In der Kategorie Platten der Woche stellen wir – das sind Jule, Fischi, Tobi und Brello – euch jeden Freitag ein paar Scheiben vor, die uns ganz besonders am Herzen liegen. Egal ob Klassiker oder Underground, ob Deutschpunk oder Post-Hardcore, Hauptsache es gefällt!

Heute möchte ich euch zwei Bands vorstellen, die ich relativ spontan im Januar in Prag live erlebt habe. Ein gutes Konzert gehört für mich zu jedem Städtetrip dazu. Für kleines Geld begebe ich mich dann auch gerne in den Keller eines verlassenen Gebäudes mitten in der Prager Innenstadt, um mir Bands anzuhören, die mir bis dato noch unbekannt waren. Und das, liebe Leute, war eine meiner besten Entscheidungen diesen Jahres! 

Listener – Being Empty : Being Filled 

Listener – das ist eine wirklich schwer zu beschreibende Band aus Arkansas. 2002 startete Dan Smith ein Underground HipHop Projekt, welches sich mit Hilfe einiger Musiker zu einer beeindruckenden Band entwickelt hat. Der Sound ist geprägt von verzerrten Gitarren und düsteren, sanften Klängen, die man sonst aus dem Bereich des Post-HC kennt. Besonders sticht allerdings der Sprechgesang von Frontmann Dan Smith heraus. Mit HipHop hat das Gesamtkonzept trotzdem nicht mehr viel zu tun. 

Dan singt bzw. spricht sich hier das Leid von der Seele und das mit soviel Emotion, dass man selbst fast weinen möchte. Live ist das auf jeden Fall sehr mitreißend, weswegen ich das Kellergewölbe nicht ohne Platte verlassen konnte. Entschieden habe ich mich für das neueste Album Being Filled : Being Empty. 

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BDHW

Das Album erfüllt sämtliche Erwartungen und weckt auch Monate später noch alle Erinnerungen an das unvergessliche Konzert. Schon beim Opener Pent Up Genes fühle ich mich in der Zeit zurückversetzt. 

Listener live in Prague

Spätestens bei Windows To The World und A Love Letter To Detroit bekomme ich wieder Gänsehaut, was vor allem den eingängigen Gitarrenriffs geschuldet ist. Manhattan Projects trumpft gegen Ende mit einer Trompete auf, die das dunkle Soundgewand deutlich aufhellt.  

Sicherlich kein Album für jedermann, es lohnt sich aber reinzuhören und vor allem sollte man sich Listener live nicht entgehen lassen!

Cold Cold Nights – (The) Last Summer 

Ich muss gestehen, dass ich schon vor dem Auftritt von Listener ziemlich geplättet war. Cold Cold Nights, eine tschechische, recht junge Post-Rock Band mit Indie-Einflüssen, hatten mich mit dem ersten Ton schon vollends in ihren Bann gezogen. 

Obwohl ich kein großer Fan von langsamen Riffs und sparsamem Gesang bin, läuft bei mir die zweite EP (The) Last Summer vor allem an dunklen Regentagen auf und ab. Wer seine melancholische Ader ausleben möchte, ist mit dieser Platte gut beraten. 

Cold Cold Nights live in Prague

Während bei Listener die Trompete nur dezent zum Einsatz kommt, ist sie bei Cold Cold Nights das Highlight jedes Songs, ohne dabei die recht düstere Atmosphäre zu zerstören. Hell ins Dunkel bringt mit mehrstimmigen Parts dann der dritte Song Football pt III.

Wer ganz genau hinhört, dem dürften zum Beispiel bei Never die hohen gehauchten Töne auffallen. Diese sind keineswegs eine elektronische Spielerei, Trompeter Kryštof singt diese auch live hochkonzentriert selbst – beeindruckend! 

Ebenfalls eine Band die live sicherlich mehr Emotionen transportiert, aber auch die EP fühlt sich einfach gut an! 

Zur letzten Ausgabe unserer Platten der Woche geht es hier entlang!

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