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[Support The Scene: In dieser Kolumne stehen die Leute hinter der Bühne im Vordergrund, die ihre kostbare Freizeit opfern, um DIY Shows zu organisieren. Ihre Geschichte wollen wir hier erzählen…]

Moonstruck-Promotions, das sind Lars und Nick, veranstalten seit knapp zwei Jahren in und um Aachen Shows. Wie es überhaupt zu Konzertbucherei der beiden gekommen ist und wieso man als DIY-Booker immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommt, erfahrt ihr in unserer siebten Ausgabe von Support The Scene.

„Ich bin der Meinung, dass man für den Erhalt seiner lokalen Szene kämpfen muss und sich einbringen sollte wo es nur geht.“

Hi! Stelle dich doch bitte kurz einmal selbst vor!

Lars: Ich bin Lars Schotten, 19 Jahre alt und bin Promoter und Hobby-Musiker.

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Nick: Ich bin der Nick, 29 Jahre alt (oh Gott!) und PR-Berater und Booker bei Subkultura Booking von Beruf. Mucke mach ich auch! Gemeinsam bilden wir Moonstruck Promotions und veranstalten lokale Konzerte in Aachen.

#1 Wo und unter welchem Namen veranstaltest du Konzerte?

Lars: Seit ca. zwei Jahren veranstalte ich zusammen mit Nick unter der Agentur Moonstruck-Promotions in und um Aachen kleinere und größere DIY-Konzerte im Bereich Folk, Punk, Noise und allen Genres die dazwischen liegen.

#2 Seit wann machst du das Ganze und wie kamst du dazu?

Nick: Ich bin als lokaler Promoter seit circa fünf Jahren dabei. Ich habe immer die Shows für meine eigene Band selber gebucht und irgendwann fragten mich andere Bands und Booker, ob ich nicht in Aachen aushelfen kann. Von Freundschaftsdiensten kam es dann zu einem kleinen Geschäft.

Lars: Ich bin ursprünglich über eine Festivalbekanntschaft, die sich recht schnell zu einer Freundschaft entwickelt hat dazu gekommen. Zunächst fing ich damit an mich um den Eintritt zu kümmern und im Laufe der Zeit kamen PR, Booking etc. dazu. Ich denke so etwas entwickelt sich einfach.

#3 Warum opferst du deine Freizeit dafür?

Nick: Keine Ahnung!

Lars: Ich bin der Meinung, dass man für den Erhalt seiner lokalen Szene kämpfen muss und sich einbringen sollte wo es nur geht. Es wäre zu schade etwas so schönes aus Faulheit aussterben zu lassen, außerdem schadet das gelegentliche Freibier auch nicht.

#4 Was sind die Dinge, die dich dabei am meisten stören/ aufregen?

Lars: Am meisten regt mich dabei das teilweise vorhandene Unverständnis mancher Gäste auf. So musste ich schon einige Male erklären wieso man ein Konzert von einer tourenden Band nicht gegen eine Spende oder gar kostenlos veranstalten kann. Vielen fehlt der Blick dafür, dass eine Tour aufgrund von Spritkosten, Werbung, Verpflegung etc. auch Geld kostet.

Nick: Jeder Kleinveranstalter kann dir das bestätigen. Die Leute geben 50 Euro für ein großes Konzert einer Band aus, die sie jedes Jahr auf ihrer Tour wieder anschauen. 5 Euro für ein kleines Konzert einer geilen Band gehen dann aber gar nicht. Ich will aber überhaupt nicht zu sehr auf den Gästen herumhacken. Viele Agenturen und Bands haben auch falsche Vorstellungen. Man merkt relativ schnell, wo die Zusammenarbeit klappt und der Abend geil wird – oder wo es eben nicht so gemütlich ist.

#5 Was sind die bürokratischen Hürden, die du dabei auf dich nehmen musst?

Nick: Wir kennen das ja alles mit der GEMA, Künstlersozialkasse usw. Da will man ein paar Kumpels in einem Club spielen lassen und arbeitet über das Jahr einen Berg an Papier ab. Aber so ist das nunmal, denn der Staat schenkt einem ja auch nichts. Als Musiker finden wir diese Sachen auch total sinnvoll, nur eben als Veranstalter würden wir uns wünschen, dass wir für unsere Mühen auch öfter mal auf der Gewinnerseite stehen.

Lars: Zum anderen sind auftretende Missverständnisse zwischen uns den Promotern und den Bands bzw. den Tourmanager im Bezug auf vertraglich festgehaltene Absprachen wie z.B. Übernachtungsmöglichkeiten. Wir klären halt alles gerne im Voraus.

#6 Wie hat sich das Publikum auf deinen Konzerten in den letzten Jahren verändert?

Lars: Da konnte ich kaum eine Veränderung feststellen. Man hat zwar seine Stammkundschafft, aber im Großen und Ganzen kann man sagen die Leute die neu dazu kommen sich nur wenig von den alt eingesessenen unterscheiden.

Nick: Je nach Act sind wir manchmal überrascht, dass viele uns unbekannte Gesichter auftauchen. Im Großen und Ganzen aber haben wir eher eine treue Fanbase, die unsere Konzerte einfach gut finden.

#7 Auf welche veranstalteten Konzerte bist du heute noch stolz?

Lars: Ich würde nicht direkt von Stolz sprechen. Ich bin eher froh darüber bei Acts wie Not Scientists und TV Smith mitgeholfen zu haben und ihnen eine Bühne bieten zu können.

Nick: Ich habe vor ein paar Jahren, als ich noch alleine war, The Real McKenzies in einem viel zu kleinen Club gemacht, das war ziemlich cool! Ich denke aber, wir können in den letzten Jahren stolz auf ausverkaufte Konzerte von Beans On Toast oder Will Varley sein. Stolz macht uns vor allem aber, wenn Bands uns sagen, was für eine tolle Nacht sie hatten oder Gäste uns den Stempel aufdrücken: Ihr holt immer geiles neues Zeug zum Entdecken ran!

#8 Welche Erlebnisse in all dieser Zeit musst du einfach erzählen?

Nick: Wie ich die Rumjacks beim Feierngehen in Aachen irgendwo einfach verloren habe oder wie die Goddamn Gallows ganz freundlich die Oma, die unter mir wohnte, gegrüßt haben, während die beim Anblick dieser gesichtstattoowierten Amis fast in Ohnmacht gefallen wäre.

Lars: Oder als wir mit Beans On Toast ein total dummes Musikvideo gedreht haben. (lacht)

Nick: Oder dass ein gewisser Dudelsackspieler in meinen Backstage gekotzt hat. Punkrock halt.

Lars: Eins meiner Lieblingserlebnisse war, als ich letztes Jahr spontan die Band Kloode auf dem Ruhrpott Rodeo direkt vor Ort angesprochen habe und ein paar Tage später zu uns nach Aachen geholt habe.

Nick: Das ist überhaupt das schönste, Bands für sich zu entdecken. Ich habe die Band Mutefish in Dublin auf der Straße angesprochen, die kommen jetzt fast jedes Jahr zu uns. Lars ist jetzt aber mehr zum Talentscout der Truppe geworden und Kloode sind jetzt auch gute Kumpels.

#9 Wo soll die Reise noch hingehen?

Lars: Ein Traum wäre mal Bands wie Pascow oder die Donots hosten zu dürfen.

Nick: Genau, das wäre gut. Generell versuchen wir gerade zweigleisig zu fahren: Einerseits weiter kleine Konzerte von kleineren Bands zu machen und andererseits mit den großen Agenturen zu arbeiten. Das hat jetzt ein paar Mal gut funktioniert. Die Kontakte habe ich dank meines Bookingjobs. Aachen muss wieder ein bisschen mehr auf die Karte!

#10 Was sind eure nächsten Shows?

Lars: Als nächstes steht am 15. März ein Konzert mit Kloode und den NerveGuns an. Bei der Gelegenheit werde ich dann auch meinen Geburtstag feiern und genau einen Monat später am 15. April freue ich mich darauf zusammen mit Nick das Nebenprojekt von Ignite‘s Sänger Zoliband begrüßen zu dürfen.

Nick: Im Mai kommen dann noch ein, zwei kleinere Sachen und im Winter soll noch etwas schön Großes passieren, darauf haben wir Bock!

Vielen Dank für deine Zeit! Hast du noch Abschlussworte oder etwas, das du hinzufügen möchtest?

Lars: Was ich dir, dem Leser noch mit auf den Weg geben möchte ist, dass es wahnsinnig wichtig ist deine Lieblingsbands zu supporten und du dir überlegen solltest ob zum Beispiel 100 Euro für einen großen Act ok, aber 8 Euro für einen Singer/Songwriter zu viel sind.

Nick: Macht generell mehr. Geht raus auf Konzerte, in eurer Stadt oder in anderen. Malt Poster, gründet Bands, veranstaltet Events. Unser kleiner Nebenjob ist Segen und Fluch zugleich, aber ich würde nicht tauschen wollen!

Ihr könnt Moonstuck-Promotions hier in Facebook folgen, um über kommende Shows auf dem Laufenden zu bleiben

Support The Scene zum Nachlesen

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