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AWAY FROM LIFE Streets

Affenmesserkampf veröffentichen am 07. April ihr neues Album mit den umfangreichen Titel Clowns in Wut – ein deutsches Herz hat aufgehört zu schlagen IV auf Gunner Records. Wir nahmen das zum Anlass mit den Kielern ein Interview zu führen, indem wir mehr über die Band und ihre neue Platte erfahren konnten.

Affenmesserkampf hinterlassen einen tiefen, aber fruchtbaren Krater in den Seelen der Zuhörer.

AFL: Die für mich wichtigste Frage zuerst: Wie kommt man auf so einen affengeilen Bandname und was bedeutet er? Und gleich die zweitwichtigste Frage hinterher: Was steckt hinter eurem neuen Albumtitel „Clowns in Wut – ein deutsches Herz hat aufgehört zu schlagen IV“?

Hannes: Die Band heißt Affenmesserkampf, weil es geil klingt und jeder so denkt, dass wir mit so einem geilen Namen ziemlich originell sein müssen. Reine Aufmerksamkeitshascherei. Wir leben im Zeitalter des Wutbürgers. Er ist besorgt, dass man ihm den Wohlstand wegnimmt, den er nicht als Wohlstand zu schätzen weiß. Und wenn er Angst hat, wird er wütend, dass man ihm das antut. Er ist in Angst, er ist ein Opfer, er ist eine Wurst, ein Clown. Daher „Clowns in Wut“. Der Untertitel „EDHHAZSIV“ ist eine Weiterführung eines Running-Gags der vorangegangenen Alben.

AFL: Wenn ich euch höre, denke ich an einen Mix aus 80er US Hardcore-Punk mit Bands wie BLACK FLAG, CIRLCLE JERKS oder MINOR THREAT und deutschen Indiepunk ala MUFF POTTER und TURBOSTAAT. Würdet ihr die genannten Bands auch als eure Einflüsse nennen und geht ihr bewusst in die diese musikalische Richtung?

Hannes: Auf keinen Fall. Geile Bands, keine Frage, sind uns aber völlig scheißegal. Unsere Musik ist eigentlich reiner Zufall. Klingt komisch, is aber so. Eigentlich sind wir zu schlecht, um bewusst eine Richtung einschlagen zu können.

Torben: Sicher sagen kann ich, dass keine der genannten Bands innerhalb von 10 Jahren jemals bei gleichzeitiger Anwesenheit von uns fünfen im Auto liefen.

AFL: Am 07. April erscheint das neue Album „Clowns In Wut…“ auf Gunner Records. Gibt es Unterschiede zu euren vorherigen Veröffentlichungen? Habt ihr bewusst etwas verändert?

Leif: Die drei Alben sind schon echt ziemlich unterschiedlich. Ich galube nicht, dass wir uns da viel bei gedacht haben. Oder haben wir?

Hannes: Musikalisch kann ich nix dazu sagen. Songs passieren irgendwie einfach. Textlich isses ernster und politischer als die Alben davor. Liegt an der rechten Schieflage der Welt.

AFL: Was für konkrete Themen behandelt ihr? Ihr klingt auf der Platte schon so, dass euch einiges richtig ankotzt.

Hannes: Themen sind: Wir über uns, Rassismus, individuelle Selbstbestimmung, Bundeswehr-Werbung, Scripted-Reality-Show-Zuschauer, Männerbünde, Verschwörungstheoretiker, Spießer, emotionale Verkrüppelung, schon wieder Rassismus und Camp-David-Hemden. In dieser Reihenfolge.

Affenmesserkampf – Clowns in Wut ::: Review (2017)

AFL: Bei euch stehen in der nächsten Zeit ja auch einige Shows auf dem Programm. Wie sieht für euch den die perfekte Show aus?

Hannes: So wie die von Gwar. Nur in billig. 100 Leute, echtes Blut.

AFL: Viele sagen, dass sich die Szene immer weiter spaltet und Hardcore und Punk-Rock schon lang nicht mehr eins ist. Wie seht ihr das Ganze? Gibt es noch die ganze große, oft beschworene, Unity? Gab es die jemals?

Hannes: Keine Ahnung, ob es die jemals gab. Ich bin 1981 geboren, was hätte ich da groß mitkriegen sollen? Ich leide nicht unter nostalgischer Verklärung einer Zeit, die ich entweder nicht mitbekommen habe bzw. vielleicht gar nicht so existiert hat. Aber selbstverständlich gibt es ein „Network of friends“, eine Szene, die Dinge selbst organisiert und ne Menge fantastischer Dinge wie Autonome Zentren, Demos, Kultur, Politzeugs auf die Beine stellt. Nur Jemand, der das nicht mitbekommt kann solche Fragen stellen.

AFL: Welche Schlagzeile würdet ihr von AFFENMESSERKAMPF einmal gerne in einer Zeitung, Zine etc. lesen?

Hannes: Darf ich mir hier gerade ganz unterschwellig die Schlagzeile selbst aussuchen? „Affenmesserdings blabla Text einfügen“. Und ich meine genau das!

Torben: Affenmesserkampf hinterlassen einen tiefen, aber fruchtbaren Krater in den Seelen der Zuhörer.

AFL: Was für Bands laufen bei euch Momentan so? Habt ihr irgendwelche Geheimtipps bei euch aus dem Norden, die man unbedingt mal aushecken sollte?

Hannes: Neu im Programm: Moms demand Action! Immer geil: Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen.

Leif: Auf jeden Fall! Da wären z.B. Robinson Krause, Zoi!s, Slymer und die Opas von Vladimir Harkonnen.

Torben: Geheimtip, wenn auch nicht aus dem Norden, ist die Nachswuchsband Shutcombo. Gespannt bin ich darauf, was aus den Nachfolgebands von No Weather Talks wird.

AFL: Ich nenne euch ein paar Begriffe. Was kommt euch dabei als erstes in den Sinn?

Dr. Martens:

Hannes: Schuhe.

Leif: Hab ich im Schuhschrank.

Straight Edge:

Hannes: Mach Dein Ding, steh dazu. Heul nicht rum wenn andere Lachen. Ich tu’s nicht.

Torben: Mach, was Du willst.

Fußball:

Hannes: Ich verabscheue alles an diesem Sport. Vom Ball über die Gruppenzugehörigkeitstümelei bis zur Fankultur.

Leif: Wahrscheinlich der spannendste Ballsport. Das Drumherum finde ich größtenteils unfassbar ätzend. Ich hasse es, im Chor zu singen und klatsche aus Prinzip nicht in die Hände.

Torben: Muss und kann ich mit leben.

Vinyl:

Hannes: Überbewertet. Aber hübsch zum Gucken und Befummeln.

Leif: Ich sammle und liebe es und es ist vielleicht auch mein Lieblingsmedium, obwohl die Kassette mich mehr geprägt hat. Ich mag Medien, die sich nicht skippen lassen. Das führt nämlich dazu, dass man sich mit Alben als Ganzes auseinandersetzten muss und Grower sich überhaupt erst entwickeln können.

Torben: Schöne Haptik. Aber lebenswichtig ist es für mich nicht, wenn ich bedenke, wie lange meine Anlage schon insgesamt nicht mehr richtig funktioniert.

Circle Pit:

Hannes: Wenn Mike Muir Dir befiehlt, im Kreis zu rennen, dann machst du das besser!

AFL: Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehen raus an euch!

Hannes: Entschuldigung, wir sind Affenmesserkampf.

Leif: Was Hannes sagt.

Torben: Was Hannes sagt.

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