Diese Scheibe war mein Gitarrenlehrer, keine Frage!

7Slime / Alle gegen alle

Ein sehr guter Freund und dessen Freundin kannten damals die Leute von Slime und beide hatten mir erzählt, dass die Jungs im Tourbus ein Tape mit der Auschrift „KULT“ hatten worauf sich wohl Bands wie The Cramps, The Meteors etc befanden. Ich fande diese Story höchst interessant und fand den Bandnamen „Slime“ als deutsche Band gigantisch. „Etikette tötet“ und „Zu kalt“ haben mich weggeblasen und gezeigt das Slime alles andere und viel mehr als eine „Deutschpunk-Band“ sind.

6The Quakes / Voice of America

The Quakes waren damals für mich eine Art „dunkle Stray Cats“. Die Band hatte viel mehr Punk intus, war textlich sehr sozialkritisch und meilenweit vom Mainstream entfernt.
Songs „wie U.S.A.“ oder „What will they say“ waren deutliche An- und Absagen an eigentlich alles und jeden und der perfekte Soundtrack für mich. Und 17. Jahre später habe ich Paul Roman in Arizona getroffen als ich mit einer meiner ehemaligen Bands in den Staaten on Tour war. Er meinte, dass er meine Band (SHARK SOUP) verfolge und gut finde was ich mache. Für mich noch immer ein großer Moment. Welcher Provinzarsch rechnet schon mit sowas?

5Bad Religion / No Control

Ein Metal-typ aus der Fabrik in der ich damals ackern war (1991) sprach sehr oft über Bad Religion. Ich hatte mich noch nicht mit der Band beschäftigt, da ich dachte sie wären mir zu heavy oder zu rockig. Ich lag falsch. Die Scheibe habe ich dem Metaller abgekauft und auch sie hat mich weggehauen. Was ein Brett, vollgestopft mit Wut und Energie. Zum Glück hatte ich mal einen Fabrikjob.

4The Clash / Combat Rock

Natürlich habe auch ich richtig dumm aus der Wäsche gekuckt als ich die ersten Nummern der „Combat Rock“ abspielte. Nach der ersten The Clash Platte, die ständig lief, waren Songs wie „Car Jamming“ oder „Overpowered by Funk“ zuerst ziemlich verstörend. Der Clip zu „Rock the Casbah“ lief damals noch sehr oft auf MTV – somit wusste man schon das The Clash in ihrer späten Phase anders klangen. Trotz aller Kritik von Punks und Co ist „Combat Rock“ sowie das letzte Album „Cut the crap“ absolute Kracher und vor allem unendlich cool, weil Groove.

3Circle Jerks / Group Sex

1994. Hamburg. Ich habe mir in einem Plattenladen in Altona noch einmal eine andere Pressung der ersten „The Clash“ LP gekauft. Ich glaube ich bin anfällig auf neonpinkfarbene Schriftzüge auf armyfarbenen Hintergrund. Ich werde dies meinem Psychiater mitteilen, falls ich einmal einen haben werde. Ich wurde damals noch von einer weiteren Platte magisch angezogen: Circle Jerks „Group Sex“. Ich glaube, ich habe für mich mit dieser Platte wirklich den sogenannten „Ami-Punk“ entdeckt. Wer ist BLACK FLAG?

2Social Distortion / Mommy`s Little Monster

Dieses Album ist in meinen ewigen Top 5, keine Frage. Für mich das Meisterwerk von Social Distortion lange bevor, jede Aushilfslocke Mike Ness sein wollte. Alleine das Coverartwork vermittelt soviel Abneigung und Distanz zur Erwachsenenwelt das mich noch immer diese Stimme aus dem Plattenschrank anschreit…“spiel mich du Ficker!“ Alles gesagt.

1Rocket From The Crypt / Scream Dracula Scream

Anfang der Neunziger habe ich angefangen mir Singles dieser Band zu kaufen. Was für ein Brett-Brett. Irgendwas cooles, dass sich anhört wie Fugazi und Rock’n’Roll-Big Band. Die offenen Akkorde haben mir den Vogel aus der Birne gefeuert. Songs wie „On a rope“ und „Come see, come saw“ haben uns in der WG regelmäßig eingeladen das Geschirr an die Wand zu klatschen.

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