Drei Meter Feldweg habe ich das letzte Mal ziemlich genau 200 Meter weiter weg in der Stummschen Reithalle gesehen (Review hier). damals ausverkauft war nun klar, dass der nächste Schritt notwendig war. Ab in die Gebläsehalle. Diese ist allerdings nicht so leicht auszuverkaufen, unbestuhlt, was bei so einem Event natürlich zu erwarten ist, passen 2000 Leute rein. Ich würde mal sagen das etwa 350-400 Personen da waren, aber ich bin da auch kein Experte. Mit Gut Holz in der Rückhand (Review hier und Interview hier) gab es auch für mich genug Grund die Jungs noch einmal zu erleben.

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Zunächst waren aber Lumbematz dran. Die sprangen kurzfristig für The Livelines ein, die krankheitsbedingt absagen mussten. Sie hatten es auch nicht weit, ist doch ihre Homebase Saarbrigge. Letztens noch in der Wikipedia gelöscht (soll mir ja keiner Vetternwirtschaft unterstellen, gelle, ihr Hater*innen?), tat es mir dann doch ziemlich leid. Denn, verdammt waren die gut. Absolut grandiose Power. Die Musik ist schon was ganz besonderes. Zwei Geiger, einer war wohl wegen Elternzeit mal unpässlich und dann entschied man sich beide zu „behalten“. Das ist schon ziemlich einzigartig. Man hatte keine Kosten und Mühen gescheut, den Auftritt hinzukriegen. Anscheinend sogar Urlaub verschoben und für Schlagzeuger Dr. Schirri musste auch Ersatz gefunden werden. Das Publikum jedenfalls konnten sie überzeugen. Ein eingeschworenes Team, das mit ihrem poppig-punkigen Crossover genau richtig an diesem Abend war. Sehr geil das Geigenduell in der Mitte des Publikums. Das macht schon was her. Sogar eine Zugabe durfte Lumbematz spielen. Ihr Wahlspruch heißt ja „Man ist selber schuld, wenn man sie einlädt, doch erst recht, wenn man sie verpasst.“ Und so war ich ganz erfreut sie nicht verpasst zu haben. Props auch an den Merchstand…. Badelatschen habe ich tatsächlich vorher noch nie gesehen…

Was Drei Meter Feldweg danach ablieferten, war allerdings ebenfalls etwas, was man nicht verpassen sollte. Die Band hat an dem Abend gezeigt, dass sie durchaus stadientauglich ist. Insgesamt ballerten sie 27 Songs in etwa zwei Stunden raus. Das ist schon schwer beachtlich. Dabei hatten sie noch Zeit Witze zu reißen und dem Publikum eine erstklassige Show zu liefern. Vor den Größen der poppigeren Deutschpunk-Szene brauchen sie sich wahrlich nicht zu verstecken. Dabei lag der Fokus nicht nur auf Gut Holz, alle Alben, sogar die Anfänge wurden abgedeckt.

Lied 17 war dann auch noch ein Überraschungssong. Das Publikum wurde in Form eines Glücksrades befragt, und wie es sich gehört, durfte der Jüngste dann drehen. Es wurde etwas gecheatet, denn ursprünglich war Karneval in Rio dran, darauf hatte die Band aber keine Lust. Doch ich wollte den Teuifel tun und Schiebung rufen, spekulierte ich doch auf Zeit zu gehen, eines meiner Lieblingslieder von Dritte Wahl. Und wie es der Zufall so wollte, kam dann auch der Song als Nächstes auf dem Glücksrad. Nicht ganz treffsicher bei den Vocals waren doch genug Leute anwesend, die das wunderschöne Lied mitsingen konnten.

Überhaupt, das Publikum, war für alles zu haben. Sowohl dieses Hinsetzen und Aufspringen, das ich nicht leiden kann, als auch den Pogo und die Wall of naja, Death wars jetzt nicht. Oben seht ihr ein Bild von einer frau mit 3MF-Fahne, die auf den Schultern ein ganzes Lied lang getragen wurde. Unfasslich!

Mit Keine Worte endete das Set, dann kamen noch vier Zugaben, wobei besonders der Rausschmeißer Und sie tanzt dann überzeugen konnte. Am Ende gabs auch noch einen Konfettiregen. Absolut brilliantes Konzert!

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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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